High-Tech-Zahnprothesen aus dem PC

von Jens Milde

DIE ZAHNTECHNIKERIN LAURA FIEDLER UND DIE ZAHNTECHNIKERMEISTERIN ANKE PAGELS FREUEN SICH, DASS IHNEN DIE FRÄSMASCHINE VIEL ARBEIT ABNIMMT. BILD: JENS MILDE

Nordenhamer Dentaltechnik-Labor Pagels investiert in die Zukunft

Anke Pagels hat eine neue „Mitarbeiterin eingestellt“. Sie heißt Dörte. Jedenfalls haben ihr die Kollegen diesen Namen verpasst. Anfangs waren alle noch etwas skeptisch. Das ist inzwischen vorbei. Anke Pagels ist begeistert von Dörte. Und auch die Kollegen schwärmen, dass es richtig Spaß macht, mit ihr zusammenzuarbeiten.

„Dörte“ klingt vielleicht etwas altbacken. Tatsächlich ist sie aber genau das Gegenteil. Es handelt sich um moderne Technik, genau genommen um ein CNC Fräsgerät, das auf den hundertstel Millimeter genau das herstellt, was Dentaltechniker normalerweise per Hand anfertigen.

Entlastung

Anke Pagels ist die Inhaberin im gleichnamigen Labor für Dentaltechnik am Nordenhamer Mittelweg. Hier werden Kronen, Brücken, Implantate und Therapieschienen angefertigt. Das war früher mit viel Handarbeit verbunden. Seit einigen Monaten übernimmt Dörte einen Großteil dieser Arbeit. Die Mitarbeiter werden dadurch nicht überflüssig. Aber sie werden entlastet. „Und wir können insgesamt unsere Kapazitäten erhöhen“, sagt die Zahntechnikermeisterin, die rund 100.000 Euro in die neue Technik investiert hat.

Nach wie vor arbeiten Zahntechniker mit den Abdrücken, die die Zahnärzte bei Patienten nehmen. Aus diesen Abdrücken werden Gipsmodelle gefertigt. Für die weiteren Arbeitsschritte nutzen die Zahntechniker Scanner, Computer und eben Dörte.

Ein Streifenlichtscanner erstellt ein virtuelles 3-D-Modell, das anschließend auf dem Computerbildschirm sichtbar wird. Hier können die Zahntechniker genau festlegen, was sie benötigen, zum Beispiel die Umrisse einer Therapie-Schiene. Solche Schienen benötigen Patienten, die übermäßig mit den Zähnen knirschen. Das Programm kann sogar Kaubewegungen simulieren. Die Daten werden zur Fräsmaschine geschickt, die aus einem Stück Metall, Kunststoff oder Keramik genau das herausfräst, was benötigt wird. Sogar den Bohrer, den Dörte dafür benötigt, sucht sie sich selbst aus.

Präzision

Vor allem von der Präzision ist Anke Pagels überzeugt. Hinzu kommt, dass Schrumpfungsprozesse entfallen, die bei der herkömmlichen Anfertigung von Zahnprothesen unvermeidbar sind. „Das Ergebnis ist homogener.“ Seit Oktober vergangenen Jahres arbeiten Anke Pagels und ihre Kollegen mit der neuen Technik. „Das ist ein großer Schritt in die Zukunft“, sagt die 43-Jährige. Bisher habe sie auch von den Zahnärzten viel positives Feedback bekommen.

Pagels Dentaltechnik bekommt seine Aufträge überwiegend von Zahnärzten aus der Wesermarsch. Insgesamt 15 Mitarbeiter beschäftigt Anke Pagels in ihrem Betrieb am Mittelweg, den sie 2015 von Rainer Schierloh übernommen hatte. Keiner von ihnen müsse sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen, weil Dörte jetzt mit zum Team gehört, betont die Chefin. Gänzlich verzichtbar ist die Handarbeit nämlich nach wie vor nicht.


 

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