Jede Hochzeit etwas Besonderes

Ab jetzt hat Gabi Damerius (rechts) das Heft in der Hand: Die scheidende Standesbeamtin Dörte Brunßen übergab ihr nun den Kalender mit den Terminen für das Jahr 2021.     BILD: ULLRICH

ELSFLETH – Rund 400 Paare hat Dörte Brunßen im Laufe ihrer Amtszeit im Standesamt Elsfleth getraut, erzählt sie. Zum Ende des Monats tritt sie den Ruhestand an. Ihre Arbeit im Standesamt wird sie vermissen. Doch sie freue sich auch darauf, mehr Zeit in ihrem Garten zu verbringen. Und darauf, gemeinsam mit ihrem Mann zu verreisen, wenn die Corona-Pandemie das wieder zulässt.

Dörte Brunßen war am 20. März 2009 als Standesbeamtin bestellt worden. Seit 1998 hatte sie in verschiedenen Fachbereichen bei der Stadt Elsfleth gearbeitet. Auch ihre Ausbildung hatte sie 1972 bei der Stadt Elsfleth absolviert.
Nach elf Jahren im Standesamt sei sie bei jeder Hochzeit noch immer gerührt. „Die Elsflether kennen das schon von mir“, sagt sie schmunzelnd. Denn jede Hochzeit sei anders und jedes Mal etwas Besonderes, sagt Dörte Brunßen.

Bei aller Freude kennt sie jedoch auch die Angst, dass einer der Brautleute während der Zeremonie „nein“ sagen könnte, sagt Dörte Brunßen. „Da überlegt man dann schon, ,was machst du dann?’“, sagt sie. Passiert sei ihr das aber noch nie. Einen Fall habe es aber gegeben, da hat das Paar 45 Minuten vor der Trauung angerufen, und die Hochzeit abgesagt, erinnert sie sich. Eine recht kurzfristige Absage hat es auch in diesem Jahr gegeben. „Einen Tag vor der Trauung rief der Bräutigam an und sagte, ,wir kommen morgen nicht, unser Baby kommt gerade’“, erzählt sie.
Das Corona-Jahr 2020 war natürlich auch für die scheidende Standesbeamtin außergewöhnlich. Trauungen auf Abstand, mit zunächst nur wenigen Gästen, im Lockdown nur noch mit dem Brautpaar und den Trauzeugen, das hatte auch Dörte Brunßen bisher nicht erlebt. Aber auch darauf hat sich die Standesbeamtin eingestellt. „Wir haben dann je einen Tisch für mich, das Brautpaar und die Trauzeugen aufgestellt. Und zur Unterschrift mussten alle nacheinander zum Stehtisch gehen“, sagt sie. Nur zwei Paare haben aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. 41 Hochzeiten fanden trotzdem statt.

Die letzte Trauung in diesem Jahr hat bereits Gabi Damerius als Urlaubsvertretung für Dörte Brunßen übernommen. Sie ist ihre Nachfolgerin. Sie sei schon ein bisschen aufgeregt gewesen, erzählt sie.
Gabi Damerius ist schon seit 30 Jahren bei der Stadt Elsfleth, hat ebenfalls ihre Ausbildung dort absolviert. Sie war im Bauamt und im Bereich Touristik tätig. Zuletzt hat sie im Fachbereich Finanzen im Personalamt gearbeitet, erzählt sie. Das Standesamt sei jetzt etwas ganz anderes. „Vorher habe ich mit Zahlen gearbeitet, jetzt mit den Menschen dahinter“, sagt sie.

Es sei eine schöne Aufgabe und sie freue sich darauf, eine neue Herausforderung zu beginnen. Bereits seit September hat sich Gabi Damerius eingearbeitet. Auch den erforderlichen Lehrgang, den sie als Standesbeamtin benötigt, hat sie erfolgreich absolviert. Schließlich müssen die Trauungen auch rechtsgültig sein. „Ich bin praktisch der Notar des Bürgers. die ganzen rechtlichen Bedingungen müssen stimmen“, erzählt sie. Auch bei der Namensführung oder wenn einer der Partner aus dem Ausland stammt, fügt Dörte Brunßen hinzu. So muss sich auch die Standesbeamtin auf jeden Fall individuell vorbereiten.


 

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