Geschichtsträchtiges Wirtshaus steht zum Verkauf

Artikel vom 27.07.2022

Christoph Reiprich

Pächter Maximilian Best (links) und Mühlen-Eigentümer Dr. Asmus Erichsen pflegen eine gute Zusammenarbeit. Dennoch ist in dem geschichtsträchtigen Gebäude Ende September Schluss. Bild: Christoph Reiprich

Die Hahnenknooper Mühle steht zum Verkauf: Die Eigentümer bieten das Wirtshaus in der Gemeinde Stadland für 99.000 Euro an. Der derzeitige Pächter gibt wegen der steigenden Preise auf.

Steigende Energiekosten und die Anhebung des Mindestlohns führen dazu, dass Gastronomie-Betriebe ihre Mehrkosten auf die Gäste umlegen müssen. „Die Preise sind in den vergangenen Monaten explodiert“, sagt Maximilian Best. Er ist Pächter der Hahnenknooper Mühle und zieht nun die Notbremse. Für ihn ist Ende September Schluss in der Mühle. Die beiden Eigentümer Dr. Asmus Erichsen und Andreas („Charly“) Baumann bieten das geschichtsträchtige Gebäude zum Verkauf an.

Maximilian Best hat im März 2019 den Betrieb in der Hahnenknooper Mühle übernommen. Wie seine Vorgänger hat er wöchentlich ein Sonntagsfrühstück angeboten. Für 17,90 Euro durften sich die Besucher durch ein Büfett schlemmen. „Unsere Gäste haben uns auch während der Corona-Beschränkungen die Treue gehalten und vieles mitgemacht, zum Beispiel die 2G-plus–Regel“, sagt Maximilian Best. Von den beiden Eigentümern habe er viel Unterstützung erhalten. „Wir haben Hand in Hand zusammengearbeitet“, sagt Tierarzt Dr. Asmus Erichsen.

Angesichts der steigenden Kosten müsse er den Preis für das Frühstücksbüfett auf 20 bis 23 Euro anheben, sagt Maximilian Best. „Wer soll sich das noch leisten können? Kleine und mittlere Gehälter werden durch die steigenden Energiekosten ebenfalls belastet“, so der 26-Jährige aus Rastede.

Essen gehen werde zum Luxus, entsprechend rechnet der Gastronom mit sinkenden Besucherzahlen. „Dann lässt sich unser Konzept nicht mehr wirtschaftlich betreiben“, sagt er.

Suche nach Personal

Zudem gestalte sich die Suche nach Personal außerordentlich schwierig. Die Mitarbeiter sind allesamt Familienmitglieder. „Wenn mal jemand ausfällt, finden wir keinen Ersatz.“

Bis zum 30. September wird Maximilian Best die Mühle noch führen. „Dann ist Schluss“, sagt er. Auch Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und andere Events können danach nicht mehr in dem Gebäude stattfinden. Die Hahnenknooper Mühle war für Festlichkeiten aller Art eine sehr beliebte Lokalität. Dr. Asmus Erichsen hat Verständnis für die Entscheidung des Pächters. Er und seine Familie haben die Hahnenknooper Mühle selbst mehr als 20 Jahre lang geführt. Dann hatte das Ehepaar Bley übernommen, anschließend Anika Teske, ehe Familie Best, die damals noch parallel die Vareler Schleuse betrieb, die Mühle als zusätzliche Lokalität pachtete.

„Charly und ich haben uns 1995 für den Kauf entschieden, weil das damals leerstehende Gebäude unheimlich attraktiv ist und wir dort eine Kneipe installieren wollten“, sagt der Tierarzt. Zu Beginn gab es im 14-tägigen Rhythmus Kulturveranstaltungen. Die Mühle wurde zur Erfolgsgeschichte.

Kaufpreis: 99 000 Euro

Die scheint nun zu enden. „Das Konzept funktioniert nicht mehr. Die Gastronomie müsste hauptberuflich betrieben werden. Dann hätte die Hahnenknooper Mühle eine Chance“, meint Dr. Asmus Erichsen. Das könne aber weder er noch Charly Baumann leisten. Daher haben sich die Eigentümer dazu entschieden, das Gebäude zu verkaufen. Der Kaufpreis beträgt laut Annonce bei einem hiesigen Makler 99 000 Euro.


 

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