Medizinstudenten lernen Mikroskopieren und Sonografieren

Artikel vom 15.10.2021

Leon Werth

Dr. Thorsten Austein erklärt den Studierenden das Aussehen der Haarzell-Leukämie an der Mikroskop-Anlage. Bild: St. Bernhard-Hospital

Die „Einführung in die Hämatologie“ mit Chefarzt Dr. Thorsten Austein im St. Bernhard-Hospital stieß auf sehr große Nachfrage. Sechs Medizinstudenten lernten diagnostisches Handwerk

Mit dem Titel „Abenteuer Hämatologie – Kombinierter Mikroskopier- und Sonografiekurs zur Einführung in die Hämatologie“ wurde das vorklinische Wahlfach für Studierende an der Universität Oldenburg angepriesen. Der Titel funktionierte, alle Plätze wurden belegt. Schon zum dritten Mal führte Dr. Thorsten Austein, Chefarzt im St. Bernhard-Hospital, Studierende in die Disziplin der Hämatologie ein. Dabei handelt es sich um ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit allen Erkrankungen des Blutes sowie der blutbildenden Organe befasst.

Hierzu zählen beispielsweise Blutarmut, Leukämien oder bösartige Veränderungen des Knochenmarks. Wichtige Diagnoseverfahren in der Hämatologie sind Blutuntersuchungen und Punktionen. Sechs Medizinstudenten des dritten Semesters waren in der vergangenen Woche von Montag bis Freitag in der Braker Klinik zu Gast.

Bestandteil ihres Studiums ist es, im zweiten und dritten Semester ein vorklinisches Wahlfach und somit einen einwöchigen Kursus an einem der teilnehmenden Krankenhäuser zu belegen. Die Studenten konnten aus dem vielfältigen Angebot der Universität Oldenburg aus über 20 Kursen in Disziplinen wie Anatomie, Orthopädie oder Herzchirurgie wählen.

Handwerk

Am Montag, dem 4. Oktober, startete die Woche mit dem Mikroskopieren von Blutausstrichen, die auf ein normales Blutbild hinwiesen. Später wurden Ausstriche mit Blutbildveränderungen geprüft. An einer vor fünf Jahren für diesen Zweck erworbenen Mikroskop-Anlage demonstrierte Dr. Austein Blut- und Knochenmarkerkrankungen wie Leukämien und Infektionen wie Malaria. Neben der Mikroskopie stand auch die Sonografie (Ultraschall) auf der Tagesordnung. Zunächst wagten die Studierenden den Selbstversuch, bevor sie im Laufe der Woche Patienten mit verschiedenen Krankheitsbildern untersuchten. Weitere praktische Übungen wie die Anfertigung von Blut- und Knochenmarkausstrichen, Transfusionskontrollen und Knochenmarks- und Tumorpunktionen an einem eigens gebauten Modell standen auf dem Plan. Am Ende eines jeden Tages hielt Dr. Austein einen Vortrag über ein onkologisches oder hämatologisches Thema.

Praxis in Präsenz

Das Angebot stieß unter den Studierenden auf große Nachfrage, „da durch die Corona-Pandemie einige praktische Erfahrungen noch nicht in Präsenz durchgeführt werden konnten.“ Eine 24-jährige Studentin belegte den Kursus mit der Erwartung, anschließend verschiedene Blutzellen unterscheiden zu können. Zum Abschluss der Woche gab es eine mündliche und praktische Prüfung, die alle Teilnehmer erfolgreich bestanden. Auch im nächsten Jahr plant Dr. Thorsten Austein, der Universität Oldenburg einen ähnlichen Kursus anzubieten: „Die Gewinnung von Nachwuchskräften stellt eine immer größere Herausforderung dar, da ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, mich mit einem spannenden Angebot an der Lehre zu beteiligen.“


 

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