Torjäger stürmt zurück ins VfB-Trikot

VON FABIAN SPECKMANN

Frank Claaßen (links), sportlicher Leiter des VfB Oldenburg, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Torjäger Conrad Azong. FOTO: SPECKMANN

Oldenburg. „Wir fühlen uns in Oldenburg unglaublich wohl. Unsere Tochter Esmée ist hier geboren worden, deshalb war eigentlich sehr früh klar, dass wir gerne hier bleiben und die Stadt nicht wechseln wollen“, sagt Conrad Azong. Seit 2016 spielt der heute 27-Jährige an der Hunte Fußball und wird es weiterhin tun.
Der ehemalige VfB-Sportdirektor Ralf Voigt holte ihn aus der Reserve von Holstein Kiel. Für die Zweitvertretung hatte der Modellathlet 13 Treffer erzielt und acht weitere Tore vorbereitet. „Ich hatte eine wirklich gute Saison gespielt“, schaut „Conny“, wie ihn die Mitspieler oft nennen, zurück. Beim VfB allerdings lief es dann nicht mehr so rund. „Rückblickend war es schon so, dass wir einerseits eine starke Konkurrenz hatte, aber vor allem hat man mir damals nicht wirklich vertraut.“ Azong kam in seiner ersten Saison bei den Blauen zwar auf 34 Einsätze, stand aber nur achtmal über 90 Minuten auf dem Rasen. Drei Treffer und zwei Vorlagen weist die Statistik für ihn aus. Im zweiten Jahr beim VfB sollte es noch schlimmer kommen. Der ehrgeizige Angreifer absolvierte nur noch sieben Spiele, eines über die volle Distanz, und schaute anschließend nur noch zu und wechselte schließlich zum VfL Oldenburg. Es war der richtige Schritt für den wuchtigen Mittelstürmer, der physisch beeindruckt, sehrwohl aber auch technisch versiert ist.
Obwohl der damalige Regionalliga-Aufsteiger die Klasse nicht halten konnte, spielte sich Conrad Azong in den Fokus. Der Student erzielte neun Treffer, bereitete sieben Tore seiner Mitspieler vor und galt nach Saisonschluss als begehrtes Transferobjekt. Nachbar SSV Jeddeloh meldete ebenso Interesse an einer Verpflichtung an, wie der VfB Lübeck. Am Ende einer längeren Entscheidungsfindung verlängerte Azong allerdings beim VfL.Es war für beide Seiten die richtige Entscheidung, denn bis zur Saison-Unterbrechung erzielte der junge Familienvater bereits 22 Treffer und legte achtmal für die Mitspieler auf.
Trainer Dario Fossi, der ebenfalls zum VfB wechselt, ist an der Entwicklung des Stürmers maßgeblich beteiligt. „Er gibt mir das Vertrauen, das wohl jeder Fußball benötigt, um Leistung zu bringen“, sagt Azong, der sich gegen verschiedene Angebote und für den VfB entschieden hat. „Ich hätte durchaus ins Ausland wechseln können, was deutlich lukrativer wäre, aber unsere kleine Tochter ist eine echte Oldenburgerin und wir sind hier heimisch geworden, deshalb bin ich glücklich, dass ich wieder beim VfB bin“, sagt er lachend.
Anzog wird ein Blauer, Pascal Steinwedender hingegen wird den Regionalligisten verlassen. Doch während „Calli“ vornehmlich auf der Außenbahn eingesetzt worden ist, spielt  Azong im Zentrum und könnte sich hier mit Kifuta um einen Platz balgen, sofern der 32-Jährige sich mit den Oldenburgern über eine Ausdehnung seines Arbeitspapiers einig wird.


 

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