Hund rettet an Baum gefesseltes Katzenbaby

Artikel vom 12.01.2023

Nicolas Reimer

Hund Tobi, ein Australian Shepherd, entdeckte das Katzenbaby. Auf dem Bild ist auch der Schnürsenkel zu erkennen, mit dem der Kater an den Baum gefesselt war. Bild: Privat

Entsetzen in Lemwerder: Ein Tierquäler hat ein Katzenbaby an einen Baum gefesselt – die Rechnung aber zum Glück ohne Tobi gemacht. Der Australian Shepherd erschnüffelte und rettete somit den Kater.

Gregor Maier (Name geändert) und sein Hund Tobi, ein fünf Monate alter Australian Shepherd, gehen diese Gassirunde in Lemwerder eher selten. Weil das Gras zu jenem Zeitpunkt aber ziemlich hoch ist und es der Vierbeiner liebt, über die Wiese zu pesen, sind beide mal wieder im Ritzenbütteler Sand unterwegs – Tobi darf dabei frei herumlaufen. Und genau dieser Umstand entpuppt sich als großer Glücksfall.

Die Entdeckung

Denn Tobi erschnüffelt auf seiner Erkundungstour die fürchterliche Tat eines Tierhassers, der ein Katzenbaby mit Schnürsenkeln an einen Baum gefesselt hat. „Tobi war ganz aufgeregt, er kannte bis zu diesem Zeitpunkt ja keine Katzen. Und dann hörte auch ich das Maunzen“, schildert Maier die Momente an diesem Vormittag. Seinen Angaben zufolge war der kleine Kater völlig ausgehungert und unterkühlt.

Die Rettung des Katers habe sich allerdings kompliziert gestaltet, denn der unbekannte Täter hatte es offenbar darauf angelegt, den Kater zu quälen: Die Schnürsenkel seien fest verknotet, gleichzeitig aber so locker um Hals und Brust gebunden gewesen, dass der Kater sich zwar bewegen, aber keinesfalls fliehen konnte. So berichtet es Maier, der im ersten Moment gedacht habe: „Was für ein A**** mach denn sowas?“ Er ist sich sicher, dass der Kater ohne die tierische Hilfe seines Hundes qualvoll gestorben wäre.

Die Rettung

Glücklicherweise hat der Lemwerderaner ein Taschenmesser dabei. Mit diesem habe er die Schnürsenkel durchtrennt und den Kater aus dessen misslicher Lage befreit, berichtet Maier. Mit größter Vorsicht habe er das Tier danach auf den Arm genommen und mit einer Jacke bedeckt, um es zu wärmen.

Zu dritt ging es dann nach Hause, wo der kleine Kämpfer erst einmal viel Wasser trank und eine kleine Portion Hundefutter verdrückte. „Wir hatten natürlich kein Katzenfutter vorrätig“, scherzt Maier. Später habe er den Tiersuchdienst Wesermarsch angerufen, der ihm empfahl, mit dem Ordnungs- sowie Fundamt der Gemeinde Kontakt aufzunehmen.

Dort brachte er den Kater am nächsten Tag auch hin – und offenbar hatte sich der Vorfall im Rathaus schnell herumgesprochen. Das Fundbüro sei bei seiner Ankunft voller Menschen gewesen, erzählt Maier. Die Mitarbeiter hätten außerdem bereits ein Katzenklo und Katzenfutter besorgt.

Das neue Leben

Informationen zu dem Tierquäler, der die Katze ausgesetzt hatte, besitzt das Ordnungsamt der Gemeinde bislang noch nicht, weshalb Anzeige gegen Unbekannt erstattet wurde. Dies werde in solchen Fällen ab sofort immer geschehen, erläuterte Fachbereichsleiterin Jutta Zander. Sie hoffe, dass diese Maßnahme der Abschreckung dienen könne.

Zander verriet außerdem, dass der Kater zeitnah an eine Frau übergeben worden sei, die ihr Interesse im Rathaus hinterlegt hatte und deren Eignung dafür überprüft worden sei. In den Sozialen Netzwerken hatten sich ebenfalls zahlreiche Menschen dazu bereit erklärt, den Kater aufzunehmen.

Das neue Zuhause des Katers liegt übrigens nicht weit entfernt von der Wohnung, in der Gregor Maier wohnt. Der Lemwerderaner überlege deshalb, dem Kater bald einmal einen Besuch abzustatten – selbstverständlich mit Tobi.


 

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