Kein neuer Vertrag: VfB und Kiene trennen sich

VON FABIAN SPECKMANN

Alexander Kiene zieht es in den Profifußball. Foto: Speckmann

OLDENBURG. Paukenschlag beim VfB Oldenburg. Der Fußball-Regionalligist hat am Freitagnachmittag mitgeteilt, dass die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Alexander Kiene und dessen Co-Trainer Dennis Offermann über das Saisonende hinaus nicht fortgesetzt wird. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Die Corona-Krise hat auch im Fußball für einen nahezu totalen Stillstand gesorgt. Die Kicker trainieren bestenfalls alleine, der reguläre Trainings- und Spielbetrieb pausiert. Ob und wann die Saison fortgesetzt werden kann, ist offen. Hinter den Kulissen allerdings herrscht rege Betriebsamkeit – auch beim VfB Oldenburg. Seit Februar standen die Verantwortlichen, allen voran Sportvorstand Andreas Boll und zuletzt auch Frank Claaßen, der neue sportliche Leiter, im Austausch mit Alex Kiene. Jetzt steht fest: Die Zusammenarbeit wird nicht fortgesetzt. Man trennt sich einvernehmlich.

Der Fußballlehrer aus Hannover hatte die Blauen im Sommer des vergangenen Jahres übernommen und letztmals am 23. Februar dieses Jahres als verantwortlicher Trainer agiert. Die Oldenburger besiegten den BSV Rehden im bislang einzigen Spiel in 2020 mit 3:1. Alle folgenden Begegnungen fielen aus. Aktuell sind die Oldenburger Tabellenneunter, stehen zudem im Pokal-Halbfinale. „Die Entwicklung ist natürlich schade. Wir sind gut in das Jahr gestartet, hatten einen sehr guten Teamspirit und einen intensiven Konkurrenzkampf. Ich bin total davon überzeugt, dass wir noch viel erreicht hätten,“ sagt Alexander Kiene. Die Saison sei offiziell zwar noch nicht zu Ende, doch ihm fehle derzeit die Fantasie, wie es weitergehen könne. Für sich selbst allerdings hat der Pädagoge einen klaren Plan und der soll ihn mittelfristig in den Profifußball führen. „Ich möchte den nächsten Schritt in meiner Trainerlaufbahn machen“, sagt der Fußballlehrer. Der Ehrgeiz Kienes ist bekannt, der Trainer zudem gut vernetzt. Wiederholt wurde er in der Vergangenheit auch schon mit Proficlubs in Verbindung gebracht. An Spekulationen dazu will er sich allerdings nicht beteiligen.

Das wiederum gilt auch für die Verantwortlichen des VfB Oldenburg, wenn es einen Nachfolger für den scheidenden Fußballlehrer geht. Die Entscheidung komme nicht unerwartet, sagt etwa Frank Claaßen, der sich parallel zu den Gesprächen mit Kiene auch mit anderen Trainern ausgetauscht hat. „Der VfB ist nach wie vor eine interessante Adresse“, sagt er lachend.

Druck, vor allem in zeitlicher Hinsicht, haben die Entscheider der Blauen derzeit eigentlich nicht. Ein Ende der erzwungenen Auszeit ist nicht absehbar. Zudem ist unklar, ob die Saison vorzeitig abgebrochen wird und wann eine neue Spielzeit beginnen könnte. Dennoch klingt durch, dass der VfB zeitnah eine Lösung präsentieren möchte, auch um in personeller Hinsicht planen zu können.

Derzeit haben acht Spieler aus dem aktuellen Kader Verträge über das offizielle Saisonende hinaus. Beim Thema Vertragsverlängerungen soll natürlich auch der neue Trainer sein Votum abgeben. Als sicher gilt, dass die Blauen ihre Leistungsträger halten wollen, wenngleich der Verein keine finanziellen Risiken eingehen wird. Mit Pascal Steinwender, der vor einem Wechsel zum SC Paderborn steht, sowie Dominique Ndure, der mit Holstein Kiel in Verbindung gebracht wurde, gilt aktuell lediglich der Abgang von zwei Spielern als sicher.

Ziel sei es, das Gros des Kaders zu halten, betonen Andreas Boll und Frank Claaßen. Zudem möchten die Verantwortlichen perspektivisch auch weiterhin Talente aus der Region für ihre Mannschaft gewinnen und fördern.


 

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