Beim Achter Deck können Urlauber und Einheimische die Seele baumeln lassen

Artikel vom 02.09.2022

Eyleen Thümler

Stefan und Silke Rößler betreiben seit 30 Jahren den Biergarten Achter Deck in Fedderwardersiel. Zum Team gehört auch Tochter Lara, die aktuell ein Auslandsjahr in den USA macht. Bild: Eyleen Thümler

Seit 30 Jahren gibt es das Achter Deck in Fedderwardersiel. Mittlerweile ist der Biergarten zu einer Institution geworden und für die Gäste vor allem eins: ein Platz zum Wohlfühlen.

Durch einen Zufall hat alles begonnen, heute kann man von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Die Rede ist vom Biergarten Achter Deck in Fedderwardersiel, den Stefan und Silke Rößler betreiben – und das nun schon seit 30 Jahren. Für viele Touristen ist es immer wieder ein Highlight, wenn sie an der kleinen Bude im Fedderwardersieler Hafen mit direktem Blick aufs Wasser ihr Getränk schlürfen. Und für Einheimische hat sich das Achter Deck längst zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt.

Unverhoffte Chance

Aber von vorne: Alles begann bei der Kutterregatta 1992. Einer der organisierten Bierwagen war noch unbesetzt. Da Stefan Rößler schon immer viel Spaß an der Arbeit hinterm Tresen hatte, bot er an, den Wagen für das Wochenende zu übernehmen. Der erste Abend an seinem Stand prophezeite allerdings alles andere als eine erfolgreiche gastronomische Zukunft. „Wir haben zwei Jägermeister verkauft. Am Ende des Tages hatten wir gerade einmal fünf Mark in der Kasse“, erinnert sich Stefan Rößler und lacht.

Nachdem der Andrang an der Bude an den restlichen Tagen der Veranstaltung aber deutlich zugenommen hatte, war schnell klar, dass das Ganze im darauffolgenden Jahr wiederholt werden soll – ursprünglich auch dann nur für ein Wochenende. Doch es kam anders: „Das Wetter war so gut, dass wir uns dazu entschlossen haben, den Bierwagen nicht am Sonntag der Kutterregatta abzubauen, sondern noch ein paar Wochen stehen zu bleiben“, erzählt der Gastronom. Nach einigen Jahren stand der Bierwagen dann erstmals den ganzen Sommer über im Fedderwardersieler Hafen – und tut es seitdem bis heute.

Bei jedem Wetter

Anfangs wurde nur an den Wochenenden oder nach Feierabend gearbeitet. „Wir hatten ja auch noch unsere Vollzeitjobs“, erzählt Ehefrau Silke, die nach einigen Jahren mit eingestiegen ist. Von 2004 bis 2014 haben die Rößlers dann hauptberuflich das Stadtcafé in Nordenham betrieben. Der Biergarten lief bis dahin immer nebenbei. „Als nach zehn Jahren der Pachtvertrag für das Stadtcafé ausgelaufen ist, haben wir uns dafür entschieden, uns von da an voll und ganz auf das Achter Deck zu konzentrieren“, sagt Stefan Rößler. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Bierwagen bereits zu einem beliebten Treffpunkt in Butjadingen entwickelt. Heute ist das Achter Deck täglich von Mitte März bis Anfang November geöffnet. Von vormittags bis zum späten Abend ist immer jemand vor Ort. Und das auch bei Schietwetter. „Wir schließen nur, wenn das Wetter katastrophal ist und sich wirklich keiner mehr raus traut“, sagt Silke Rößler.

Freundschaften entstanden

Mittlerweile kommen Urlauber aus ganz Deutschland nach Fedderwardersiel – und das teilweise sogar nur wegen den Rößlers. Die beiden berichten, dass viele sogar ihren Urlaub so legen, dass sie zum Saisonstart oder zum Saisonende dabei sein können. Auch zur Jubiläumsparty, die Anfang August stattfand, seien viele extra angereist. „Wir haben unglaublich viele Stammurlauber. Mit einigen sind mittlerweile echte Freundschaften entstanden“, berichtet Silke Rößler. Aber auch Einheimische und Leute aus den umliegenden Gemeinden kommen immer gerne auf einen Kaffee oder ein Feierabendbier vorbei. Doch was ist – neben dem tollen Ausblick – das besondere am Achter Deck? „Wir und unsere Gäste sind wie eine große Familie“, sagt Stefan Rößler, „hier kann jeder sein, wie er ist und sich einfach wohlfühlen. Während die einen mit Schlick an den Füßen vom Wattwandern kommen, haben die anderen gerade auf der Wega geheiratet und trinken ihr Bier anschließend in Anzug und Brautkleid.“

„BALLERMANN DES NORDENS“

Das Achter Deck in Fedderwardersiel ist unter anderem auch als „Ballermann des Nordens“ bekannt. Etabliert hat sich der Name Ende der 90er Jahre. Zwei Jahre hintereinander hat Stefan Rößler Ballermannpartys mit Mallorca-Hits und Sangria beim Achter Deck organisiert. Danach sei der Name entstanden und bis heute geblieben. „Man kann jeden Taxifahrer aus der Umgebung anrufen, beim Stichwort Ballermann wissen alle, wo sie hinmüssen“, erzählt Stefan Rößler.

Und sogar außerhalb Niedersachens gibt es Menschen, die den „Ballermann des Nordens“ kennen. Dazu hat Stefan Rößler eine amüsante Geschichte parat: Vor ein paar Jahren sei eine Gruppe junger Frauen aus Münster zum Achter Deck in Fedderwardersiel gekommen, die ursprünglich zum „Ballermann“ nach Mallorca reisen wollte. Passende Flüge seien allerdings restlos ausgebucht gewesen. Also musste eine Alternative her. „Der Mann im Reisebüro hatte den Frauen dann empfohlen, doch stattdessen zu uns, also zum „Ballermann des Nordens“, zu kommen“, erzählt Stefan Rößler. Gesagt, getan. Die Frauen hätten dann ein paar Tage lang beim Achter Deck gefeiert – und seien begeistert gewesen.


 

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