Eiskalter Jahresstart fällt ins Wasser

Aus fürs Neujahrsschwimmen: Dieses gewohnte Bild zum Jahresauftakt in Butjadingen wird es 2021 nicht geben.

ARCHIVBILD: Rolf Bultmann/TSB

BUTJADINGEN – Und wieder fällt eine Butjadinger Großveranstaltung Corona zum Opfer: Das Neujahrsschwimmen ist abgesagt. Der Sprung in die Nordseelagune gehört für viele Butjenter zum Neujahrstag wie das Feuerwerk zum Silvesterabend. Doch aus dem eiskalten Start ins Jahr 2021 wird nichts. Tourismus-Service Butjadingen (TSB) sieht für diese Großveranstaltung keine Chance auf ein Hygiene-Konzept, mit dem sich Corona gerecht werden ließe.

Das Neujahrsschwimmen hatte erstmals am 1. Januar 2007 stattgefunden. An dem Tag hatte ein mehrere Zentimeter dicke Eisfläche auf der Lagune gelegen – was aber 80 Wagemutige nicht davon abhielt, ins Wasser zu stürmen. Das war der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Als das Neujahrsschwimmen in diesem Jahr seine 14. Auflage erlebte, trauten sich 241 Menschen ins 3,2 Grad kalte Wasser, und ein fast 2000-köpfiges Publikum sah dabei zu.

Mit mindestens so vielen Menschen hätte die TSB auch für die 15. Auflage des Neujahrsschwimmens am 1. Januar 2021 rechnen müssen. „So viel Leute hätten wir niemals kanalisieren können“, bedauert TSB-Veranstaltungsleiterin Melanie Schmidt.

So wird das neue Jahr in Butjadingen also ohne Sprung ins kalte Wasser starten. Ob das alte Jahr ohne eine weitere Traditionsveranstaltung enden muss, ist noch offen. Für die obligatorischen Aufführungen von „Dinner for one“ hat Melanie Schmidt beim Gesundheitsamt in Brake ein Hygienekonzept eingereicht. Das gleiche gilt für das Winterdorf, das zwischen den Jahren wieder auf der freien Fläche vorm Atrium stattfinden soll. Ob es für die beiden Veranstaltungen grünes Licht gibt, wird im wesentlichen davon abhängen, wie sich bis dahin die Corona-Auflagen entwickeln.

Melanie Schmidt sieht für die drei geplanten Aufführungen von „Dinner for one“, die im Rathaussaal statt wie bislang im Atrium stattfinden sollen, bessere Chancen als für das Winterdorf. Entschieden ist letztlich aber in beiden Fällen noch nichts.

In der Warteschleife

In der Warteschleife befindet sich Anke Stroman aus Nordenham, die in dieser Woche sowie am kommenden Donnerstag zusammen mit Rolf Wilkens vom Theater Fatale im Atrium in Burhave aus ihren Buch „Still präsent“ lesen wollte. Dabei handelte es sich bereits um Nachholtermine, die nun wegen des aktuellen Lockdowns aber ebenfalls ausfallen müssen. Die Autorin und ihr Mitstreiter hoffen zusammen mit Melanie Schmidt, dass sich im Dezember noch Möglichkeiten für Lesungen ergeben.

Das Neuschwimmen sowie, sollte es dafür endgültige Absagen geben, „Dinner for one“, das Winterdorf und die Lesungen befinden sich in prominenter Gesellschaft. Wegen Corona waren in diesem Jahr bereits das Zirkus- und Drachenfest, die Kutterregatta, „Lagune in Flammen“, das Andys-Festival und das gesamte „Gezeiten“-Programm abgesagt worden.

Um Urlaubern und Einheimischen dennoch etwas bieten zu können, hatte Melanie Schmidt auf kleine, aber feine neue Veranstaltungen gesetzt, die auch hervorragend ankamen. Dazu zählten das „Watt’n Frühstück“ in Fedderwardersiel, für das es mehrere Nachschläge gab, und „Picknick im Paradies“ im Garten Eden in Waddens. Unter strengen Hygiene-Auflagen hatte auch die beliebte Reihe mit Hafenkonzerten in Fedderwardersiel über die Bühne können.


 

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