Zwischen Erfahrung und Neuland

Artikel vom 17.09.2021

Von Lars Ruhsam

Martin Breunig spielt weiter in Oldenburg, sein Gegenspieler Gabriel de Oliveira hingegen zog es nach Rostock.  BILD: REMMERS

Von Lars Ruhsam

OLDENBURG – Der vierte Teil der Basketball-Wechselbörse richtet den Blick auf die Vereine, die in der vergangenen Saison im berühmten „Niemandsland“ der Tabelle rangierten.

 medi bayreuth
Individuell war der Kader der Oberfranken nicht der schlechteste, zu mehr als Platz zehn reichte es aber nicht. Zwei wichtige Personalentscheidungen fielen bereits während der Saison mit den Vertragsverlängerungen von Bastian Doreth und Andreas Seiferth und der von Trainer Raoul Korner. Die Nachwuchsakteure Kai Bruhnke und Philip Jalapoor besaßen noch gültige Verträge. Die Neuverpflichtungen lassen aufhorchen: Cameron Wells (aus Dordogne/Frankreich, auch schon in Gießen und Würzburg) soll die Fäden im Aufbau ziehen, zusammen mit Marcus Thornton (Chemnitz). Für die kleine Flügelposition wurden Sacar Anim (G-League) und der Este Janari Jöesaar (Kalevc/Cramo) verpflichtet, für die Position vier Terry Allen (Hamburg). Aus Manrese (Spanien) kommt der lettische Center Martynas Sajus, Moritz Sanders aus Nürnberg (ProA), Kevin Wohlrath aus Kirchheim. Er hat ebenso eine Oldenburger Vergangenheit wie der neue Co-Trainer Mauricio Parra. Nicht mehr dabei sind Osvaldas Olisevicius (Reggiana/Italien), Derek Pardon (Hapoel Be‘er Sheva/Israel), Frank Bartley (Bakken/Dänemark), David Walker (Ludwigsburg), Lazaric Jones und Matthew Tiby (beide unbekannt).
Einschätzung: Bei den Franken setzen die Verantwortlichen auf BBL-Erfahrung. Das könnte sich auszahlen. Passt der Kader diesmal zusammen, sind die Playoffs möglich.

 Fraport Skyliners
Bei den Hessen gibt es wieder viele neue Gesichter. Für Trainer Sebastian Gleim (nach Crailsheim) übernimmt der Spanier Diego Ocampo. Marco Völler wird Manager Sport. Aus Braunschweig kommt Lukas Wank, aus Berlin Lorenz Brenneke. Stattliche 2,21 Meter misst der neue Center Matt Haarms (Baylor College), Brooks DeBisschop spielte zuletzt in Belaurs, Guard Donovan Donaldson in Ungarn. Mit 30 Jahren begibt sich Reggie Hearn auf seine erste Auslandsstation. Vertrauen kann der neue Trainer auf Urgestein Quantez Robertson, Rasheed Moore sowie auf Richard Freudenburg, Bruno Vrcic und Len Schoormann. Die beiden Letzteren fallen indes aufgrund von Verletzungen lange aus. Nicht mehr am Main sind Michael Kessens (Bonn), Matt Mobley (Saragossa/Spanien), Konstantin Konga (Bremerhaven/ProA), Jon Axel Gudmondsson (Bologna/Italien), Kamari Murphy (Kalec/Estland) und Joe Rahon (unbekannt)
Einschätzung: Die Skyliners sind wie in jedem Jahr eine Wundertüte. Bisher hat die Mischung immer gepasst - auch dieses Mal? Denn auch der Trainer ist neu und zum ersten Mal in der BBL aktiv.

 BG Göttingen
Roel Moors hat sich in seiner ersten Saison bei den Niedersachsen ordentlich geschlagen. Mit vielen neuen Gesichtern soll nun eine ruhigere zweite Spielzeit folgen. Vom MBC kommt Center Philipp Hartwich, aus Leverkusen der Ex-Oldenburger Haris Hujic. Für die übrigen Neuzugänge ist die BBL Neuland: Jake Toolson und Jeff Roberson kommen aus der G-League, Aufbau Stephen Brown aus der 2. französischen Liga, Zack Bryant vom College, Power Forward James Dickey aus in Ungarn, Kamar Baldwin aus Ankara. Ihre Verträge verlängert haben Mathis Mönnighoff, Harper Kemp und Akeem Vargas. Rihards Lomasz hat seine Ausstiegsoption gezogen und wechselt zu Denizli Basket (Türkei), Center Tai Odiase spielt nun in Oldenburg, Marvin Omuvwie in Bamberg, Luke Nelson in Le Protel (Frankreich), Nelson Weidemann kehrt nach Ende der Ausleihe nach München zurück. Andrew Onwuegbuzie zieht es nach Münster in die ProB. Ohne Verein sind bisher Aubrey Dawkins, Deishaun Booker und Dennis Kramer.
Einschätzung: Auf viel Erfahrunge kann Roel Moors nicht setzen, auch die Abgänge wiegen schwer. Wenn sich die Neuzugänge sich in der BBL zurecht finden, kann die Mannschaft positiv überraschen – sonst allerdings auch negativ.

 Telekom Baskets Bonn
Alles auf Anfang heißt die Devise am Rhein. Mit Tuomas Iisalo kommt der Crailsheimer Erfolgstrainer nach Bonn. Der Finne kann auf eine starke und komplett neue Mannschaft setzen. Einzig Center Leon Kratzer hat seinen Vertrag verlängert. Karsten Tadda (Oldenburg) und Skyler Bowlin (Zielona Gora/Polen) bringen viel Erfahrung mit, Michael Kessens (Frankfurt), Tim Hasbargen (Vechta), Tayson Ward (Würzburg) und Ralph Hounou (Ludwigsburg) kennen die Liga bereits. Parker Jackson Cartwright kommt als MVP der zweiten französichen Liga, Jeremy Morgan spielte bei Trento in Italien, Justin Gorham wechselt direkt vom College nach Deutschland. Nach der Verletzung von Michael Kessens in der Vorbeitung wurde der lettische Power Forward Saulius Kulvietis verpflichtet. Den Verein verlassen haben neben Trainer Will Voigt und Sportmanager Michael Wichterich James Thompson (Hapoel Haifa/Israel), Isaiah Philmore (Rouen/Frankreich), Strahinja Micovic (Monar Bar/Montenegro), Kilian Binapfl (Gießen), Gabriel de Oliviera (Rostock/ProA), Xavier Pollard (Aszfalt/Ungarn), Benjamin Lischka (Gießen Pointers/Regionalliga), TJ DiLeo und Chris Babb (beide unbekannt).
Einschätzung: In Bonn gibt es einen echten Neuanfang. Viele Hoffnungen ruhen dabei auf Tuomas Iisalo, der in Crailsheim viel erreicht hat, seine Qualität nun aber an einem anderen Standort beweisen muss. Mit dem Kader kann das klappen, aber die Erwartungen in Bonn sind groß – ebenso wie die Sehnsucht nach ruhigerem Fahrwassern.


 

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