Vorfreude auf ein besonderes Turnier

Von Torben Rosenbohm

Karsten Tadda spielt seit 2017 bei den EWE Baskets. Mit Bamberg wurde er fünfmal Deutscher Meister. BILD: ROSENBOHM

Das gab es noch nie: Die Saison in der Basketball-Bundesliga endet mit einem Turnier an einem zentralen Spielort. Karsten Tadda von den EWE Baskets spricht im Interview über seine Gefühlslage und die sportliche Perspektive.

Herr Tadda, was war Ihr erster Gedanke, als die Saison unterbrochen wurde?
Ich musste einmal tief durchatmen und dachte: Wie geht es jetzt weiter? Man konnte ja nur abwarten, wie die Entscheidungen ausfallen. Daher habe ich sehr auf das erste Meeting der Club-Verantwortlichen hingefiebert. In der Folge habe ich versucht, mich so gut es geht für eine Wiederaufnahme der Saison fitzuhalten.

Gab es einen Moment, in dem Sie nicht mehr mit einer Fortsetzung gerechnet haben?
Nein! Ich habe durchgehend gehofft, dass es weitergeht. Es hätte sich sehr komisch angefühlt, wenn die Saison einfach so beendet worden wäre. Und alle Beteiligten haben durchgehend Optimismus verbreitet.

Wie belastend ist die Situation in den letzten Wochen für Ihre Familie gewesen?
Das ist mental schon schwierig, keine Frage. Unser Sohn ist drei Jahre alt, geht normalerweise gerne in den Kindergarten und kann sich dort austoben. In den vergangenen Wochen haben wir uns jeden Morgen angeschaut und überlegt, wie wir den Tag nun gut ausfüllen. Wir hatten ja zum Glück fast durchgängig gutes Wetter, daher fiel das alles leichter angesichts der vielen Maßnahmen und Beschränkungen.

In der Vorbereitung auf das Turnier verbleiben Sie aktuell in häuslicher Quarantäne, ausgenommen ist das Training. In München kommen bis zu drei Wochen hinzu, weitgehend im Hotel und fern der Familie. Belastet Sie diese Aussicht?
Ich habe mir natürlich viele Gedanken gemacht und mich mit meiner Frau ausgetauscht. Sie steht voll dahinter und befürwortet das Turnier genau wie ich absolut. Ich habe keine Sorge, sie und meinen Sohn alleine zu lassen – das wird sie alles meistern.

Wie schätzen Sie die sportlichen Aussichten für die EWE Baskets ein?
Es ist schwer zu bewerten, wie die Vorbereitung bei den anderen läuft. Unser Vorteil ist, dass wir unseren Kader beisammengehalten haben. Im Detail müssen wir uns natürlich erst wieder aufeinander einstellen. Das Turnier bietet das Potenzial für Überraschungen und wir müssen alles tun, den Start nicht zu verschlafen.

Ist der sportliche Wert eingeschränkt? Immerhin sind sieben Mannschaften gar nicht mehr dabei.
Das ist zugegebenermaßen schwer zu bewerten, und natürlich werden viele ihre „Corona-Meister“-Scherze machen. Aber es besteht kein Grund, das kleinzureden – es ist doch schon eine coole Sache, so ein Turnier zu gewinnen.

Die Atmosphäre dürfte ohne Zuschauer aber eine besondere sein, oder?
Ich habe nicht verfolgt, wie es bislang in der Fußball-Bundesliga gelaufen ist. Klar geht ein wenig Flair verloren, aber beim Basketball passiert doch in jeder Sekunde etwas auf dem Platz, daher glaube ich schon, dass man sich die Spiele gut wird anschauen können.


 

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