15.000 Tonnen Holz von Brake in die USA verschifft

Artikel vom 01.08.2022

Ulrich Schlüter

Vor der Kontrolle der „Interlink Quality“ (von links): Wilko Sjudt, Karin Logemann und Christopher Hüllbrock. Bild: Ulrich Schlüter

Die Wasserschutzpolizei hat im Braker Hafen einen Massengutfrachter kontrolliert. Nachgefragt wurde, wie viel Ölschlamm das Schiff gelagert hat. Früher wurde der Schlamm ins Meer geleitet.

Die Nationalflagge der Marshallinseln weht im Braker Hafen: blauer Hintergrund mit einem leuchtenden Stern sowie einem weißen und einem orangenen Band. An der Pier liegt die „Interlink Quality“, Heimathafen Majuro. An Deck werden Wilko Sjudt und Christopher Hüllbrock von der Wasserschutzpolizei Brake von zwei Crewmitgliedern empfangen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann auf ihrer Tour „Karin will’s wissen“ begleitet die beiden Polizeibeamten.

Übereinkommen

Es ist eine Routinekontrolle. Wilko Sjudt und Christopher Hüllbrock wissen um die Details, die zu beachten sind. Diesmal geht es um die Einhaltung des MARPOL-Übereinkommens. Es handelt sich dabei um das Internationale Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe. „Wir wollen wissen, wie viel Ölschlamm an Bord gelagert ist“, sagt Christopher Hüllbrock. Wilko Sjudt fragt ein Crewmitglied nach dem Kapitän, den sie sprechen möchten. Man verständigt sich auf Englisch. Der erste Eindruck: Das Schiff ist gepflegt und in einem guten Zustand. Die Besatzungsmitglieder sind höflich, den an Bord gekommenen Gästen gegenüber begegnen sie zurückhaltend. Das Sagen an Bord hat der Kapitän. Er empfängt den Tross in seiner Kabine.

Mehrere Stockwerke über ein Treppenhaus mit schmalen Stufen geht es hinauf, dann stehen die Polizeibeamten vor Kapitän Manjur Islam, der sie förmlich begrüßt. Er sei seit viereinhalb Monaten an Bord, sagt er. In Brake werde er das Schiff verlasen und endlich seinen Urlaub antreten. Jetzt heißt es für ihn noch, die Beamten bei der Kontrolle zu unterstützen.

Ölschlamm abgegeben

Christopher Hüllbrock und Wilko Sjudt haben Checklisten dabei. Die beiden lassen sich die entsprechenden Ordner reichen, um die einzelnen Einträge, auf die es bei der Kontrolle ankommt, zu überprüfen. Die Crew ist gut vorbereitet, alle erforderlichen Unterlagen liegen bereit.

„Das Schiff hat neun Tanks, um Ölschlamm aufzunehmen“, sagt Christopher Hüllbrock. Anhand einer Risszeichnung und den Angaben sieht er, dass bis zu 74 Kubikmeter Ölschlamm gebunkert werden können. Je nach Schweröl-Verbrauch, etwa 21 Tonnen Treibstoff am Tag, fallen täglich bis zu 0,2 Tonnen an Ölschlamm an, der gesondert zu entsorgen ist.

Bis zum nächsten Hafen ist es von Brake aus für die „Interlink Quality“ noch ein weiter weg. Doch Christopher Hüllbrock entnimmt den Unterlagen, dass das Schiff im Hafen Chittagong am Golf von Bengalen bereits 37,5 Kubikmeter Ölschlamm abgegeben hat.

Unterlagen vorhanden

Gut eine Stunde lang wälzen die beiden Polizeibeamten die ihnen vorgelegten Unterlagen. Hin und wieder fragt Wilko Sjudt für den Schiffskontrollbeleg, der auszufüllen ist, noch Details ab. Die Zusammenarbeit mit der Besatzung ist von gegenseitigem Respekt geprägt, Unterlagen werden sofort gereicht. Es geht um Bunkerölhaftungsbescheinigung, Reedereihaftung, Schiffsbestzungszeugnis, um Funksicherheit und vor allem um Ölschlamm, Hausmüll, Abwasser und Schwefelgehalt im Abgas. Alles ist in Ordnung, wie die Abgleiche ergeben.

Der obligatorische Besuch auf der Brücke, ein Stockwerk über der Kapitänskabine, zeigt das gleiche Bild: Auf dem 2016 in China gebauten Bulk Carrier herrscht Ordnung. Dieser Eindruck verstärkt sich noch im Bauch des 180 Meter langen und 32 Meter breiten Schiffes. Die Maschinen sind gepflegt.

Holz für die USA

Die Besucher verabschieden sich vom Kapitän, wünschen ihm einen erholsamen Urlaub und der Crew alles Gute. Dann geht es die schmale Gangway hinab zurück auf die Pier.

Mit einer Geschwindigkeit von 12,1 Knoten, etwa 22 Kilometern in der Stunde, fährt die „Interlink Quality“ mittlerweile im Nordatlantik. Am 5. August soll der Massengutfrachter im Hafen von Wilmington in den USA festmachen. Das Schiff wird dort seine Ladung aus Brake, 15 000 Tonnen Holz, löschen.

Auf Christopher Hüllbrock und Wilko Sjudt wartet derweil im Braker Hafen das nächste Schiff.


 

Blaulicht-Ticker

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