„E-Mails und Anrufe wurden teilweise nicht mal beantwortet“

Artikel vom 16.10.2021

Ulrich Schlüter

Bild:  Doris Metternich / Pixabay (Symbolbild)

Der Tierschutzverein Wesermarsch sollte sich in Brake um die Kastration von streunenden Katzen kümmern. Das habe der Verein nicht umfänglich getan, so die Stadt. Der Verein widerspricht

Sehr verwundert über die Aussagen im Braker Ausschuss für Sicherheit und Ordnung zu streunenden Katzen ist der Tierschutzverein Wesermarsch und widerspricht in wesentlichen Punkten. „Die Futterstelle am BBZ wurde bezuschusst. Die Stadt wusste von dieser Futterstelle.“ Der Tierschutzverein habe im September 2020 bei die Stadt um Zuschüsse gebeten, betonte Martina Neumann am Montag gegenüber unserer Redaktion. Sie ist seitens des Tierschutzvereins für die Arbeit mit den Kommunen zuständig.

Im Ausschuss am Donnerstagabend hatte Fachbereichsleiter Axel Grunwald betont, dass die Verwaltung keine Kenntnis von den angelegten Futterstellen hatte. Weil der Tierschutzverein dann nicht mehr gesprächsbereit gewesen sei, habe die Verwaltung selbst das Heft in die Hand genommen.

Drei Futterstellen

Martina Neumann zeichnete nun ein differenzierteres Bild. Die Stadtverwaltung selbst habe der Betreuerin der BBZ-Futterstelle einen Schlüssel ausgehändigt, damit diese einen Zugang zum Schwimmbadgelände hatte. Der Tierschutzverein bezuschusste nach ihren Worten drei Futterstellen. Eine am BBZ, eine am Friedhof (mit der Friedhofsleitung abgesprochen) und eine am Ölhafen. „Am Ölhafen wurde ein Gehege privat errichtet, in welchem die freilebenden Katzen aus Golzwarden unterkommen und weiter versorgt werden konnten, nachdem sie kastriert wurden.“ Die Futterstelle in Golzwarden werde von einer privaten Person geführt und stehe in keinem Zusammenhang zum Tierschutzverein.

Der Tierschutzverein hatte im August 2020 und im Juni 2021 eine Liste an die Stadt mit einer Auflistung der Tiere am BBZ und umzu geschickt. „Die Stadt wusste immer Bescheid, dass dort viele Tiere vor Ort waren. Unter anderem kam die Stadt im Juli 2020 auf den Tierschutzverein zu und bat um Hilfe“, sagte Martina Neumann. Im Juli 2021 sei der Stadt mitgeteilt worden, dass in Golzwarden nur noch etwa vier freilebende Tiere lebten. Am Friedhof gab es eine Kastrationsaktion, bei der acht Katzen kastriert wurden. Die Zahl sei seitdem konstant bei acht Katzen geblieben. Auch hierüber habe man die Stadt informiert. Im August 2020 wurden der Stadt etwa 50 Tiere beim BBZ gemeldet. Im Juli 2021 waren es noch etwa 32, davon waren 21 kastriert. „Der Rest wurde ebenfalls kastriert und vermittelt oder vom Tierschutzverein aufgenommen“, betonte sie.

Kosten zu hoch

Der Tierschutzverein suchte mehrmals das Gespräch mit der Stadt Brake. Denn es gab Handlungsbedarf. Bei einem Gespräch im Februar ging es aber lediglich um eine Verlegung der Futterstelle auf dem Schwimmbadgelände. „Es war nicht das Gespräch, um das der Tierschutzverein gebeten hatte“, so Martina Neumann weiter. In einem Gespräch am 3. September sei dann am Ende einfach nur die Zusammenarbeit beendet wurde. „Es gab kein Gespräch, in dem konkret Pläne gemacht wurden, Lösungen gesucht, Hilfsangebote gestellt wurden oder Ähnliches.“

Der Tierschutzverein und jeder engagierte Tierschützer haben laut Martina Neumann im Rahmen ihrer Kapazitäten alles versucht, die Populationen einzudämmen. Das habe der Stadt nicht ausgereicht, was leider nicht kommuniziert wurde. Gewünschte und gesuchte Gespräche vom Tierschutzverein seien verschoben worden. „Lösungen seitens des Tierschutzvereins waren gewünscht. Doch es gab keine Termine. E-Mails und Anrufe wurden teilweise nicht mal beantwortet“, merkte sie an. Der Tierschutzverein sei enttäuscht über die Zusammenarbeit mit der Stadt Brake und den Umgang mit den ehrenamtlichen Tierschützern.


 

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