So kriegt man viel Sprit für wenig Geld in den Tank

Artikel vom 17.02.2023

Hans-Carl Bokelmann

Thorsten und Michael Schäfftlein vor dem Preismast der Kult–Tankstelle Barghorn direkt an der B 211. Bild: Hans-Carl Bokelmann

Die Spritpreise sind auch an der Barghorner Tankstelle direkt an der B 211 Tag für Tag ein Fall für sich. Hier gibt es ein paar Tipps, wie Sie möglichst viel Sprit für Ihr Geld in den Tank bekommen.

Die Benzin- und Dieselpreise sind in jüngster Zeit zwar ein wenig gesunken, aber so richtig Spaß macht das Tanken deshalb noch nicht. Immer noch muss man für den Liter Sprit viel zu tief in die Tasche greifen. Der Blick zurück schafft Klarheit. Die Jahresdurchschnittspreise von Dieselkraftstoff in Deutschland sind in den Jahren von 1950 bis 2022 erheblich gestiegen. Insbesondere seit 2020 hat die Preiszunahme schon beinahe dramatische Formen angenommen.

Preise seit 1950

Im Jahr 2022 betrug der Durchschnittspreis für einen Liter Dieselkraftstoff (Quelle: Statista Research) in Deutschland 196 Cent. Hier der Blick zurück: 1950 lag der Diesel-Preis im Jahresdurchschnitt bei 17,2 Cent, 1960 bei 25,6 Cent, 1970 bei 29,1 Cent, 1980 bei 58,4 Cent, 1990 bei 52,2 Cent, 2000 bei 80,4 Cent, 2010 bei 122,4 Cent, 2020 bei 126,7 Cent und 2021 bei 139,9 Cent.

Krisen

Seit dem Jahr 1950 hat sich der Preis für einen Liter Dieselkraftstoff in Deutschland also vervielfacht. Im Zeitverlauf sind die Auswirkungen der 2. Ölkrise ab dem Jahr 1979 als deutliche Preissteigerung zu erkennen, bevor der Dieselpreis ab Mitte der 1980er Jahre wieder leicht sank. Das weltweite Wirtschaftswachstum in den 2000er Jahren ließ den Dieselpreis wieder stärker wachsen. In der jüngeren Vergangenheit sind auch die Folgen des Hurrikans Katrina im Jahr 2004, infolgedessen es zum Preisanstieg durch bedeutende Produktionsausfälle im Golf von Mexiko kam, sowie die weltweite Finanzkrise ab dem Jahr 2008 am Dieselpreis ablesbar. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine mit Beginn vom 24. Februar 2022 sorgte dann für absolute Höchstpreise jenseits der 2-Euro-Grenze – mit Diesel-Preisen von bis zu 233 Cent.

Zentrale Preissteuerung

Thorsten und Michael Schäfftlein von der Avia-Tankstelle in Barghorn profitieren von diesem enormen Preisauftrieb allerdings so gut wie gar nicht. „Bei uns bleiben pro Liter nur Cent-Beträge über. Ohne den Shop, die Reparaturen und den Autoservice könnten wir gar nicht überleben“, betont Thorsten Schäfftlein im Gespräch mit unserer Redaktion. Und ein Patentrezept für die Kunden, ob man nun besser abends oder morgens oder an einen bestimmten Wochentag am günstigsten Tanken kann, können die beiden auch nicht mit auf den Weg geben. „Tag für Tag haben wir bis zu 15 Preisänderungen, die zentral gesteuert werden. Die Preise werden also nicht von uns festgelegt“, erklären Thorsten und Michael Schäfftlein.

Benzin-Apps

Beide haben sehr genau bemerkt, dass mit den ständigen Preisänderungen auch die Preissensibilität der Kunden, die auf der Bundesstraße 211 zwischen Brake und Oldenburg unterwegs sind, stark zugenommen hat. Aber den Autofahrern bleibe eigentlich nichts anderes übrig, als bei den ständigen Preisänderungen ständig auf der Hut zu sein, um möglichst viel Sprit fürs Geld in den Tank zu bekommen. „Viele Verbraucher nutzen inzwischen auf ihren Smartphones Benzin-Apps, die die Preise in der Region stets und aktuell vergleichen. Bei einem guten Angebot sollte man sich sputen, bevor der Preis wieder hochschnellt“, sagt Michael Schäfftlein. Fakt ist, dass bei einer Preisanhebung der Preis pro Liter zuerst am Preismast und dann an der Tanksäule umgestellt wird, bei einer Preissenkung ist es genau umgekehrt.


 

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