Rhythmus und Fokus entscheidend

Von Torben Rosenbohm

Kurz mal an die frische Luft: Diese Option haben Philipp Köchling und alle anderen am BBL-Turnier Beteiligten zwischendurch trotz aller strengen Hygienebestimmungen. BILD: ULF DUDA

Oldenburg – An diesem Sonntag treffen die EWE Baskets auf den FC Bayern München (19 Uhr, live bei Magenta Sport). Vor dem Duell stand Bayerns Co-Trainer Philipp Köchling, 2012 bis 2015 in Oldenburg als Assistenztrainer tätig, Rede und Antwort.

Herr Köchling, wie haben Sie und Ihre Familie die Corona-Zeit bisher bewältigt?
Ich muss ganz klar sagen: Die Familie hat das ganz toll gemacht. In der Schule würde es dafür eine Eins geben! Es war gewiss nicht jeden Tag leicht, schließlich ist der Tagesablauf ganz anders, alles ist nicht mehr so klar strukturiert. Man muss sich an die Situation anpassen, das ist uns gelungen.

Was waren Ihre ersten Gedanken, als die Saison unterbrochen wurde?
Das kam letztlich nicht mehr so überraschend. Ich habe die Entwicklung in Italien beobachtet, da waren wir durch unseren italienischen Sportdirektor und unseren italienischen Spieler nah dran. Für mich war das reine Mathematik, wann hier die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden. Deutschland hat das alles gut gemacht, es gab keine Panik. Aber: Es muss weitergehen, und mit dem Turnierformat haben wir eine sehr gute Lösung gefunden, die exzellent organisiert ist und auf die jetzt die ganze Basketballwelt schaut.

Sportler lieben Rhythmen und feste Abläufe. Ist diese besondere Turnierform auch eine Art angenehme Abwechslung?
Sportler sind absolute Rhythmusmenschen, das stimmt. Wenn man da erstmal raus ist, muss man zunächst wieder reinfinden. Und das sind nicht nur körperliche Dinge, sondern eben auch Aspekte wie mentale Fitness. Ulm war da ein Beispiel, wie es aussehen kann, wenn es direkt wieder rund läuft.

Am Sonntag treffen Sie mit dem FC Bayern auf Ihren Ex-Club aus Oldenburg. Beide verloren jeweils ihr erstes Spiel, steigerten sich danach aber. Fehlte jener angesprochene Rhythmus?
Der fehlte tatsächlich, aber es gibt noch einen weiteren entscheidenden Faktor: den Fokus. Der war im ersten Spiel nicht vorhanden, im zweiten sah das schon viel besser aus. Es ist ein Turnier; wir wollen uns von Spiel zu Spiel steigern.

Wie sehen Ihre persönlichen Zukunftspläne aus, wenngleich angesichts der Situation rund um Corona und die Einschränkungen nicht alles klar prognostizierbar ist?
Ich fühle mich in München sehr wohl und sehe meine Zukunft ganz klar beim FC Bayern München. Der Club war für mich ein ganz starker Rückhalt in den letzten Monaten, auch und gerade während der Corona-Krise. Da gebührt den Verantwortlichen ein sehr großer Respekt. Hier wurde und wird sehr viel für alle Beteiligten getan.

Zwischendurch sah man Sie eine Weile nicht auf der Trainerbank.
Richtig, ich war gesundheitlich angeschlagen und musste pausieren. Und auch in der Phase habe ich eine wirklich phänomenale Unterstützung durch den FC Bayern erfahren.


 

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