Friesland

Ein Markt, der keine Spuren hinterlässt

geschrieben von Thorsten Soltau

Die Klimagruppe Friesische Wehde hat in der Vergangenheit diverse Veranstaltungen zu den Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel veranstaltet. Dazu zählt auch die Plastik-Aktionswoche. Foto: Aiske Schimmelpenning

Zetel. Kann eine öffentliche Großveranstaltung so gestaltet werden, dass am Ende der notwendige Kehraus mitsamt Entsorgung des angefallenen Mülls entfällt? Wie lässt sich für einen Markt der CO2-Abdruck minimieren oder gar auf Null setzen? Der erste nachhaltige Markt in Zetel am Sonntag, 15. Mai, will unter Beweis stellen, dass es durchaus möglich ist, als Veranstaltung nach Ende keine Spuren zu hinterlassen. Unter dem Titel „Es geht auch ohne“ wird der Markt gänzlich ohne Müll und Plastik umgesetzt – unter anderem mit Einsatz eines Pfandsystems für Teller und Besteck.

Entwickelt wurde die Veranstaltung von der Klimagruppe Friesische Wehde. Eigentlich war der nachhaltige Markt bereits im September vergangenen Jahres als Abschluss der Plastik-Aktionswoche geplant – zeitgleich mit dem Kinderfest der Gemeinde Zetel. Dafür hatten sich die Klimagruppe und Gemeinde zusammengesetzt und überlegt, wo das ganze stattfinden könnte. Ausgewählt wurde am Ende der Platz rund um den Hankenhof. „Dann gingen jedoch die Infektionszahlen wieder hoch, und wir mussten den Markt in den Mai 2022 verschieben“, erklärt Aiske Schimmelpenning vom Organisationsteam.

Zu den weiteren Unterstützern gehört die Agenda Varel. Diese möchte in der kommenden Zeit verstärkt Projekte bürgerschaftlichen Engagements junger Menschen zwischen 14 und 29 Jahren fördern. „Der nachhaltige Markt wird mit LEADER-Mitteln finanziert“, erläutert Janita Budde-Frerichs von der Agenda Varel. Gerade einmal 10 Prozent der Kosten muss der Veranstalter, hier die Klimagruppe, selbst beitragen, die übrigen Kosten decken Gemeinde (20 Prozent) sowie EU-LEADER-Mittel (70 Prozent) ab.

Allerdings, so betonen die Organisatoren, sei es ohne die Hilfe von Privatleuten und Einrichtungen nicht möglich gewesen, ein solches Projekt zu stemmen. „Es ist echt stark, wie hilfsbereit sich alle gezeigt haben, die wir angefragt haben“, sagt Elfriede Geisendorff von der Klimagruppe mit Begeisterung in der Stimme. „Es war manchmal nur ein Anruf nötig, und dann hieß es schon: ,Kein Problem, kommt vorbei‘. Dafür können wir uns nur bei allen Unterstützern bedanken“, ergänzt Aiske Schimmelpenning.

Viele Vereine und Institutionen haben ihre Teilnahme für den Markt zugesagt. Musikalisch wird jeweils von 13.30 bis 14 Uhr sowie 15.45 bis 16.30 Uhr die Gruppe „Majanko“ aus Wilhelmshaven die Veranstaltung umrahmen. Die Besucher können sich an zahlreichen Ständen örtlicher und regionaler Vereine, Gruppen und Unternehmen unter anderem über Nachhaltigkeit, Tierschutz und Forstwirtschaft informieren.

Seitens der Gemeinde wird es außerdem einen Stand zum Thema nachhaltiges Bauen und Sanieren geben. Um die Verpflegung der Besucher kümmern sich verschiedene Ausschankbetriebe, Unverpacktläden und Fairhandelsanbieter, die mit frischen veganen und vegetarischen Gerichten zu familienfreundlichen Preisen aufwarten.

Kinder können malen und rätseln, außerdem gibt es einen Siebdruckstand, die IGS Zetel lädt außerdem ein, Bienenwachstücher herzustellen. Es wird einen Kleidertausch geben, Besucher sind daher auch eingeladen, aussortierte Kleidung mitzubringen.

Die Klimagruppe Friesische Wehde und die Agenda Varel werden mit einem eigenen Stand vertreten sein. „Dort wird es einen Kaffee- und Kuchenverkauf geben“, kündigt Elfriede Geisendorff an. Wer einen Kuchen für den Verkauf spenden möchte, kann sich direkt an die Klimagruppe wenden. Den Erlös daraus soll weiteren Aktionen, wie beispielsweise Vorträgen, zugutekommen.

Um auf Müll zu verzichten, gibt es ein eigens entwickeltes Pfandsystem: So werden Teller und Besteck gegen Pfand an eigens eingerichteten Tischen ausgegeben. Die Besucher können sich dann an den Ständen mit Speisen und Getränken versorgen lassen und hinterher das benutzte Geschirr wieder abgeben. Eigenes Geschirr und Besteck dürfen ebenfalls mitgenommen werden, dies kann vor Ort auch gereinigt werden.

„Ich hoffe einfach, dass der Markt zeigt, dass es anders geht und auch mal was ganz anderes ist, was in Zetel sonst geboten wird“, sagt Aiske Schimmelpenning.

„Wir hoffen, dass viele Besucher, von jung bis alt, den Weg zu uns finden, man locker ins Gespräch kommt und wir eine schöne gemeinsame Zeit miteinander verbringen“, hofft Elfriede Geisendorff.


Mehr Informationen zum 1. nachhaltigen Markt gibt es auf der Webseite der Klimagruppe unter:

https://t1p.de/91ato


Wer einen Kuchen spenden möchte, kann sich per E-Mail an das Organisationsteam wenden: klimagruppe-friesischewehde@web.de

 

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