Friesland

Fünf Millionen für Ausbau der Grundschulen

geschrieben von Michael Tietz

Das stattliche Hauptgebäude wurde anno 1805 im Auftrag des Grafen Bentinck erbaut: An der Hafenschule gibt es laut Schulentwicklungsplanung den größten Ausbaubedarf, um die Schule fit zu machen für den gesetzlich vorgesehenen Ganztagsbetrieb ab 2026. Foto: Michael Tietz

An fast allen Standorten zu wenig Räume – 5 Millionen Euro eingeplant



Varel.
Erheblich investieren muss die Stadt Varel in den kommenden Jahren in die Grundschulen, um alle Standorte fit für den Ganztagesbetrieb ab Sommer 2026 zu machen. Im vergangenen Herbst war vom Bund beschlossen worden, dass Familien schrittweise einen Rechtsanspruch auf Betreuung der Grundschulkinder für bis zu acht Stunden an allen fünf Werktagen haben sollen.

Eine Schule ist fertig

An einigen der Vareler Schulen gibt es bereits Ganztagsangebote, allerdings sind diese zumeist nur an drei Wochentagen und für maximal sieben Zeitstunden angeboten.

Im vergangenen Jahr war vor dem Hintergrund der neuen gesetzlichen Regelung bereits die Grundschule am Schloßplatz um- und ausgebaut worden, unter anderem wurde dort eine neue Mensa geschaffen. Die Stadt konnte dafür eine erhebliche finanzielle Förderung des Bundes in Anspruch nehmen.

Wie es an den anderen Schulen um die gegenwärtige räumliche Situation bestellt ist, wie sich die Schülerzahlen entwickeln werden und in welcher Reihenfolge weitere Ausbaumaßnahmen in Angriff genommen werden könnten, für diese Fragen dient nun eine neue Schulentwicklungsplanung der Stadt als Grundlage. Der Plan ist Anfang April im Schulausschuss vorgestellt und unlängst vom Stadtrat beschlossen worden. Die Planung betrachtet den Zeitraum bis 2027 und nimmt alle sechs Grundschulen in den Blick.

„Wir haben die Schule am Schloßplatz im Schweinsgalopp ausgebaut“, sagte Christian Nicklas von der Verwaltung bei der Vorstellung der Planung, „mit dem Konzept wollen wir in die Lage kommen, künftig mit mehr Vorlauf loslegen zu können.“ Der Bedarf an Räumen sei jeweils vor Ort mit den SchulleiterInnen besprochen worden. „Grundlage ist die Entwicklung der Schülerzahlen, dann wurde mit Blick auf die einzelnen Schulen eine Priorisierung vorgenommen. Es ist aber nur eine Handlungsempfehlung, beschlossen werden müssen alle konkreten Maßnahmen dann jeweils einzeln“, erklärte Nicklas im Schulausschuss.

Hafenschule hat zehn Räume zu wenig

Eine insgesamt erfreuliche Entwicklung für die Stadt ist die Tatsache, dass die Zahl der Einwohner in den vergangenen Jahren leicht gestiegen ist, die Schülerzahlen sind somit stabil und haben sich zuletzt bei rund 830 bis 880 Grundschulkindern eingependelt.

Den größten Ausbaubedarf gibt es an der Hafenschule. Nach einer Übersicht gibt es hier Bedarf an etwa zehn zusätzlichen Räumen gegenüber dem Status quo. Auch in Büppel (sechs Räume), Langendamm (vier), Obenstrohe (sieben) sowie an der Osterstraße (fünf) sind nicht ausreichend Räume für den Ganztagsbetrieb vorhanden. Allein in der jüngst ausgebauten Schloßplatzschule fällt der Ist/Soll-Vergleich positiv aus. An der Hafenschule sowie in der Osterstraße gibt es zudem Defizite bei der barrierefreien Erschließung. Insgesamt zeige die Bestandsaufnahme einen „erheblichen Handlungsbedarf“, fasste Christian Nicklas aus Sicht der Verwaltung zusammen, mit der Planung für die Hafenschule soll demnach noch in diesem Jahr begonnen werden. Bürgermeister Gerd-Christian Wagner sagte, es gelte hier nun „vorauszudenken, um dann fertige Pläne in der Schublade zu haben“, auch mit Blick auf etwaige Förderprogramme.

Einschließlich der Planungskosten sind für den Ausbau der Grundschulen bereits fünf Millionen Euro in die Haushalte der kommenden Jahre eingeplant. Rund 700.000 Euro für dieses und weitere 4,3 Millionen Euro in den Folgejahren.

Aus den Fraktionen gab es Lob für die detaillierte Betrachtung aller Schulstandorte, die Entwicklungsplanung bilde eine gute Grundlage für das weitere Vorgehen. Regina Mattern-Karth (Grüne) erkundigte sich danach, inwieweit die Aufnahme von Kindern aus der Ukraine die Schülerzahl beeinflussen werde. Bislang sind nach Auskunft der Verwaltung etwa 20 Kinder auf alle sechs Schulen verteilt hinzugekommen. Wie viele es weiter werden, das sei nur zu spekulieren. Mattern-Karth, frühere Rektorin der Hafenschule, regte dazu die Bildung von Sprachlernklassen an, wie bereits 2015 geschehen.

Gesche Wittkowski (Zukunft Varel) regte an, angesichts der Investitionen, bei denen es unter anderem um neu zu schaffenden Mensen geht, stärker in Betracht zu ziehen, diese neuen Räume künftig auch für außerschulische Zwecke zu nutzen, um die Auslastung zu verbessern.

Im Fachausschuss wie auch im Stadtrat wurde die Schulentwicklungsplanung einstimmig beschlossen. An die Verwaltung erging damit der Auftrag, den Ausbau der Grundschulen nach der Handlungsempfehlung auf Grundlage des Entwicklungsplans in Angriff zu nehmen.

 

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