Glücksgefühle wie in den guten alten Zeiten

Artikel vom 20.05.2022

Jens Milde

Gerd Spiekermann (Mitte) gemeinsam mit befreundeten Werder-Fans vor dem Stadion
Bild: privat

Es war einer jener Werder-Momente, die in die Geschichte des Vereins eingehen: Viele Nordenhamer waren beim Aufstiegsfinale in Bremen dabei. Und einer staunte ganz besonders.

„Man muss dabei gewesen sein, das kann man sich sonst nicht vorstellen.“ Gerd Spiekermann ist Werder-Fan durch und durch. Wie viele Nordenhamer gehörte auch er zu den 41 000 Besuchern, die am Sonntag den letzten Akt im Bremer Aufstiegsdrama miterlebten. Es gab ein Happy End. Die Fußballer von der Weser sind wieder erstklassig. Und der 2:0-Sieg gegen Regensburg löste bei vielen Fans ähnliche Glücksgefühle aus wie das legendäre Double im Jahre 2004.

Optimistisch

„Ja, wir waren optimistisch“, erzählt Gerd Spiekermann am Montag, noch hörbar beseelt vom Erfolg der Werder-Mannschaft. Aber allzu oft hat der 63-Jährige erlebt, wie sich die Dinge dann doch noch anders entwickeln. Er denkt dabei an die vorangegangenen Heimspiele. „Die sind nicht gut gelaufen.“ Und die erste Halbzeit gegen Regensburg war auch nicht optimal. Das große Bibbern kam aber nicht mehr auf. „Nach dem Spiel sind sich wildfremde Menschen in die Arme gefallen. Natürlich haben wird anschließend noch ordentlich gefeiert.“

Auch Rolf Ahlers gehört zu den glücklichen Nordenhamern, die beim letzten Werder-Heimspiel der Saison im Stadion saßen. „Es war ein einmaliges Erlebnis“, berichtet der 67-Jährige. Er schwärmt von der „super Stimmung“ und reiht die Partie ebenfalls in die glorreichen Momente der Werder-Geschichte ein. Rolf Ahlers fühlte sich zwischenzeitlich an „die guten alten Zeiten“ erinnert. Den Platzsturm der Fans hat er sich von der Tribüne aus angeschaut. Später hat er noch die ausgelassene Stimmung der Grün-Weißen auf dem Sielwall im Bremer Viertel aufgesogen. „Ich wollte einfach den Moment genießen“, berichtet er.

Ordentlich gefeiert

Das hat auch Tim Conrady getan. „Schon vor dem Spiel haben wir ordentlich gefeiert. Anschließend erst recht.“ Seine Stimme ist noch etwas angeschlagen vom unermüdlichen Anfeuern. Der Nordenhamer ließ es sich auch nicht nehmen, den heiligen Rasen zu betreten, nachdem sich die Fan-Versammlung auf dem Platz so langsam aufgelöst hatte.

Wie muss sich das alles eigentlich für einen Siebenjährigen anfühlen, der noch nie zuvor in einem großen Fußballstadion war? Die Antwort: Gigantisch. Tim Meyer war mit seinem Sohn Yann in der Arena. Von allen Werder-Fans dürften die beiden die längste Anreise gehabt haben. Die Familie ist gerade erst von der Südsee-Insel Rarotonga für einen längeren Urlaub nach Nordenham gekommen. Auf ihrer Insel leben 10 000 Menschen, im Stadion waren viermal so viele.

Unvergesslich

Natürlich hat Tim Meyer den Besuch in der alten Heimat mit einem Abstecher zum Werder-Spiel verbunden. Für Vater und Sohn wurde es ein unvergesslicher Tag. „Es hätte nicht besser laufen können. Das Wetter war perfekt, die Stimmung im Stadion und drumherum war einfach nur fröhlich, friedlich und ausgelassen.“

Tim Meyer und sein Sohn durften sich das Spiel in einer Loge in der Nordgeraden anschauen. Die Karten für das Spiel hatten sie über den neuseeländischen Ex-Profi Wynton Rufer vom Werder-Sponsor Florian Wellmann bekommen. Tim Meyer freute sich, wie sein Sohn die Atmosphäre genoss und einfach nur hin und weg war. Zum Schluss bekam er noch ein Trikot geschenkt mit den Unterschriften der Aufstiegsmannschaft. „Wir sind nach dem Spiel einfach nur mit breitem Grinsen im Gesicht durchs Viertel zum Bahnhof gegangen.“


 

Blaulicht-Ticker

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