Friesland

Lana ist das Vareler Neujahrsbaby

geschrieben von Michael Tietz

Elternglück am Neujahrsmorgen: Anita Oetken und Gerrit Zimmer aus Zetel freuen sich über die Geburt ihrer Tochter Lana. Bild: Sabine Wald, Friesland-Kliniken

Auch drittes Kind der Zeteler Familie wurde im St. Johannes-Hospital geboren.



Varel.
Das Jahr 2022 war erst gut sechs Stunden alt, als im St. Johannes-Hospital in Varel das erste Neujahrsbaby geboren wurde: Anita Oetken und Gerrit Zimmer aus Zetel konnten als glückliche Eltern am Neujahrsmorgen um 6.20 Uhr ihre Tochter Lana begrüßen. Auf 3.270 Gramm Gewicht und 50 Zentimeter Größe brachte es die kleine Friesin bei der Geburt. Zu Hause warteten bereits gespannt zwei große Schwestern, die auch beide in Varel geboren wurden.

834 Kinder im Jahr 2021

Das letzte Kind des Jahres 2021 war zuvor am Silvesternachmittag geboren worden. Im Jahr 2021 gab es in der Frauenklinik insgesamt 833 Geburten, darunter eine Zwillingsgeburt – insgesamt 834 Kinder wurden also im Vareler Hospital geboren, 413 Mädchen und 421 Jungen. Rund 70 Prozent der Kinder kamen auf natürlichem Wege, 30 Prozent mit einem Kaiserschnitt zur Welt. Bei etwa zwei Prozent der Geburten war nach Angaben der Friesland-Kliniken ein wenig Unterstützung durch eine Saugglocke erforderlich, in 22 Prozent der Fälle wurde in Abstimmung mit den Müttern die Geburt eingeleitet. 16 Kinder sind im vergangenen Jahr in den ersten 24 Stunden nach der Geburt zur Mitbetreuung in eine benachbarte Kinderklinik verlegt worden.

In der Geburtsklinik Varel werden Entbindungen ohne zu erwartende Komplikationen ab 36+0 Schwangerschaftswochen betreut. Bei gleichbleibender Anzahl von Spontangeburten sei die Anzahl der Kaiserschnitte um 44 zurückgegangen. Möglich wurde das durch eine individuelle Risikoauswahl und Beratung anhand der aktuell gültigen Leitlinien und Empfehlungen für Mutter und Kind.

Selbstverständlich aber sei das Team der Geburtsklinik um Chefarzt Dr. Christoph Reiche immer in der Lage, auch in plötzlich einsetzenden Krisensituationen rasch und kompetent zu handeln.

Dr. Reiche ist eine wohnortnahe Geburtshilfe besonders wichtig. Die individuelle Betreuung im Kreißsaal von erfahrenen Hebammen wird von den werdenden Müttern sehr geschätzt. Im Stillzimmer erfahren die Frauen Unterstützung durch ausgebildete Stillberaterinnen. Kinderkrankenschwestern geben Tipps im Umgang mit den Neugeborenen. Abgerundet wird die Versorgung durch fürsorgliche Pflegekräfte.

Praxis für Hebammen-
Studentinnen der Uni OL


Das Einzugsgebiet reicht inzwischen weit über die Grenzen des Versorgungsauftrages für Friesland und die Wesermarsch hinaus. In den vergangenen Jahren waren immer mehr Kreißsäle in der Region geschlossen worden, etwa in Nordenham und Wittmund. Die Zahl der Entbindungen in Varel hatte daraufhin stetig zugenommen.

Positiv wertet Dr. Christoph Reiche die Lehrbeteiligung der Frauenklinik am Hebammenstudium. Zwei Studentinnen der Universität Oldenburg lernen in Varel ihr praktisches Handwerkszeug. „Diesen Lehrauftrag haben wir sehr gerne übernommen. Gleichzeitig haben wir das zum Anlass genommen, unser tägliches Handeln noch einmal sehr sorgfältig zu prüfen. Unser Engagement ist ein Gewinn für beide Seiten. Inzwischen sind die Hebammenstudentinnen fest integriert. Dank unseres hoch motivierten Teams, sind wir für die kommenden Aufgaben sehr gut vorbereitet“, so der Chefarzt.

Am Dienstag, 4. Januar, wurde in der Vareler Geburtsklinik bereits das 10. Neugeborene dieses Jahres erwartet.



Hintergrund: Neue Risiko-Richtlinie
führte zu weniger Geburten in Varel


Die Zahl der Geburten im Vareler Krankenhaus ist anno 2021 mit 834 Kindern leicht zurückgegangen, zum Vorjahr um rund sechs Prozent. Das liegt nach Auskunft von Klinik-Sprecherin Ute Kopperschmidt an neuen Leitlinien, die seit 2021 für die Geburtshilfe gelten. Danach müssen Frauen, bei denen die Geburt mit einem bestimmten Risiko behaftet sein könnte, an ein Perinatalzentrum verwiesen werden, sprich an eine Geburtsstation mit angeschlossener Kinderklinik. Eine solche gibt es in Varel nicht.

Im vorvergangenen Jahr 2020 waren im St. Johannes-Hospital 888 Kinder zur Welt gekommen, 437 Mädchen und 451 Jungen. Dreimal hatte es Zwillingsgeburten gegeben. Knapp zwei Drittel der Kinder wurden dabei auf natürlichem Wege geboren, der Anteil ist im vergangenen Jahr auf gut 70 Prozent gestiegen – auch das eine Folge der besagten neuen Leitlinien.

Im Jahr 2019 waren es 896 Kinder (zweimal Zwillinge), 426 Mädchen und 470 Jungen.

Im Mittel sind die Geburtenzahlen im Vareler Hospital mit 60 bis 70 Geburten je Monat weitgehend gleich verteilt. „Ausreißer“ waren im vergangenen Jahr der Februar mit 84 und der Juli mit 94 Entbindungen. Die niedrigste Zahl gab es im November mit 55.

Bundesweit hat es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres etwas mehr Geburten gegeben als im selben Vorjahreszeitraum. Zahlen für das gesamte Jahr 2021 liegen noch nicht vor. Von Januar bis August sind demnach in Deutschland nach vorläufigen Angaben rund 524.000 Kinder zur Welt gekommen. Ein Plus zum Vorjahreszeitraum von 1,3 Prozent.

 

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