Abschied für den „Mann der Taten“

Bürgermeister Carsten Seyfarth (rechts) verabschiedete Fred Memenga (Mitte) nach 35 Jahren Engagement gemeinsam mit Karl Jasbinschek, Dorette Wittje, Süntka Janßen und Denise Smith (von links). Zum Dank bekam er ein Bild mit einer historischen Nordenham-Ansicht überreicht.     BILD: THÜMLER

NORDENHAM – Nach 35 Jahren hat Fred Memenga den Vorsitz im Trägerverein des Arbeitslosenzentrums in Nordenham abgegeben. Am Dienstag wurde er verabschiedet. Aufgrund der Corona-Pandemie zwar in kleiner Runde, dafür aber mit vielen warmen Worten der Redner.
„Zu Beginn des Jahres konnte ich mir noch nicht vorstellen, dass du uns verlässt“, sagte Bürgermeister Carsten Seyfarth. „Du hast das Arbeitslosenzentrum geprägt, mitgestaltet, vorangetrieben und ihm ein Gesicht gegeben. Du hast große Fußstapfen hinterlassen.“

Mitte der Achtzigerjahre hatte Fred Memenga das Arbeitslosenzentrum mitgegründet, nachdem die Arbeitslosenquote in Nordenham auf 17 Prozent angestiegen war. 2004 hat er die Nordenhamer Tafel ins Leben gerufen, die mittlerweile vier Ausgabestellen in der Wesermarsch betreibt und damit über 1.000 bedürftige Familien unterstützt. Der 82-Jährige hat sich in den vergangenen Jahrzehnten, in denen er für das Arbeitslosenzentrum und die Tafel tätig war, vor allem für sozialen Frieden und Zusammenhalt eingesetzt. „Für Fred Memenga stand die Würde des Menschen immer an erster Stelle“, sagte Christoper Iven, Pfarrer der Nordenhamer Kirchengemeinde. „Egal ob arm oder reich, jeder wurde gleich behandelt.“ Das betonte auch Carsten Seyfarth: „Allen Bedürftigen, die zur Tafel kommen, begegnest du auf Augenhöhe.“

Maria Groß-Bölting, die zu Beginn des Jahres die Leitung des Arbeitslosenzentrums an Süntka Janßen abgegeben hat, beschrieb die 32-jährige Zusammenarbeit mit Fred Memenga als „immer vertrauensvoll und ehrlich“. Das gemeinsam Erreichte erfülle sie mit Stolz. Auch ihre Nachfolgerin sprach in den höchsten Tönen von dem 82-Jährigen. „Sie sind ein Mann der Taten“, sagte sie, „und Sie sind immer Mensch geblieben.“

Mit dem Abschied von Fred Memenga aus Alters- und Gesundheitsgründen endet eine Ära. Doch der Rentner geht noch nicht ganz. Er bleibt weiterhin Vorsitzender der Bürgerstiftung, der das Bürgerhaus an der Viktoriastraße gehört. In dem Gebäude sind das Arbeitslosenzentrum und die Tafel untergebracht. Die Nachfolge für den Vorsitz im Trägerverein des Arbeitslosenzentrums übernimmt Karl Jasbinschek, Pfarrer der katholischen St.-Willehad-Gemeinde. Und dieser weiß sehr genau, was die Übernahme des Amtes bedeutet: „Es ist für mich eine große Ehre in diese Fußstapfen zu treten“, sagte er.

Fred Memenga kann auf viele erfolgreiche Jahre in seiner Tätigkeit zurückblicken. „Ich hatte eine Menge Freude an der Arbeit und habe sie immer gerne gemacht“, sagte er ganz bescheiden.


 

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