Protest unter sengender Sonne

Artikel vom 22.07.2022

Jens Milde

Der Liedermacher Gerd Schinkel sang vor dem Werktor des Kernkraftwerks Unterweser einen Anti-Atom-Song. Bild: Jens Milde

Die Anti-Atom-Radtour der Organisation „Ausgestrahlt“ führte am Dienstag durch die Wesermarsch. Bei grenzwertigen Temperaturen gab’s eine Kundgebung vor dem Kernkraftwerk Unterweser.

Insgesamt 2400 Kilometer lang sind die Anti-Atom-Radtouren, zu der die Organisation „Ausgestrahlt“ einlädt. Die Etappe am Dienstag führte durch die Wesermarsch. Sie dürfte die bisher heißeste gewesen sein. Bei Temperaturen über 30 Grad ging es in Polizeibegleitung von Bad Zwischenahn über Jaderberg, Schwei und Rodenkirchen nach Brake. Natürlich machten die Radler auch einen Abstecher zum Kernkraftwerk Unterweser (KKU) in Kleinensiel. Vor dem Werktor versammelten sich die zu diesem Zeitpunkt etwa 35 Teilnehmer zu einer Kundgebung.

In Belgien gestartet

Die Nordroute der Anti-Atom-Tour ist am 9. Juli am belgischen Kernkraftwerk Tihange gestartet. Das Ziel ist Gorleben. Die Radler dürften etwa die Hälfte der Strecke geschafft haben. Die Organisation vor Ort hat der Arbeitskreis Wesermarsch übernommen. Bei der Kundgebung vor dem Werktor des Kernkraftwerks in Kleinensiel sprach Arbeitskreis-Mitglied Karsten Langbehn aus Brake zu den Teilnehmern. Dabei beklagte er vor allem die wiederaufkommenden Diskussion um eine Laufzeitverlängerung für die drei deutschen Atomkraftwerke, die noch am Netz sind. Er hoffe, dass Grüne und SPD am endgültigen Atomausstieg festhalten. Nach seiner Meinung könnten die verbliebenen Atomkraftwerke keinen Beitrag leisten, um den drohenden Gasmangel zu kompensieren.

Darauf weist auch „Ausgestrahlt“ in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der Deutschen Umwelthilfe hin: „Ein Weiterbetrieb der drei verbleibenden deutschen Atomkraftwerke Neckarwestheim II, Emsland und Isar wäre ein unkalkulierbares und vollkommen unnötiges Sicherheitsrisiko, das keinen Beitrag zur Energiesicherheit leisten würde.“ Alle drei Atommeiler weisen aus Sicht der Anti-Atom-Initiative erhebliche Sicherheitsmängel auf.

Protest

Das sieht auch Karsten Langbehn so, der in seiner Rede die Geschichte des Kernkraftwerks Unterweser Revue passieren ließ und die des Protests, der sich in der Wesermarsch formiert hat. Unter anderem erinnerte er an eine große Demonstration, die 2011 nach dem Unglück von Fukushima und kurz vor der Stilllegung des KKU in Rodenkirchen stattgefunden hatte. Bevor sich die Radler wieder auf den Weg machten, trug der Liedermacher Gerd Schinkel noch einen Anti-Atom-Song vor, den er 1976 geschrieben hatte.

Die Nord-Route der Anti-Atom-Radtour, der sich jederzeit Menschen für eine oder mehrere Etappen anschließen können, endet am 31. Juli in Gorleben. Die Südtour ist für die Zeit vom 13. August bis zum 4. September geplant. Sie führt von Kahl am Main bis nach Freiburg.


 

Blaulicht-Ticker

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