Nach dem Coup: EWE Baskets im Viertelfinale gegen Bamberg

Von Torben Rosenbohm

Kollektive Freude: Gegen Bayern München holten die EWE Baskets einen wichtigen Sieg. BILD: ULF DUDA.

Am Freitag der vergangenen Woche wirkten die EWE Baskets Oldenburg wie ein Team, das eher aus Zufall auf dem Parkett stand. Der Basketball-Bundesligist lieferte beim viel beachteten Finalturnier um die Deutsche Meisterschaft eine phasenweise irritierende Vorstellung und quälte sich zu einem 85:83-Sieg gegen akut ersatzgeschwächte Crailsheimer.

Am Sonntag der vergangenen Woche, keine 48 Stunden nach der eher uninspirierten Angelegenheit, sahen die Oldenburger mit einem Mal aus wie ein Titelkandidat. Nicht über die vollen 40 Minuten, sehr wohl aber beispielsweise in den entscheidenden Momenten. Das 89:81 gegen den amtierenden Meister und Gastgeber Bayern München war eine spektakuläre Wendung und ein Signal an die Konkurrenz: Wir sind Oldenburg – und wir sind nicht zum Spaß hier!

Vier Spiele binnen sieben Tagen absolvierten die Schützlinge von Trainer Mladen Drijencic. Drei Begegnungen endeten jeweils mit einem Sieg, nur gegen die überraschend starken Ulmer gab es eine Niederlage. Nun nimmt das Turnier, das komplett in München ausgetragen wird, endgültig Fahrt auf: Im Viertelfinale, im Modus „Hin- und Rückspiel“, heißt der Gegner Brose Bamberg (Termine: Donnerstag, 20.30 Uhr und Samstag, 16.30 Uhr, live bei Magenta Sport). Mal wieder. Unvergessen sind die früheren Duelle in den Playoffs, in denen Oldenburg mal schmerzhafte Niederlagen einsteckte, mal aber auch triumphal siegte.

Die Prognose für den diesjährigen Schlagabtausch? Nun, eine Einschätzung erscheint schwierig. Einerseits haben die Bamberger in dieser Saison nicht vollends überzeugen können und auch beim Turnier in München Schwächen offenbart. Das wiederum haben, siehe oben, auch die Oldenburger; hinzu kommt die ungewöhnliche Form der laufenden Playoffs, in denen die Tagesform mehr als je zuvor einen entscheidenden Einfluss auf das Gesamtgeschehen haben wird. Wer im ersten Spiel zu hoch ins Hintertreffen gerät, hat im zweiten – und dann schon letzten – Aufeinandertreffen ganz schlechte Karten.

Bamberg sicherte sich mit einem 100:82 gegen Rasta Vechta endgültig das Ticket für das Viertelfinale. Insbesondere der US-Amerikaner Jordan Crawford (21 Punkte) und Christian Sengfelder (18) überzeugten gegen die überforderten Südoldenburger, die alle vier Gruppenspiele verloren und sich damit das zweifelhafte Vergnügen verdienten, gegen die ebenfalls sieglosen Merlins aus Crailsheim am Dienstag das Spiel um den neunten Platz austragen zu dürfen.

Neben Crawford und Sengfelder zählen unter anderem auch Assem Marei, Kameron Taylor, Elias Harris oder Paris Lee zur gehobenen Klasse der BBL-Spieler. Trainer Roel Moors kann entsprechend auf viele offensive Waffen im Team zurückgreifen, muss aber gleichzeitig alles dafür tun, die Mannschaft in jeder Phase des Spiels beisammen zu halten. Die eine oder andere mentale oder spielerische Auszeit hat ihm im Turnierverlauf bei zwei Siegen und zwei Niederlagen schon einige Sorgen beschert.

In den anderen Viertelfinalduellen trifft Ulm (4:0 Siege) auf Frankfurt (1:3), Bayern München (2:2) auf Ludwigsburg (3:1) und Alba Berlin (4:0) auf Göttingen (1:3). Insbesondere der Vergleich zwischen den mit ungemein viel Energie auftretenden Ludwigsburgern und den zuweilen verblüffend ideenlosen Münchnern dürfte eine sehenswerte Angelegenheit werden. „Magenta Sport“ zeigt alle Spiele live; Sport1 ist am 17. Juni (20.30 Uhr, Bayern gegen Ludwigsburg), 19. Juni (20.30 Uhr, Ulm gegen Frankfurt), 23. Juni (20.30 Uhr, Halbfinale) und 28. Juni (15 Uhr, zweites Finale) live auf Sendung.


 

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