Justin Ehré macht Musik wie sein Vater – nur ganz anders

Artikel vom 19.06.2024

Jens Milde

Justin Ehré alias NXLUV: Auch am Nordenhamer Strand wurden Szenen für sein neues Musikvideo gedreht. Bild: Marlon Knötig

„Calling your Name“ heißt der zweite Song, den Justin Ehré veröffentlicht hat. Der Titel läuft gerade bei vielen Nordenhamern in Dauerschleife.

Nordenham - „Eigentlich geht’s immer um Liebe“, sagt Justin Ehré. Der Nordenhamer ist 19 Jahre alt. Unter dem Namen NXLUV hat er jetzt seinen zweiten Song veröffentlicht. Er heißt „Calling your Name“. Das You-Tube-Video ist gerade bei Facebook der Renner. Bei vielen Fans läuft der Titel in Dauerschleife. Hunderte von Musikfreunden spendieren dem jungen Mann einen erhobenen Daumen. Es gibt überschwängliche Kommentare: „feiner Ohrwurm“ „klasse Stimme“, „toller Song“. Tatsächlich ist Justin Ehré ein grandioses Stück Musik gelungen. Der Refrain ist eingängig, Beat und Stimme – alles passt perfekt zusammen. Der Titel ist absolut radio- und tanzflächentauglich.

Das Talent

Dass hier ein musikalisches Talent am Werk ist, wird zumindest die Kenner der Nordenhamer Musikszene nicht überraschen. Justin Ehré ist der Sohn von Michael Ehré. Und der verdient sein Geld als Profi-Drummer unter anderem mit seiner Band The Unity. Musik spielte in der Familie schon immer eine große Rolle. „Ich glaube, ich habe mit zwei Jahren zum ersten Mal am Schlagzeug gesessen“, sagt Justin Ehré. Mit vier Jahren fing er an, drauflos zu trommeln. Mit zwölf Jahren hatte er seine erste Band. Die hieß Keep me in your Prayers und spielte Metalcore. „Das hat einen Riesenspaß gemacht“, erinnert sich der 19-Jährige.

Zum Singen ist er erst später gekommen. „Ich bin ein sehr emotionaler Mensch“, sagt Justin Ehré. Und er habe einen Weg gesucht, diese Emotionen rauszulassen. Justin findet, dass er seine Gefühle durch Gesang besser zum Ausdruck bringen kann als am Schlagzeug. Auch musikalisch hat er eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Sein neuester Song geht in Richtung Electro-Pop. „Ich liebe immer noch Metal“, erzählt Justin. Aber wenn er singt, ist er lieber in anderen Genres unterwegs – im R & B, im Hip-Hop und im Pop.

Die Beats

Wie ist „Calling your Name“ eigentlich entstanden? Beats für Musik werden heutzutage im Internet gehandelt. Als Justin Ehré die Beats hörte, die heute das musikalische Gerüst seines Songs bilden, machte es sofort Klick. „Der Text war dann sehr schnell geschrieben.“

Justin Ehré beschäftigt sich viel mit dem Thema Liebe – und allen Gefühlen drumherum: Vertrauen, Vertrauensängste, Abhängigkeiten. Als Künstlernamen hat er sich ein kryptisch anmutendes Kürzel gegeben. Immerhin schimmert bei NXLUV das Hauptthema ein bisschen durch.

In der Schublade des Nordenhamers schlummern noch viele Texte. Einigen fehle seiner Meinung nach noch das gewisse Etwas. „Ich bin eben einer sehr selbstkritischer Mensch“, sagt Justin. Aber wenn er – wie bei „Calling your Name“ – die passenden Melodien und Grooves findet, dann kann es auch sehr schnell gehen.

Das Video

Der 19-Jährige hat eine Freundin, von der er sich inspirieren lässt. Und er hat einen guten Freund, den er schon seit Sandkastenzeiten kennt, und der sich ziemlich gut mit der Produktion von professionellen Videos auskennt: Marlon Knötig heißt er. Und natürlich war es naheliegend, dass sein alter Kumpel die Musik mit bewegten Bildern untermalt. Die Aufnahmen für das You-Tube-Video sind ausschließlich in Nordenham entstanden – bei Dunkelheit, im Gegenlicht grell strahlender Straßenlaternen, am Fähranleger in Blexen zum Beispiel und auf der Eisenbahnbrücke zwischen ESV-Heim und Strandallee.

Justin Ehré hat im vergangenen Jahr Abitur gemacht, zurzeit ist er in der Ausbildung. Die will er auf jeden Fall durchziehen. Sein Traum ist aber, seinen Lebensunterhalt später mit Musik zu verdienen. Er hat eine Vorstellung davon, was es bedeutet, vor großem Publikum aufzutreten. Als Kind hat er seinen Vater immer mal wieder auf Tourneen – auch ins Ausland – begleitet. Auch Justin möchte später gerne mit seiner Musik die Welt bereisen. Aber er möchte noch etwas anderes erreichen: Er will Menschen helfen, die ähnliche Gefühle haben wie er selbst. Der Nordenhamer ist fest davon überzeugt, dass Musik dazu in der Lage ist.


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