Friesland

Trinkwasser wird im nächsten Jahr wohl teurer

geschrieben von Michael Tietz

Ein Haushalt mit vier Personen müsste, wenn die vorgeschlagene Erhöhung umgesetzt wird, im nächsten Jahr etwa einen Euro mehr pro Monat für Trinkwasser zahlen. Symbolfoto

Versorger wollen Erhöhung der Entnahmegebühr an Verbraucher weitergeben.


Varel/Brake.
Der Preis für Trinkwasser soll im Versorgungsgebiet des Vareler Wasserwerks zum Jahreswechsel erhöht werden – das wird zumindest in der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Betriebsausschuss des städtischen Wasserwerks der Stadt Varel vorgeschlagen. Danach soll der Arbeitspreis für Wasser aus dem Werk an der Oldenburger Straße, das von der EWE im Auftrag der Stadt betrieben wird, von derzeit netto 1,10 Euro auf 1,18 Euro je Kubikmeter steigen. Bei einem Jahresverbrauch von 160 Kubikmetern, das entspricht in etwa dem Wasserbedarf eines Vierpersonen-Haushalts, käme dabei eine Erhöhung um rund 12,80 Euro heraus, das entspricht einer Steigerung von 5,5 Prozent.

Hintergrund ist die vom Land beabsichtigte Erhöhung der Wasserentnahmegebühr für die Versorgungsunternehmen: Im Maßnahmenpaket „Niedersächsischer Weg“ war zur Finanzierung einzelner Maßnahmen für den Gewässerschutz vorgeschlagen worden, die Einnahmen aus dieser Landesgebühr zu steigern, um dadurch etwa Ausgleichszahlungen an die Landwirtschaft für Bewirtschaftungsbeschränkungen in Gewässerrandstreifen zu leisten. Der „Niedersächsische Weg“ ist inzwischen beschlossen (wir berichteten), die Wasserentnahmegebühr wird also voraussichtlich zum 01.01.2021 verdoppelt werden. Für den Bereich der öffentlichen Wasserversorgung wird die Gebühr damit künftig 15 Cent je Kubikmeter betragen.

Für das Vareler Wasserwerk wird im kommenden Jahr mit einer Fördermenge von 774.000 Kubikmetern gerechnet. Die Erhöhung der Wasserentnahmegebühr würde dabei Mehrkosten von gut 58.000 Euro verursachen. Damit würde der Eigenbetrieb im kommenden Jahr ein Defizit einfahren, nachdem betriebswirtschaftlich gesehen schon in den vergangenen Jahren auf Kante genäht wurde: So verzichtete die Stadt bei einem schmalen Jahresgewinn des Eigenbetriebes weitestgehend auf die ihr eigentlich zustehende Konzessionsabgabe, die aber nur mit höherem Wasserpreis zu erzielen gewesen wäre, und der war politisch bislang nicht gewollt. Auch der für das kommende Jahr kalkulierte Jahresgewinn von 25.600 Euro lasse ohnehin kaum Spielraum für unerwartete Mehrausgaben: Daher sei es „zur Vermeidung eines deutlichen Jahresverlustes und zum Substanzerhalt“ notwendig, die aus der Erhöhung der Wasserentnahmegebühr resultierenden Mehrkosten über eine Preiserhöhung zu kompensieren, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss, der am kommenden Dienstag, 24. November, in der Weberei tagen soll.

So wird dem Gremium vorgeschlagen, die Erhöhung der Entnahmegebühr, aufgerundet auf acht Cent je Kubikmeter, auf den Arbeitspreis aufzuschlagen.
Es wird zugleich darauf hingewiesen, dass der Arbeitspreis zuletzt im Sommer 2003 angepasst worden ist, und zwar nach unten. Erhöht worden ist im Sommer 2018 zuletzt der Grundpreis um einen Euro je Monat.

Die Preisanpassung für die Vareler Trinkwasserkunden soll dabei unter den Vorbehalt gestellt werden, dass die von der Landesregierung angekündigte Erhöhung der Entnahmegebühr so umgesetzt wird. Es sei in dem Fall ferner davon auszugehen, dass auch andere Trinkwasserversorger eine Preisanpassung vornehmen werden, heißt es abschließend.


Der Wasserverband OOWV hatte bereits Anfang Oktober darauf hingewiesen, dass mit der Verdopplung der Entnahmegebühr „sehr wahrscheinlich“ eine Erhöhung des Wasserpreises im Verbandsgebiet einhergehen werde. "Die Landesregierung wird die Erhöhung der Wasserentnahmegebühr umsetzen, der Beschluss über das Haushaltsbegleitgesetz folgt in Kürze. Eine Verdopplung dieser Gebühr können wir nicht anderweitig kompensieren. Deshalb werden wir der Verbandsversammlung vorschlagen, die geplante Erhöhung vollständig auf den Trinkwasserpreis umzulegen", teilte ein Verbandssprecher mit. Die OOWV-Verbandsversammlung als höchtes Organ soll am 10. Dezember über den Vorschlag der Geschäftsführung entscheiden.

 

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