Spiel mit mir und nicht mit dem Handy

Annika Tannert,  Svenja Faehse,  Anja Bauch,  Hiltrud Meiners  und  Marta Ciapa (von links) haben die Aktion „Sprich mit mir“  vorbereitet. BILD: Norbert Hartfil

NORDENHAM/BRAKE – Beim Spaziergang mit dem Kinderwagen ist es dabei, beim Spielplatzbesuch natürlich auch: Für viele Eltern ist es eine Selbstverständlichkeit, in fast allen Lebenslagen das Smartphone im Einsatz zu haben. Was dabei auf der Strecke zu bleiben droht, ist die Beziehung zu ihren Sprösslingen. Wenn der Blick aufs Handy-Display wichtiger ist als der Augenkontakt und die Zuwendung gegenüber dem eigenen Kind, drohen schwerwiegende Entwicklungsstörungen. Dieses Problem hat mittlerweile ein Ausmaß angenommen, dass der Kinderschutzbund Nordenham mit einer Informationskampagne dagegen steuern will. Der Ortsverband hat eine mehrwöchige Aktion unter dem Motto „Sprich mit mir“ gestartet. Ausrichter sind die Familien- und Kinderservicebüros (Fuks) in Nordenham und Brake. Die Nordenhamer Fuks-Leiterin Anja Bauch und ihre Braker Kollegin Annika Tannert hätten zu dem Thema gerne Vortragsveranstaltungen vor einem großen Publikum auf die Beine gestellt. Aber dann kam die Corona-Pandemie dazwischen. Aufgrund der Abstands- und Hygieneauflagen mussten sie umplanen. 

Plakate und Postkarten

So ist ein abgespecktes Programm mit Aktivitäten in kleineren Gruppen entstanden. Daran sind auch das Krabbelgruppen-Info-Team (Kint) Nord unter der Leitung von Marta Ciapa, und das Kinderhaus Blauer Elefant in Einswarden unter der Leitung von Svenja Faehse beteiligt.

Um darüber hinaus möglichst viele Eltern zu erreichen, findet eine großangelegte Plakat- und Postkartenaktion statt. „Wir möchten dazu beitragen, dass Eltern sich wieder mehr mit ihren Kindern beschäftigten“, sagt Anja Bauch, die das Fuks in Nordenham gemeinsam mit Hiltrud Meiners leitet.

Die leuchtend gelben Plakate und Postkarten sind mit dem Hilferuf-Schriftzug „Sprich mit mir!“ versehen. Darunter sind passende Zeichnungen der Cartoonistin Renate Alf abgebildet, die das Konfliktfeld aus Familie, Zuwendung und Dauer-Handynutzung darstellen. „Moderne Medien sind attraktiv, persönliche Gespräche sind attraktiver“, lautet die Botschaft.

Die Plakate verteilen die Fuks-Teams zum Aushängen an Kindertagesstätten, Arztpraxen, Apotheken, Büchereien und verschiedene Einrichtungen, die frühe Hilfen anbieten. Weitere Interessenten können sich unter 04731/22094 im Fuks Nordenham melden.

Die Postkarten sind in erster Linie für Kinder gedacht, damit sie auf den freien Rückseiten ihre Gedanken und Wünsche zum Ausdruck bringen können. Das Alter der Zielgruppe gibt Anja Bauch mit null bis sechs Jahren an.

Zum Auftakt richtet das Fuks Nordenham am Mittwoch, 7. Oktober, zu dem Thema ein Informationsfrühstück für Tagespflegepersonen aus. Zudem sind eine Fortbildungsveranstaltung für Tageseltern und die Gestaltung einer Broschüre mit Baste- und Spielideen sowie Liedern geplant. Der Familien-Treffpunk Café Pfiffikus beteiligt sich ebenfalls.

Mit verschiedenen Aktionen ist das Café Kint Nord, das Krabbelgruppen in Nordenham, Burhave, Rodenkirchen und Ovelgönne anbietet, dabei. Dazu gehören das Bemalen von Postkarten und das Verteilen von Gutscheinen für das Dschungelboot-Spielhaus in Oldenburg.

Im Fuks Brake ist unter anderem ein Informationsabend für Eltern geplant, deren Kinder sich in Tagespflege befinden. Das Kinderhaus in Einswarden greift das Thema ebenfalls auf. Dort haben unter anderem die Kinder aus der Elefantos-Gang eine Collage-Aktion vorbereitet.


 

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