Friesland

Am Alten Speicher sollen 35 Wohnungen entstehen

geschrieben von Michael Tietz

Das Gelände rund um den einstigen Foto: Michael Tietz

VAREL Seit knapp einem Jahr ist der Futterspezi-Heimtiermarkt im Vareler Zentrum geschlossen, das verlassene Gelände mit dem abgesperrten Parkplatz zwischen Obernstraße und Am Pfarrgarten gibt ein trauriges Bild ab. Damit könnte aber bald Schluss sein: Am Dienstag hat der neue Eigentümer die Pläne für die künftige Nutzung des Geländes vorgestellt.

Danach soll auf dem Gelände ein neues Wohnquartier entstehen, insgesamt 35 neue Wohnungen könnten entstehen, dabei soll auch der historische Speicher, in dem sich gegenwärtig zwei Wohnungen befinden, saniert und einbezogen werden. „Wohnen am Alten Speicher“ ist das Projekt auch überschrieben, dass die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes sowie den Neubau von drei weiteren Häusern vorsieht. Der vorhandene Markt soll abgerissen werden, mitsamt dem Haus an der Obernstraße.

Ingenieur Mark Blanché, Gesellschafter der Firma B&B Immobilien aus Rastede, präsentierte das Konzept den Mitgliedern des Planungsausschusses. Bereits vor mehr als einem Jahr hatte das Rasteder Unternehmen das Grundstück Obernstraße 21 und 21a von Futterspezi-Inhaber Michael Kern gekauft und Überlegungen zur künftigen Nutzung angestellt. „Nach ausführlicher Sondierung sind wir dann zu dem Entschluss gekommen, dass eine Sanierung der Gebäude rund um den früheren Markt nicht in Frage kommt und eine neue Nutzung in Betracht gezogen, mit der auch der denkmalgeschützte Speicher wieder sinnvoll genutzt werden könnte“, erklärte Mark Blanché. Der markante Klinkerbau wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet und diente den Handelsbetrieben an der Obernstraße als Lagerhaus.


Vier Häuser,
neun Millionen Euro


Im vergangenen November haben die Investoren bei der Stadt ein erstes Konzept vorgestellt, inzwischen sei diese Planungsidee weiter ausgearbeitet worden, somit könne nun ein konkreter städtebaulicher Entwurf vorgestellt werden.

Ansatz sei es dabei, keinen „futuristischen Neubau“ in die vorhandene Struktur zu bauen, sondern das Umfeld berücksichtigen. „In Varel ist das besonders wichtig mit viel alter Gebäudestruktur“, so der Investor, man wolle einen „Dialog zwischen Alt und Neu“ herstellen. So soll direkt an der Obernstraße ein Neubau entstehen, der in den Ausmaßen etwa dem jetzigen Bestand entspricht, aber zunächst kein Ladengeschäft mehr vorsieht. „Sollten allerdingst Interessenten mit dem Wunsch auf uns zukommen, hier ein Geschäft oder eine Dienstleistung einzurichten, wäre das sicher möglich“, sagte Mark Blanché im Gespräch mit dem Friebo.

In Längsausrichtung soll ein längliches Haus neu errichtet werden, wo derzeit das Marktgebäude steht, der größte Komplex soll in L-Form auf dem jetzigen Parkplatz bzw. der Grünfläche entstehen. „Dabei sehen wir noch einige Aufgaben, etwa was den Erhalt von Bäumen auf dem Grundstück betrifft, und die Einbindung des historischen Speichers“, erläuterte Blanché. Insgesamt hat das Vorhaben nach erster Kalkulation ein Investitionsvolumen von rund neun Millionen Euro.

Insgesamt sollen in den dann vier Gebäuden 35 Wohneinheiten entstehen. Fünf im Speicher – je zwei in den beiden Vollgeschossen, eine im Dachgeschoss –, sechs im Haus an der Obernstraße, acht im hinteren Block und 16 im L-Gebäude.

Für diese 35 Wohnungen sind dann auch gut 50 Autostellplätze einzuplanen – die sollen unter Tage geschaffen werden, in einer Tiefgarage unterhalb des geplanten Ensembles. „Das ist auch städtebaulich von Vorteil, wenn die geparkten Fahrzeuge aus dem Stadtbild verschwinden“, so der Ingenieur. Die Zufahrt zur Tiefgarage soll genau dort an die Straße „Am Pfarrgarten“ anschließen, wo es jetzt auf den asphaltierten Parkplatz geht. Auch der Durchgang zur Obernstraße mit Zufahrt hinter dem Sonnenstudio bleiben erhalten. Zudem soll auch der Durchgang zwischen den neuen Häusern möglich sein, so komme der alte Speicher künftig auch stärker zur Geltung.

Was Größe und Beschaffenheit der vorgesehenen Wohneinheiten betrifft, sei eine „breite Struktur“ geplant, erläuterte Mark Blanché. Familien sollen hier ebenso ein Zuhause finden wie Paare und Singles, für viele Wohnungen sind zudem Balkone und Terrassen vorgesehen. „Wir versuchen außerdem, eine Art Innenhof mit einigen begrünten Bereichen zu schaffen“, so der Investor, die Detailplanung werde diesbezüglich aber noch erfolgen.

Im Ausschuss stieß die Präsentation auf Wohlwollen, einstimmig votierten die Mitglieder für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans, der den baurechtlichen Rahmen für das vorgestellte Konzept schaffen soll.

Wenn die Bauleitplanung abgeschlossen ist, soll möglichst noch vor dem nächsten Winter mit den Abbrucharbeiten begonnen werden. Im Frühjahr 2022, so hofft Mark Blanché, könnte dann mit den Arbeiten im Untergeschoss, also für die Tiefgarage, begonnen werden.

 

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