Friesland

Corona-Zahlen in Friesland anhaltend niedrig

geschrieben von Michael Tietz

Im Impfzentrum in Roffhausen werden ab dem 15. Februar die ersten Spritzen mit dem Impfserum gegen Covid19 aufgezogen. Symbolfoto

FRIESLAND. Mit Blick auf die Coronazahlen der vergangenen Tage kann der Landkreis Friesland sich rühmen, sozusagen als „grüne Zone“ zu gelten. Der Inzidenzwert, also die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage bezogen auf 100.000 Einwohner, liegt seit gut einer Woche bei einem Wert zwischen 20 und 25 – und damit deutlich unterhalb aller Grenzwerte, die bislang definiert worden sind. Bekanntlich war es das Ziel aller Maßnahmen, den Inzidenzwert bundesweit auf unter 50 zu drücken.

Von Freitag letzter Woche bis zum Donnerstag wurden in Friesland insgesamt 26 neue Infektionen gemeldet, da der Landkreis knapp 99.000 Einwohner zählt, lässt sich diese Summe unter Vernachlässigung von Nachkommastellen als Inzidenzwert heranziehen.

Insgesamt waren mit Stand vom Donnerstagnachmittag 1.011 bestätigte Corona-Infektionen für Friesland gemeldet. 29 Menschen sind bislang kreisweit an oder mit eine Covid-Erkrankung gestorben, 941 infizierte Personen gelten als genesen. Somit sind derzeit 41 Menschen in Friesland „aktuell infiziert“, davon befinden sich 35 in häuslicher Quarantäne, 6 in stationärer Behandlung im Krankenhaus. Lediglich 99 Personen waren als Verdachts- oder Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt, auch diese Zahl ist deutlich zurückgegangen – zeitweise waren mehr als 600 Menschen zeitgleich in Quarantäne.

Landesweit in „Top 5“

Niedersachsenweit gehört der Landkreis Friesland in diesen Tagen zu den „Top 5“ bei den Inzidenzzahlen, der Durchschnittswert im Land lag am Donnerstag bei gut 65. Auch bundesweit steht der Kreis durchaus gut da: Mit einer Gesamtinzidenz von 1021, also der Summe aller Erkrankungen umgerechnet auf 100.000 Einwohner, lag Friesland laut einer Aufstellung der Zeitung „DIE ZEIT“ am Donnerstag auf Platz 12 von insgesamt 401 Landkreisen.



Nun sind diese Zahlen stets nur einen Momentaufnahme, das hatte auch Landrat Sven Ambrosy immer wieder betont. Es lasse sich daraus keineswegs ableiten, dass die Pandemie in Friesland überstanden sei.

Sorge bereiten bekanntlich die Virus-Mutationen, etwa die Variante B 117, die als deutlich stärker ansteckend gilt als der Urtypus. Und eben diese Mutation ist in dieser Woche auch bei einer Person in Friesland nachgewiesen worden, die zuvor aus einem Risikogebiet eingereist war. Es habe sich um eine Reise aus beruflichen Gründen gehandelt, teilte der Landkreis am Dienstag mit. In dem Wissen, aus einem Risikogebiet zu kommen, habe sich die betroffene Person direkt in Quarantäne begeben. Die Ansteckung ist außerhalb des Landkreises erfolgt.



Wie fragil auch ein stabil anmutendes Infektionsgeschehen ist, zeigt ein Blick in den Nachbarkreis Wesermarsch, denn dort ist das Bild gegenwärtig ein anderes: Am Mittwoch wurden vom Gesundheitsamt für die Wesermarsch insgesamt 366 „derzeit Infizierte“ gemeldet, das waren fast zehnmal so viele wie in Friesland. Insgesamt gab es kreisweit bis zum Donnerstag 1.651 nachgewiesene Infektionen, zudem 51 Todesfälle. Der 7-Tage-Inzidenzwert lag bei rund 165.

Am Mittwoch ist in Friesland eine weitere Impfstofflieferung angekommen. Wie zuvor angekündigt, sind rund 1.100 Impfdosen des Serums von Biontech und zusätzlich 400 Impfdosen von Astra-Zeneca zugewiesen worden, jeweils für erste Impfungen. Damit konnten die Impfungen in den verbliebenen drei Pflegeeinrichtungen abgeschlossen werden. Zudem wurden Personen im Alter von über 80 Jahren auf der Insel Wangerooge immunisiert. Neben den „neuen“ gelieferten Dosen für die Erstimpfungen sind am Mittwoch außerdem rund 1.100 Dosen für anstehende Zweit-impfungen in insgesamt zehn Pflegeeinrichtungen angekommen. Damit sind inzwischen bereits bei 18 Alten- und Pflegeheimem beide Impfdosen an die Bewohner und Beschäftigte verabreicht worden.

Am kommenden Montag, 15. Februar, wird dann auch das Impfzentrum in Roffhausen den Betrieb aufnehmen. Hier werden dann die ersten Über-80-Jährigen eine Impfdosis erhalten, die bereits vom Land einen Termin zugeteilt bekommen haben.

Darüber hinaus werden in Friesland nun vorrangig Beschäftigte der ambulanten Pflegedienste geimpft – die in diesem Zuge berechtigten Personen werden direkt vom Landkreis informiert, sie benötigen keinen Termin vom Impfportal des Landes.

Für alle übrigen Impfberechtigten – bis auf weiteres sind das nur Menschen im Alter ab 80 Jahren – gilt unverändert: Termine zur Corona-Impfung gibt es ausschließlich vom Land unter der Telefon-Hotline Tel. 0800/9988665 oder via Online-Anmeldung unter www.impfportal-niedersachsen.de.

4500 Impfdosen bis Ende März angekündigt

Bis Ende des ersten Quartals, so zeichnet sich ab, wird die Anlieferung weiterer Impfdosen nach Friesland kaum an Fahrt aufnehmen: Nach der Lieferung von dieser Woche sollen noch an vier weiteren Terminen bis Ende März jeweils 1.100 Biontech-Dosen ankommen, plus einmalig 100 Impfdosen von Astra-Zeneca.


Wer sich vorab ein Bild von den Räumen und den Abläufen im Friesland-Impfzentrum machen will, kann das online tun: Der Landkreis Friesland hat eine Informationsseite im Internet zu seinem Impfzentrum gestaltet, auf der anschaulich der gesamte Ablauf des Impfprozederes gezeigt wird.

Darauf finden Bürgerinnen und Bürger unter anderem eine Bildergalerie, die den Weg durch das Impfzentrum beschreibt, eine Anfahrtsbeschreibung sowie Antworten zu häufig gestellten Fragen. Die Seite wird regelmäßig aktualisiert.

Die Informationen sind unter www.friesland.de/impfzentrum zu finden.

 

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