Ein spannendes Projekt

VON FABIAN SPECKMANN

Marten Schmidt studiert in Kiel und reiste bislang immer zum Abschlusstraning und Spiel nach Oldenburg an. Diesen Aufwand will der Leistungsträger vermutlich nicht länger betreiben. FOTO: SPECKMANN

Oldenburg. Es ist fraglos ein spannendes Projekt, für das sich die Verantwortlichen des VfL Oldenburg entschieden haben. Lasse Otremba und Ronny Klause werden ab Juli die sportliche Verantwortung beim Oberligisten übernehmen. Sie folgen auf Dario Fossi und Daniel Isailovic, die nach vier Jahre in grün-weißen Diensten zum VfB Oldenburg wechseln. „Wir mussten diese Entscheidung so akzeptieren und haben uns dann natürlich die Frage gestellt, wer die Arbeit fortsetzen könnte. Dabei war Lasse Otremba unsere erste Intention und ich bin sehr froh, dass es geklappt hat“, sagt Detlef Blancke, der sportliche Leiter des VfL Oldenburg.
Seit einigen Jahren ist Lasse Otremba als  Trainer im Jugendbereich tätig. Anfänglich arbeitete er für den VfB Oldenburg, später beim JFV Nordwest. Nach anfänglichen Erfolgen mit der U17 übernahm der 29-Jährige 2016 die U19 und schaffte mit ihr den Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga. Beim VfL Oldenburg wird der A-Schein-Inhaber erstmals als Herrentrainer aktiv.
Mit Ronny Klause weiß er einen durchaus erfahrenen Assistenten an seiner Seite. Klause, der hauptberuflich als Fitness-Trainer tätig ist, hat wie Otremba lange beim VfB Oldenburg gearbeitet, war aber auch Cheftrainer beim Türkischen SV und sammelte zudem Erfahrung im Ausland. Zuletzt war Klause für einen Club auf Ibiza „am Ball“.
Der VfL setzt durchaus bewusst auf einen jungen Cheftrainer. Wieder einmal, wie Detlef Blancke deutlich betont: „Als Dario Fossi zu uns gekommen ist, hatte er auch noch nicht sonderlich viel Erfahrung im Seniorenbereich, aber er hat sich bei uns in aller Ruhe entwickeln können.“ Diese Chance soll nun auch Otremba erhalten.
Es könnte sich durchaus als stattlicher Vorteil erweisen, dass es beim VfL den ganz großen Druck nicht gibt, die Verantwortlichen vergleichsweise unaufgeregt agieren. Allen voran Blancke ist es wichtig, den jeweiligen Trainer auch in sportlich schwierigen Zeiten zu stützen. Hinzu kommt, dass der Oberligist durchaus den einen oder anderen Leistungsträger verlieren könnte.
Allen voran Conrad Azong, der die Torjägerliste mit 22 Treffern anführt, wird nur schwer zu halten sein. Mehr noch, die Zeichen stehen auf Abschied. „Es geht in die Richtung, dass Conny nochmal etwas anderes machen möchte“, sagt Blancke. Selbst ein Wechsel zurück zum VfB sei wohl nicht ausgeschlossen.
Neben dem Torjäger steht mit Marten Schmidt, der immerhin auch schon 13 Treffer erzielt hat, ein weiterer Leistungsträger vor einem Wechsel. Der defensive Mittelfeldspieler studiert in Kiel und reiste zuletzt lediglich zum Abschlusstraining und den Spielen an. Ein Aufwand, den er dauerhaft eher nicht betreiben möchte. Torwart-Routinier Jannik Zohrabian wird eine Fußball-Pause einlegen. Ersatz haben die Oldenburger allerdings schon gefunden. Thilo Pöpken kommt vom VfB Oldenburg (das Sonntagsblatt berichtete exklusiv).
Überhaupt nimmt der Kader bereits Gestalt an, und auch dabei bleiben sich die Entscheider durchaus treu und setzen auf „Jugend forscht“. Mit Simon und Moritz Brinkmann werden zwei Talente aus der eigenen U19 in den Kader genommen, aus der U19 des JFV Nordwest kommt Alex Chiarodia zum VfL und vom JFV Emsland wechselt Julian Dwertmann zum derzeitigen Oberliga-Dritten.
An dieser Platzierung dürfte sich übrigens nichts mehr ändern, geht es nach Detlef Blancke, der sich klar für einen Abbruch der Saison ausspricht.


 

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