Die Defensive nimmt Formen an

Von Fabian Speckmann

Nico Knystock kommt vom SV Rödinghausen zum VfB Oldenburg. Bild: Speckmann

OLDENBURG – Defensive Stabilität als Basis für Erfolg, dieser einfache Grundsatz gilt in nahezu allen Ballsportarten und findet offenbar auch beim VfB Oldenburg Anwendung. Zumindest bringt die neue Abwehrreihe eine stattliche Portion Erfahrung mit, angefangen beim aktuellsten Neuzugang. Nach Dennis Engel, der in einer Abwehrreihe rechts verteidigen könnte, präsentierten die Blauen in dieser Woche mit Nico Knystock einen neuen linken Verteidiger.
Der 24-Jährige stand in den vergangenen Jahren beim SV Rödinghausen unter Vertrag, zählte beim Top-Team der Regionalliga-West zum Stamm, ehe er sich eine langwierige Schambeinverletzung zugezogen hat. „Die ist auskuriert, ich bin fit“, sagt Nico Knystock und strahlt über das ganze Gesicht. Gute Laune scheint das Markenzeichen des Neu-Oldenburgers zu sein, der den Trainingsstart gar nicht abwarten kann. „Ich brenne darauf, endlich wieder auf dem Platz zu stehen. Ich glaube, wir können beim VfB etwas reißen“, sagt er.
Schon als Jugendlicher wechselte der technisch versierte Osnabrücker zu Borussia Dortmund. Fußballprofi, welcher junge Kicker träumt nicht davon, genau das zu werden? Und Nico Knystock war drauf und dran, sich eine langfristige Zukunft bei den Schwarz-Gelben zu erspielen. Stammspieler in den Jugend-Mannschaften, Aufstieg mit der BVB-Reserve in die 3. Liga – und schließlich wurde der Linksverteidiger sogar regelmäßig in den Trainingskader der Profis berufen.
Der damalige Cheftrainer Jügen Klopp nominierte Knystock sogar für zwei Championsleaguespiele. Am Ende allerdings stoppte ein Fußbruch seinen Durchbruch. „Damals habe ich mich geärgert, aber das ist Geschichte. Ich schaue nach vorn und freue mich auf den VfB“, sagt er.
Während Nico Knystock als linker Verteidiger fraglos für eine Startformation eingeplant ist, wird sich Marten Schmidt im Konkurrenzkampf erst noch durchbeißen müssen. Der 24-Jährige kommt, wie zuvor schon Kai-Sotirios Kaissis, vom VfL Oldenburg.
Eigentlich schien die fußballerische Zukunft des defensiven Mittelfeldspielers in Schleswig-Holstein zu liegen. Schmidt, der in Kiel Agrarwissenschaften studiert, war zuletzt immer nach Oldenburg gependelt, hatte beim VfL das Abschlusstraining absolviert und die Punktspiele bestritten. Unter der Woche allerdings hatte er sich bei Holstein Kiel II fit gehalten.
Diesen Aufwand wollte der 24-Jährige nicht länger betreiben und hatte bereits nach einem Club im hohen Norden Ausschau gehalten, doch die Corona-Pandemie hat neue Voraussetzungen geschaffen. „Mein Studium findet fast ausschließlich online statt, so dass ich in Oldenburg bleiben kann“, sagt Schmidt. Weil er allerdings schon im anspruchsvollen Kieler Training mithalten konnte, zog es ihn jetzt zum VfB. „Ich möchte wissen, ob ich mich hier durchsetzen kann und wo für mich die Grenzen sind“, sagt er.
Die Statistik lässt zumindest vermuten, dass Marten Schmidt sich auch bei den Blauen durchsetzen wird. Als defensiver Mittelfeldspieler erzielte er in der vergangenen Saison 13 Tore für VfL. Er galt im System von Dario Fossi, der Schmidt natürlich bestens kennt und schätzt, als Schlüsselspieler. Dabei überzeugt Schmidt nicht allein durch eine beeindruckende Trefferquote, sondern vor allem durch seine hohe Spielintelligenz und die notwendige Robustheit im Zweikampf.


 

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