Anwohner gegen weitere Bebauung

Sie zeigen das Flugblatt mit den zahlreichen Einwänden gegen das neue Baugebiet (von rechts): Tanja Wagner, Jörn Fuhrken, Maren Haßelhorn und Marco Lübben.     BILD: LOHE

NORDENHAM – Mehr als 25 Hauseigentümer im Nordenhamer Wohnpark Tongern haben im September öffentlich ihr Unverständnis und ihre Ablehnung bezüglich eines Neubaugebietes im südwestlichen Anschluss an ihren Wohnpark deutlich gemacht. Jetzt legen sie nach, weil sie befürchten, dass die Stadt das Vorhaben der Gemeinnützigen Nordenhamer Siedlungsgesellschaft (GNSG) mit aller Macht durchdrücken wolle.

Einseitigkeit befürchtet

Die Anwohner wollen erfahren haben, dass die GNSG möglichst schon in diesem Sommer mit der Erschließung der 40 bis 45 Bauplätze beginnen will. Sie befürchten, so Sprecher Jörn Fuhrken, dass ihre im September geltend gemachten Einwände und Bedenken nicht genügend berücksichtigt werden.
Betroffen sehen sich vor allem Bewohner der Lise-Meitner-Straße, deren freie Sicht auf landwirtschaftliche Flächen mit der Bebauung der geplanten angrenzenden Siedlung versperrt wird. Sie behaupten, dass ihnen bei ihren Grundstückskäufen ein „Wohnpark am Grünen“ zugesagt worden sei und sehen sich nun getäuscht.

Als weitere Einwände führen sie ins Feld: Der Grundwasserspiegel sei bereits sehr hoch. Bei noch mehr Flächenversiegelung drohten Grundstücke abzusaufen. Schon jetzt seien bei einzelnen Gebäuden Schäden festzustellen.
Wenn auch noch der unweit entfernt liegende Butjadinger Zu- und Entwässerungskanal zur Vermeidung weiterer Versalzung von Sielen und Gräben infolge der geplanten Weservertiefung ausgebaut wird, werde der Grundwasserspiegel zusätzlich steigen.
Durch die enge Bebauung im Wohnpark Tongern fehle im Sommer Ausgleichs- und Kühlfläche. Keine andere Siedlung in Nordenham habe so wenig öffentliche Grünfläche. Mehr Abstand und Grünfläche zwischen den Wohngebieten sei nötig – mindestens 15 Meter.
In einem Flugblatt fordern die Anwohner auch: „Unsere Kinder sollen sicher spielen können.“ Im Falle eines Anschlussbaugebietes läge der Spielplatz „am zentralen Verkehrsknotenpunkt. Es braucht hier dann auch mehrere Verkehrsberuhigungen.“

Gefährlicher Schulweg

Der Schulweg würde dann an der Hauptverkehrsader Albert-Schweitzer-Straße und Rettungswache entlang führen. „Wir fordern einen Anschluss von der Sophie-Scholl-Straße zum Bahndamm-Mittelweg.“
Am Kindergarten an der Albert-Schweitzer-Straße werde sich das Verkehrsaufkommen ein weiteres Mal verdoppeln.
Mit Erschließung des zusätzlichen Baugebietes werde Lebensraum des Feldhasen bedroht. Zudem lebten hier zahlreiche Rehe und Wildenten.

Nach Ansicht der Anwohner im Wohnpark Tongern gibt es genug alternative Flächen, die im Sinne des Klimaschutzes, der Infrastruktur und der Verkehrssicherheit viel besser geeignet wären: das ehemalige Krankenhausgelände sowie die im Flächennutzungsplan vorgesehene Bebauung in Richtung Paracelsusstraße mit Anschluss an den Mittelweg. Das müsse nach wie vor Priorität haben.

Der Stadtrat müsse sich gemäß eigenem Beschluss an die Selbstverpflichtung zum Klimaschutz halten. Auch bei der Abwägung aller Einwände und Bedenken zum neuen Baugebiet südwestlich des Wohnparks Tongern müsse daher der Stadtrat die klimafreundlichere Alternative bevorzugen.


 

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