Mit Mehlwürmern und Kamera die Vogelwelt erkunden

Artikel vom 18.11.2021

Leon Werth

Ganz schön hoch platzieren die Zweitklässler die Futterstellen, damit die Vögel vor Raubtieren geschützt sind. Bild: Leon Werth

Der Schulgarten wird naturfreundlicher: Franz-Otto Müller vom Naturschutzbund in Brake erklärt den Zweitklässlern der Grundschule Hammelwarden, wie sie Vogelfutterstellen richtig aufhängen

Praxisnaher Sachkundeunterricht an der Grundschule Hammelwarden: Franz-Otto Müller vom Naturschutzbund (NABU) in Brake war zu Gast im Schulgarten und zeigte Schülerinnen und Schülern der zweiten Klasse, wie sie die neuen Vogelfutterstellen richtig platzieren?. Die Auswahl an Nahrung ist groß, denn nicht jeder Vogel frisst das Gleiche: Neben Eimern mit Streufutter und Nüssen wurden auch Fettfutterkolben und Beutel mit getrockneten Mehlwürmern geliefert. Diese mag auch der Igel – aber der sollte inzwischen Winterschlaf halten, verriet Müller.

Förderprojekt

Um das Förderprojekt „Schaufutterstellen“ der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung konnten sich alle NABU-Gruppen in Niedersachsen bewerben – im Landkreis Wesermarsch erhielten Elsfleth, Nordenham und Brake den Zuschlag. Für die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Hammelwarden hatte der NABU in Brake schon einmal eine Naturschutz-AG angeboten. Dabei stellten die Schülerinnen und Schüler Nisthilfen und Futtergeräte auf, beobachteten Fledermäuse und Schleiereulen und bestimmten verschiedene Vogelarten. Hausmeister Helmut Neese konnte der AG als Mitglied der Feuerwehr mit speziellen Arbeitsgeräten aushelfen und blieb auch weiterhin Ansprechpartner für den NABU. Eine Kooperation mit der Grundschule lag also auf der Hand.

Einblicke in die Vogelwelt kämen im Sachkundeunterricht etwas zu kurz, meinte Müller. Das Aufhängen der Futterstellen biete nun den Anlass, das Beobachten und Dokumentieren verschiedener Vogelarten stärker in den Unterricht mit einzubeziehen. In einer Eiche des Schulgartens habe man bereits einen Nistkasten mit Kamera errichtet. Über einen Monitor können Schülerinnen und Schüler das Brutverhalten der Tiere nachvollziehen.

Dankeschön

Schuldirektorin Ingrid Böttcher-Henning sprach ihren herzlichen Dank aus. Es sei schön, dass Müller für Naturschutzprojekte immer wieder an die Grundschule herantrete. Ziel sei es, den Schulgarten naturfreundlicher und naturnaher zu gestalten. Neben einer Blühwiese wurde schon ein Insektenhotel angelegt.

Müllers Anregungen sollen beherzigt werden: Die Schülerinnen und Schüler der zweiten Klasse würden im Rahmen des Sachkundeunterrichts eine Patenschaft für die Futterstellen übernehmen. Die Wiederbefüllung und Reinigung der Kästen werde ergänzt durch die Vermittlung der Vogelarten und ihrer jeweiligen Nahrung im Unterricht. Der Nabu bietet dazu Informationsmaterial und die Teilnahme an zwei jährlichen Vogelzählungen an.


 

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