Feuerwehr in der Vorreiterrolle

von Ulrich Schlüter

AUF DEM BREITHOF IN BERNE TRAFEN SICH ZUM GEDANKENAUSTAUSCH (VON LINKS) BÜRGERMEISTER HARTMUT SCHIERENSTEDT, GEMEINDEBRANDMEISTER KLAUS NIEKAMP, DIE SPD-LANDTAGSABGEORDNETE KARIN LOGEMANN UND DER NIEDERSÄCHSISCHE INNENMINISTER BORIS PISTORIUS. BILD: ULRICH ScHLÜTER 

Innenminister Boris Pistorius besucht Einsatzkräfte in Berne

Die Freiwillige Feuerwehr Berne ist Vorreiter in vielerlei Hinsicht. Das war sie schon im Jahr 1962 mit der Gründung der ersten Jugendfeuerwehr im Oldenburger Land und auch 2002 mit dem Feuerwehrkonzept, das in den Feuerwehrbedarfsplan 2006 mündete. „Die erste Gemeinde mit dem ersten Feuerwehrbedarfsplan im Oldenburger Land überhaupt“, wie Gemeindebrandmeister Klaus Niekamp beim Besuch des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius (SPD) in Berne ausführte. Man benötige keinen externen Gutachter, der einem für viel Geld sagen würde, was man ohnehin schon wisse.

Die Landtagsabgeordnete Karin Logemann (SPD) hatte zu dem offiziellen Ministerbesuch eingeladen. Was dann Klaus Niekamp und sein Stellvertreter Sven Bolte dem Innenminister vortrugen, war ein Bericht über ein großes ehrenamtliches Engagement der Gemeinde-Feuerwehren.

Aktiv sind die Feuerwehrleute auch bezüglich des Küstenschutzes. So wurden 2004 die Deichschutz-Seminare in Zusammenarbeit mit dem I. und II. Oldenburgischen Deichband aufgebaut.

Seit 2009 bietet diese Seminare das Niedersächsische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz am Standort Loy auch für Interessierte aus anderen Kommunen an. „Aktuell stellen wir zwei Gastdozenten“, so der Gemeindebrandmeister.

Neues Konzept

Auch beim Thema Schiffsbrandbekämpfung entwickeln die Berner Feuerwehrleute ein eigenes und richtungsweisendes Konzept – zusammen mit den Wehren in Lemwerder sowie den Werften Lürssen und Abeking und Rasmussen. „Wir kooperieren unter Führung der Lürssen-Werft“, sagte Sven Bolte.

Alarmierungen in den zurückliegenden Monaten haben den Feuerwehren deutlich gemacht, dass Einsätze auf den Werften „andere Inhalte haben“, wie es Sven Bolte formulierte. Es erfordere schon eine andere taktische Ausrichtung, einen Schiffsbrand zu bekämpfen, noch dazu auf einem Werftgelände.

Dementsprechend gebe es ein Ausbildungskonzept. Die erste Vorrunde der Ausbildung laufe, gegen Ende des Jahres sei man in der Umsetzung.

Schiffsbrände

Wegen der speziellen Herausforderungen auf einem Werftbetrieb wurde ein neues Löschwassergerät namens Cobra angeschafft. Bei der Schneidlöschtechnik wird dem Löschwasser unter hohem Druck ein Schneidmittel zugesetzt. Der Wasserstrahl kann so in kürzester Zeit durch Baumaterial schneiden. Dies ermöglicht eine sichere Brand- und Rauchgasbekämpfung von der Außenseite.

Weil die Öffnung sehr klein ist, dringt kein Sauerstoff zum Feuer vor. Damit ein Schiffsbrand möglichst schnell und effektiv bekämpft werden kann, sind die Wehren auch in Kontakt mit den Konstruktionsabteilungen auf den Werften. „Ein Austausch findet statt“, sagte Klaus Niekamp. Über die Lürssen-Werft konnte auch ein neues Löschfahrzeug angeschafft werden, das den Bernern als Ausbildungs- und Reservefahrzeug dient.

Arbeitsauftrag

Boris Pistorius zeigte sich von all den Aktivitäten beeindruckt. „Hut ab vor der Arbeit“, merkte er an.

Klaus Niekamp und Sven Bolte gaben ihm einige Arbeitsaufträge mit auf den Weg. „Wie können Finanzmittel, insbesondere für kleinere Gemeinden, nachhaltig gesichert werden“, sagte Klaus Niekamp. Die Tagesverfügbarkeit der ehrenamtlichen Feuerwehrleute zu sichern, ist den Wehren ein ebenso wichtiges Thema. Zudem sollten Feuerwehrleute, die Kinder- und Jugendwehren betreuen, wegen der Nachwuchsförderung freigestellt werden können.


 

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