Ministerin lobt gute Organisation

Sozialministerin Daniela Behrens, hinten links, lobte die gute Organisation in der Turnhalle Berne. Die 93-jährige Hilde Logemann erhielt dort von Kai Scherf ihren zweiten Pieks.  BILD: BODE

BERNE – Aktuell ist die Wesermarsch wieder auf dem Weg zu den Hochinzidenzlandkreisen zu gehören, bedauerte Daniela Behrens. Zusammen mit Landrat Thomas Brückmann und der SPD-Landtagsabgeordneten Karin Logemann stattete Niedersachsens neue Sozialministerin einer Modellpraxis in Lemwerder, der Impfhalle in Berne und anderen Orten des Landkreises, an denen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung eingerichtet wurden, am Samstag einen Besuch ab.

Pflegeheime durchgeimpft

Ein wenig beruhigend sei die Tatsache, dass die Impfkampagne alle Pflegeeinrichtungen des Landkreises, in denen es während der ersten Wellen viele Todesfälle gab, inzwischen zu 100 Prozent erreicht habe. Nun sei der Rest der über 70-Jährigen dran.
Durch die dezentralen Möglichkeiten in den Kommunen der Wesermarsch werde den älteren Menschen der Zugang erleichtert. Besonders die Unterstützung durch die Hausarztmodellpraxen, die in der Wesermarsch schon vor dem offiziellen Start angelaufen sei, erweise sich dabei von Vorteil. Die Hausärzte wissen am besten, wer die ihnen dafür wöchentlich zur Verfügung stehenden 20 Impfdosen am dringendsten benötigt.
Die Ministerin lobte die gute Organisation von Impfmöglichkeiten und Testzentren, die absolut mit der großer Städte mithalten können, während sie zusah, wie die 93-jährige Hilde Logemann ihren zweiten Pieks bekam. Bis genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, heiße es nun: testen und Kontakte beschränken. Eine Perspektive für Niedersachsen sieht die Ministerin erst im Herbst.
Mehr Tests – vor allen Dingen in Betrieben – hält auch Thomas Brückmann, dem die steigenden Infektionszahlen der Wesermarsch Sorgen bereiten, für notwendig. 88.000 Einwohner habe die Wesermarsch. Wenn es nur einen Neuinfizierten jeden Tag in jeder der neun Kommunen gebe, sei die Inzidenz bereits bei 70, erklärte er die hohen Werte.

Arbeiter betroffen

Dabei spielen nicht nur die, die trotz Kontaktbeschränkungen Party machen, eine Rolle. 1.022 Beschäftigte des Aumunder Teils der Lürssen Werft wurden auf Geheiß des Bremer Gesundheitsamtes getestet. Bei inzwischen 105 der dort Arbeitenden, die in der Wesermarsch ihre Wohnungen haben, waren die Tests positiv. Nun müsse deren Versorgung sichergestellt werden, damit das Virus nicht in die Fläche getragen wird, mahnte der Landrat. Die Arbeiter, die in Sammelunterkünften untergebracht sind, zählen nicht als ein Haushalt. Für ein bis zwei Tests die Woche in allen Betrieben sprach sich auch Daniela Behrens aus. Über rechtliche Rahmenbedingungen werde nachgedacht.


 

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