„Wir sind auf der Zielgeraden“

Der Vorstand der Centraltheater Brake e.G. informierte über den Fortschritt der Sanierungsarbeiten (von links): Hans-Karl Soeken, Herbert Grammel, Jens Frost, Norbert Ostendorf und  Jan Kuilert. Der Stoff für die Wandbespannung, der neu angefertigt werden musste, entspricht dem Originalmaterial. BILD ULRICH SCHLÜTER

BRAKE – Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer und Handwerksbetriebe aus Brake und der Region wäre dieses ambitionierte Projekt nicht umzusetzen gewesen. „Wir haben uns anfangs wenig Gedanken darüber gemacht, was auf uns zukommt“, sagte Jan Kuilert am Mittwoch. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen der Centraltheater Brake e.G., Norbert Ostendorf, Herbert Grammel, Hans-Karl Soeken und Jens Frost, wurde stolz das Ergebnis der monatelangen Sanierungsphase präsentiert: Das altehrwürdige Centraltheater Brake erstrahlt in einem neuen Glanz.

Es ist ein Anblick, der lange vermisst wurde und den man gerne sieht: prachtvolle Architektur und unvergleichliche Atmosphäre in einem Lichtspieltheater, in dem seit 1912 Filme gezeigt werden. Die Grundsanierung des Gebäudes ist nun fast abgeschlossen. Der große Saal des Central-theaters verfügt über 188 Sitzplätze, Plätze für Rollstuhlfahrer, über neueste Bild- und Tontechnik sowie über eine Theaterbühne, die vielfältige Möglichkeiten auch für Konzerte, Lesungen und andere Bühnenveranstaltungen bietet. Auf dem neusten Stand der Technik sind das Brandmeldesystem und die Belüftungsanlage sowie das Notfallsystem. Die Beleuchtung wurde auf LED-Technik umgestellt.

Dass alle Arbeiten – trotz der Corona-Pandemie – bislang relativ im Fluss waren, freut die Vorstandsmitglieder. „Wir sind auf der Zielgeraden“, merkte Norbert Ostendorf an. Neben dem ganz normalen Tagesgeschäft, als noch Filme gezeigt werden durften, half er bei den Arbeiten mit. Bewegende Momente für ihn waren im Dezember 2018, als der Bauwagen von Renken den Beginn der Sanierung ankündigte, das Öffnen des Fußbodens und die Sanierung des Dachstuhls.

Mehr als eine Million Euro wurde bislang investiert. Die Beantragung von Fördermitteln bei EU, Land, und Bund lag federführend bei Jens Frost, der sich durch das komplexe Regelwerk kämpfte. Er führte auch Gespräche mit der Baubehörde und den Firmen.

Den Charme des großen Saales mit den 48 Tischlampen wiederherzustellen, gelang Herbert Grammel, der aufpasste, dass die Sanierungskosten nicht aus dem Ruder liefen. Im Internet war er auf den Pensionär Wolfgang Seidel in Brandenburg gestoßen, der Lampenschirme herstellt und mit seiner Schwägerin in der Lage war, für Brake 55 originalgetreue Modelle herzustellen. Federführend in puncto Säulen und Wandbespannung war Hans-Karl Soeken, der auch ein System ausklügelte, um für Beleuchtung an den Tischen der Sitzreihen zu sorgen. Die nach seinen Ideen angelegten Kabelkanäle unter dem Fußboden können auch in späteren Zeiten genutzt werden.

Wann das Centraltheater wieder öffnet, ist ungewiss. „Wir können uns auf nichts vorbereiten“, sagte Norbert Ostendorf. Das Kino 2 könnte sofort wieder starten.


 

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