Scha(r)frock-Festival gefällt auch beim vierten Mal

Artikel vom 29.08.2022

Evelyne Wurm

Nicht ohne Eo-Ipso: Die Deutschrocker vom Sürwürderdeich treten bei jedem Scha(r)frock-Festival auf. Bild: Evelyne Wurm

Zu Bier und Fischbrötchen schmecken Rock und Bluesrock. Beim Scha(r)frock-Festival am Sonnabend in Sürwürden mundete das gesamte Menü.

Klein, aber fein: So präsentierte sich das Scha(r)frock-Festival in Sürwürden auch bei seiner vierten Ausgabe am Sonnabend. Drei hochkarätige Bands aus der Region begeisterten das Publikum. Das Gelände hinter der Gaststätte Kiek mol rin war zwar nicht brechend voll, aber die vielen Fans handgemachter Mugge freuten sich über einen starken Abend.

Die Macher von Scha(r)frock sind Hergen und Ramona Schütte von der Band Eo-Ipso aus Sürwürderdeich und Klaus-Jürgen Drechsler, Inhaber der Gaststätte. Ihr Plan, das Festival künftig jährlich rund um den 20. August stattfinden zu lassen, erscheint angesichts der Resonanz plausibel.

Mit Primal Rock

Den Auftakt machte die Nordenhamer Bluesrock-Band Primal Rock rund um den Bassisten und Sänger Helmut Dietrich. Ein vielversprechender Beginn schallte von der Bühne in Form zahlreicher Blues-Nummern und gelungenen Cover-Songs wie zum Beispiel ZZ Tops „Sharp Dressed Man“ oder Alwin Lees „The Bluest Blues“.

Die Spielzeit der Opener-Band nutzen die Gäste allerdings auch, um sich erst einmal zu verköstigen. Sven Jacobs aus Brake weigerte sich zum Beispiel, bei seinem Freund Lüder Lüschen vor dem Festival eine Bratwurst zu essen: „Bist du verrückt? Das Fischbrötchen bei Scha(r)frock ist doch viel besser!“ Guter Einwand.

Seit 1965

Das zweite Set übernahm die Oldenburger Band The Stringrays. Seit 1965 stehen die Rocker gemeinsam auf der Bühne. Merkt man. Eingespielt, cool, publikumswirksam. Und immer wieder beeindruckend mit ihrem mehrstimmigen Gesang, ausgefeilten Gitarren-Soli und genau der widerborstigen Rauheit der 60er und 70er, die den heutigen Formationen manchmal abgeht. Authentisch.

Man konnte mit Stingrays getrost in alte Zeiten eintauchen, in denen nicht alles besser, aber musikalisch vieles manchmal humorvoller und innovativer war als in unseren Tagen. So erklang „Green River“ von Creedence Clearwater Revival, Chuck Berrys „Nadine“ oder Hits von den Rolling Stones.

Dass Innovation nicht nur in den alten Zeiten entstand, zeigte dann die Band Eo-Ipso – was aus dem Lateinischen frei übersetzt so viel wie „selbst gemacht/ganz von allein“ bedeutet. Und so ganz aus sich selbst heraus ist auch die seit vierzig Jahren erste CD der Band entstanden. Eo-Ipso spielte am Sonnabend in der Besetzung Lukas Mair, Claas Müller, Hergen und Ramona Schütte sowie Stefan Gerlach.

Für unsere Zeit

Andere Zeiten – neue Lieder. Songs, die sich eben mit unserer Zeit beschäftigten. Die Unbeschwertheit der 70er – sie ist uns allen vielleicht etwas verloren gegangen. Da tut die Ehrlichkeit von Eo-Ipso gut. „Narben der Vergangenheit“ heißt die neue CD, aufgenommen mit dem hervorragenden Studiobetreiber Jörg Seemann, dem auch für die Abmischung der Bands beim Festival ein dickes Lob gebührt.

Eo-Ipso bewies am Sonnabend mit Liedern wie „Knast“, „Narben der Vergangenheit“ oder „Game Over“, dass man schwere Themen in gewaltige oder leise Klänge verwandeln kann. Powerchords neben Mundharmonika. Metal-Sounds mit Melancholie. Eben wie das Leben, in dem alles dicht beieinander liegt. Das genau fängt Eo-Ipso ein.

Ein toller Abend – und die Schafe auf der Weide nebenan scheint das Treiben bis „Round Midnight“ nicht gestört zu haben.


 

Blaulicht-Ticker

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