Pokalwettbewerb kann einen Trend setzen

Von Fabian Speckmann

Dennis Engel (Mitte) und Jakob Bookjans (links) könnten durchaus gemeinsam auf der rechten Seite agieren.

Oldenburg. – Knapp 500 Fans können am Sonntag ab 15 Uhr zuschauen. Das Duell ist altbekannt, viele Protagonisten auf und neben dem Platz sind neu. Während der Sieger viel Schwung aufnehmen kann, droht dem Verlierer eine längere Pause.
Zum Glück, Rehden. Ausgerechnet Rehden. In der Beurteilung des Halbfinal-Gegners gingen die Meinungen beim VfB Oldenburg auseinander. Aus gutem Grund, denn als die Paarung ausgelost wurde, lag mit Eintracht Braunschweig noch ein Drittligist im Lostopf. Mittlerweile hat die Eintracht den Pokaldienst verweigert, der TSV Havelse zog kampflos ins Finale ein und wartet auf jenen Kontrahenten, mit es um den Einzug in den finanziell überaus lukrativen DFB-Pokal zu streiten gilt.
Obschon der Landespokal noch zur abgelaufenen Saison zählt, dürfen beide Mannschaften bereits ihr neues Personal aufbieten. Gut für den VfB, der sich am Donnerstag noch einen personellen Nachschlag gegönnt hat. Max Wegner, 31 Jahre jung, soll als Führungsspieler die recht junge Riege anleiten, zudem für mehr Durchschlagskraft in der Offensive sorgen.
Die Verpflichtung des weitgereisten Routiniers, der unter anderem in Wilhelmshaven, bei Werder Bremen, in Meppen, Essen, Aue und zuletzt Düsseldorf am Ball war, rundet den Kader fraglos ab. Viel Talent, aber auch Erfahrung ergeben in der Kombination großes Potenzial. Allerdings wird sich die neue Einheit erst finden müssen, was Trainer Dario Fossi einschließt.
Trainingseindrücke sorgen diesbezüglich für Zuversicht. Fossi bietet nicht nur abwechslungsreiche Übungen an, der A-Schein-Inhaber ist zudem verbal beeindruckend präsent, tadelt, korrigiert, erklärt, vor allem aber lobt und fordert er stetig.
Seine Idee von Fußball ist selbst nach einer recht kurzen Zeit des gemeinsamen Übens erkennbar. Die Blauen wollen aktiv sein, den Gegner unter Druck setzen, spielerische Lösungen finden und umsetzen. Ein anspruchsvolles Ansinnen, das die Kicker mental, aber auch läuferisch enorm fordert.
Immerhin, drei von vier Testspielen gegen unterklassige Gegner haben die Oldenburger klar gewonnen. Lediglich bei Oberligist Kickers Emden hieß es nach 90 Minuten 1:1. Das Ergebnis war allerdings Nebensache. Tobias Steffen, erst wenige Tage zuvor verpflichtet, zog sich einen Achillessehnenriss zu und wird dem VfB über Monate fehlen.
Der Kampf um jene elf Startplätze ist gleichwohl spannend. Allein in der Defensive wäre es wenig überraschend, sollte vor Pelle Boevink eine Viererkette mit Dennis Engel, Mirko Schuster, Leon Deichmann und Nico Knystock agieren. Auch Raffael Brand dürfte im linken Mittelfeld gesetzt sein, aber sonst? Patrick Posipal und Nico Matern könnten den defensiven Part spielen, eine Nominierung von Marten Schmidt wäre erwartbar. Gazi Siala wäre natürlich ein Kandidat, Freddy Quispel ebenso. Rechts könnte Maik Lukowicz spielen, ebenso Pascal Richter oder Jakob Bookjans, immer auch abhängig davon, ob der Trainer Neuzugang Max Wegner sofort beruft. Mehr als 230 Dritt- und Regionalligaspiele beinhaltet die Vita des Angreifers, der unstreitig erfahren genug ist, um die sonntägliche Druck-Situation aushalten zu können.
An Erfahrung mangelt es allerdings auch dem BSV Rehden  mit seinem neuen Trainer Andreas Golombeck nicht. Den Abgang einiger Leistunsträger wie Lewald, Bajric oder Borgmann haben die Verantwortlichen durchaus kompensiert. Allen voran Jaroslaw Lindner (zuletzt Lotte, zuvor Kiel, Wiesbaden) und Emre Yesilova (Haltern) dürfte die gut aufgestelle Truppe um Addy Menga und Marco Kaffenberger deutlich verstärken. Zwar hat Rehden drei von vier Vorbereitungsspielen verloren, zuletzt aber klar aufsteigende Tendenz gezeigt. Die routinierte Mannschaft ist physisch enorm robust, zweikampf- und defensivstark.  
Es dürfte also ein enges Rennen werden. Auf den Sieger wartet das Finale gegen Havelse und im weiteren Erfolgsfall das DFB-Pokalspiele gegen Mainz 05, nebst einer sechsstelligen Antritts-gage. Auf den Verlierer dagegen eine Pause bis zum Saisonstart im September, der allerdings  noch nicht terminiert ist.


 

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