Standortbestimmung erfolgt im Spitzenspiel

Von Fabian Speckmann

Gleich „klingelt‘s“ im Netz, denn Rafael Brand zirkelte in dieser Szene einen Freistoss in den Knick.     BILD: FABIAN SPECKMANN

OLDENBURG – Die Niederlage war deutlich, der Frust hielt sich gleichwohl in Grenzen. Durch ein 1:4 gegen Drittligisten Eintracht Braunschweig ist der VfB Oldenburg aus dem Landespokal ausgeschieden. Trotz der klaren Niederlage wurden die Blauen von ihren Fans bis zum Schlusspfiff lautstark unterstützt. Aus gutem Grund, denn die Gastgeber hatten vor knapp 1.500 Zuschauern alles versucht. Am Ende war die Eintracht schlicht zu gut. Wie gut die Blauen wirklich sind, könnte sich derweil am Sonntag zeigen. Das Spitzenspiel beim VfV Borussia 06 Hildesheim taugt zur Standortbestimmung für die perfekt gestarteten Kicker von Trainer Dario Fossi.

Wie der VfB im Pokal, kassierten auch die Hildesheimer vor dem Gipfeltreffen des Tabellendritten gegen den Zweiten ihre erste Niederlage. Sie unterlagen vor Wochenfrist bei Atlas Delmenhorst mit 1:4. Ein Resultat, das deutlich ausgefallen ist, die Spielanteile indes nur unzureichend wiedergibt. Es war vielmehr ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Gäste allerdings gute Möglichkeiten ungenutzt ließen, Atlas hingegen effektiv agierte.
Mit zwei Siegen waren die Hildesheimer zuvor gestartet, hatten 2:1 in Lüneburg und 4:1 gegen Jeddeloh gewonnen. Der neu Trainer Markus Unger musste im Sommer zwar zwölf Neuzugänge integrieren, kann aber dennoch auch eine eingespielte Stammelf setzen.

Vor Abwehrchef Niklas Rauch agieren mit Dominik Franke und Yannick Schulze zwei sehr erfahrene Akteure im Zentrum und in Thomas Sonntag haben die Hildesheimer im Angriff zudem einen echten Torjäger. „Das ist eine richtig gute Mannschaft“, sagt VfB-Trainer Dario Fossi.
Seinen Schützlingen stellt er gleichwohl auch ein gutes Zeugnis aus. Braunschweig habe den VfB sehr ernst genommen und sei total professionell aufgetreten, dennoch habe seine Mannschaft sich ordentlich verkauft, findet der Trainer, der überlegt, ob und was er am Sonntag personell ändert.

Schon im Pokalspiel hatte Fossi umgestellt. Dennis Engel kehrte in die Mannschaft zurück, Pascal Richter rückte nach links, der zuvor starke Nico Knystock wiederum bekam eine Pause. Zudem rückte Leon Deichmann an Stelle von Fabian Herbst in die Innenverteidigung und an Stelle des gesperrten Max Wegner durfte Affamefuna-Michael Ifeadigo beginnen.

Der große Angreifer hatte allerdings gegen die starke Braunschweiger Innenverteidiger einen schweren Stand und zudem darunter zu leiden, dass ihm nach Ballgewinnen Anspielstationen fehlten, weil die Oldenburger zu langsam nachrückten.
Gut möglich, dass Fossi darüber nachdenkt, dem zentralen Tun in Person von Gazi Siala eine ausgeprägtere spielerische Note zu verleihen. Offensiv wiederum könnte auch Maik Lukowicz ein Thema für die Angriffsmitte werden. Optionen hat der VfB-Trainer also und durchaus auch offen für personelle Wechsel.

Klar ist, der VfB wird am Sonntag alles abrufen müssen, um in Hildesheim zu punkten. Die Gastgeber gelten unbedingt als Kandidat für die Aufstiegsrunde, sind spielerisch stark, aber körperlich durchaus auch robust. Nicht umsonst verlangt der Hildesheimer Trainer von seiner Mannschaft, sie müssen gegen den VfB den Kampf annehmen. Dass die Blauen diesbezüglich mithalten können, haben sie zuletzt beim erkämpften Sieg in Hannover gezeigt. Obschon mehr als eine Halbzeit in Unterzahl agierend, zeigte der VfB enormes Laufpensum und hatte am Ende das Glück des Tüchtigen.

100 VfB-Fans dürfen ihre Mannschaft übrigens ins traditionsreiche Friedrich-Ebert-Stadion begleiten, das am Sonntag sicherlich gut besucht sein wird. Auch hier gilt die 3-G-Regel als Voraussetzung für den Stadionbesuch.


 

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