Kommt Otremba für Fossi?

VON FABIAN SPECKMANN

Dario Fossi übernimmt das Traineramt beim VfB Oldenburg. Eine Entscheidung, die bei seinem alten Verein nicht gut ankam.BILD: SPECKMANN

OLDENBURG – Wirklich überraschen konnte die Nachricht nicht mehr. Dario Fossi bleibt Oldenburger, arbeitet in Zukunft aber nicht mehr für den VfL, sondern für den VfB. Seinen Co-Trainer Daniel Isailovic nimmt er mit zum Nachbarn.
Seit 2016 hat Dario Fossi sehr erfolgreich beim VfL Oldenburg gearbeitet. Trotz vergleichsweise bescheidener Mittel führte der 38-Jährige seine Mannschaft sogar bis in die Regionalliga. Dort konnte sich der VfL zwar nicht halten, doch nur ein Jahr später spielt die Fossi-Elf in der Oberliga um den direkten Wiederaufstieg mit. Die Corona-Zwangspause droht eine Rückkehr der Oldenburger in die vierte Liga allerdings zu verhindern.
Dario Fossi und sein Co-Trainer Daniel Isailovic hingegen werden zukünftig in der Regionalliga arbeiten. Sie wechseln gemeinsam innerhalb der Stadtgrenzen den Verein. Ein Wechsel mit Verzögerung. Schon im Sommer des vergangenen Jahres stand das Trainerduo vor dem „Aufstieg“. Dario Fossi galt als erster Anwärter auf die vakanten Trainerposten beim VfB Oldenburg und beim SSV Jeddeloh. Am Ende jedoch zerschlugen sich die Wechselspiele. Der heute 38-Jährige blieb den Grün-Weißen treu, formte abermals eine Spitzenmannschaft und gab vor wenigen Wochen sogar seine Zusage für eine weitere Spielzeit – mit einer Einschränkung. Der A-Schein-Inhaber hatte eine sogenannte Ausstiegsklausel vereinbart und eben die hat er jetzt gezogen.
Überrascht haben dürfte die VfL-Verantwortlichen sein Weggang nicht, die Wahl des neuen Vereins hingegen trübt ihre Stimmung. Mit seiner guten Arbeit war Fossi längst in den Fokus anderer Clubs gerückt. Zuletzt hatten die Sportfreunde Lotte aus der Regionalliga West beim einstigen Drittliga-Kicker angeklopft. Auf das Abenteuer am Autobahnkreuz verzichtete der in Wilhelmshaven lebende Trainer aber, sagte stattdessen jetzt beim VfB zu.
Er werde dem VfL immer verbunden bleiben, betont Fossi glaubwürdig, der sich gleichwohl auf die „Herausforderung VfB“ freut. Weniger gefreut haben sich die Verantwortlichen des VfL, deren Schelte neben dem Nachbarn auch den scheidenden Trainer traf.  
Nachhaltig ausgeprägt war die Kommunikation beider Clubs nicht, weder in dieser fraglos brisanten Personalie, noch etwa in der von Thilo Pöpken.  Der hochveranlagte Torhüter soll ebenfalls innerhalb der Stadtgrenzen wechseln, von den Blauen zu den Grünen. Dort erhofft er sich mehr Spielpraxis als zuletzt beim VfB, der den Vertrag mit Pöpken gerne verlängert hätte.
Unter wessen Anleitung er zukünftig im Hans-Prull-Stadion arbeiten wird, scheint noch nicht entschieden. Zu hören war aber, dass die VfL-Entscheider bereits am Dienstag Gespräche mit ersten Kandidaten geführt haben. Dem Vernehmen nach wollen die Entscheider an ihrem Kurs festhalten und weiter auch Talente, etwa aus dem JFV Nordwest, für ihren Kader gewinnen.
Da liegt es auf der Hand, dass Lasse Otremba als heißer Trainerkandidat beim Oberligisten gehandelt wird. Der Pädagoge trainiert seit einigen Jahren die U19 des JFV, könnte sich aber auch einen Wechsel in den Herrenbereich vorstellen. Otremba gilt gleichwohl aber nur als einer von mehreren Kandidaten, teils auch mit dem sogenannten Stallgeruch, sprich einer Vergangenheit beim derzeitigen Oberliga-Dritten.

Kommentar:

Dario Fossi wird Trainer des VfB Oldenburg. Eine Verbindung, die erfolgreich sein wird, wenn die Blauen sich auch an ihrem Nachbarn orientieren.
Mit einem Jahr Verzögerung wurde ein Wechsel vollzogen, mit dem die Fantasie einhergeht, dass bei den Blauen endlich jene Konstanz in der Trainerfrage Einzug hält, an der es seit Jahren mangelt. Zehn Trainer durften sich mehr oder weniger lange versuchen, seit Joe Zinnbauer im Juni 2010 nach fünf Jahren beim VfB freigestellt wurde.
Fossi bringt alles mit, um beim VfB die nächste Ära zu prägen. Der 38-Jährige ist ein kluger Taktiker, hat seiner Mannschaft in den vergangenen Jahren eine klare Handschrift gegeben und mehr noch, er hat Spieler nachweislich besser gemacht. Er wirkt zudem gereift, auf und neben dem Platz.
Großen Anteil an der Entwicklung des Trainers hat der VfL Oldenburg, allen voran Detlef Blancke. Der sportliche Leiter zweifelte nie erkennbar am Trainer, stärkte ihm vielmehr auch in sportlich wenig ertragreichen Phasen den Rücken. Erhält Dario Fossi dieses Vertrauen auch beim VfB, gerade wenn es mal nicht so laufen sollte wie erhofft, wäre ein erfolgreiches Wirken des neuen Trainers nicht überraschend. Aber auch nur dann!


 

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