Warflether setzen in 1. Bundesliga auf Geduld und Kontrolle

Artikel vom 24.06.2024

Wolfgang Grave

Treffsicher und talentiert: die Kanupolo-Spieler des TuS Warfleth. Bild: Dennis Weiß

Die Männermannschaft der Kanupolo-Abteilung des TuS Warfleth spielt in der 1. Bundesliga. Felix Lawrentz über die Grundlagen, das Team und den bisherigen Saisonverlauf.

Warfleth - Bevor es nach oben geht, braucht es im Sport Geduld und ein starkes Fundament. Die Kanupolo-Abteilung des TuS Warfleth hat sich diese Prinzipien zu Herzen genommen. Wer sich mit Felix Lawrentz unterhält, versteht das schnell. Im Sommer des Jahres 2024 spielt er mit der Männermannschaft des TuS Warfleth gegen die besten Mannschaften des Landes. Die Warflether kämpfen als Aufsteiger in der Bundesliga um Punkte.

Die Mannschaft

Das Fundament des Erfolges sei die eigene Nachwuchsarbeit, sagt Felix Lawrentz. Die Spielerinnen und Spieler der Jahrgänge 2002, 2003 und 2004 hatten schon in der Jugend ihr Talent gezeigt. Im Jahr 2019 wurden die Warflether Jugendlichen sogar Deutscher Vizemeister. Inzwischen haben die Spieler den Übergang in den Erwachsenenbereich geschafft. Torwart Marlon Linz und Owen Schlüter sind sogar U-21-Nationalspieler. Auf sie wartet im Oktober dieses Jahres ein großes Abenteuer: Sie reisen mit der Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach China.

Zusammen mit den erfahrenen Spielern des Teams bilden sie laut Felix Lawrentz eine starke Achse. Der erste Erfolg bei den Männern stellte sich bald ein: Die Mannschaft stieg im Jahr 2022 von der Leistungsklasse 3 in die 2. Bundesliga auf.

Anschließend kehrte geballte Erfahrung zurück in die Wesermarsch: Felix Eikmeier schloss sich den Warflethern an. „Er ist mit Liblar mehrere Male Deutscher Meister geworden“, sagt Felix Lawrentz. Felix Eikmeiers Einfluss auf die Mannschaft ist groß. „Er ist nicht nur als Spieler für uns wichtig“, sagt Lawrentz. Auch als Persönlichkeit. In den Playoffs der vergangenen Spielzeit war er zusammen mit Sascha Schmidt vom VK Berlin mit 13 Treffern bester Torschütze.

Ein weiterer Eckpfeiler des Teams ist Jan Scholz. Der Bookholzberger hatte zuvor für den ACC Hamburg in der Bundesliga gespielt.

Selbst ein Spieler eines direkten Konkurrenten hat eine große und positive Bedeutung für das Warflether Team: Patrick Lawrentz. Der Nationalspieler kämpft zwar mit Rote Mühle Essen um Punkte in der Bundesliga. Aber er trainiert in Warfleth mit und leitet das Training in Verbund mit seinen Warflether Mitspielern auch schon mal an. „Patrick und die Zugänge haben das Training auf ein sehr hohes Niveau gebracht“, sagt Felix Lawrentz. Die Folge: Die Warflether spielten eine außergewöhnliche Saison 2023 und stiegen als Meister der 2. Bundesliga auf. Im Finale hatten sie den KC Wetter besiegt.

Aber die Warflether waren der Meinung, dass die Qualität mit Blick auf die neue Liga noch erhöht werden müsse. Sie schauten sich deshalb nach potenziellen Zugängen um - und wurden fündig: Der TuS lotste den 21-jährigen Schweizer Livio Vögeli in die Wesermarsch. Er passe perfekt zur Altersstruktur des Teams, sagt Felix Lawrentz. Während eines Turniers in Dänemark wurden die Warflether zudem auf zwei junge Dänen „mit Entwicklungspotenzial“ aufmerksam - auf den 19-jährigen Anders Jørgensen und den 17-jährigen Carl-Christian Palmquist-Dahl. Beide stoßen wie auch Vögeli zu den Spieltagen zur Mannschaft. Die drei reisen mit weiteren Kanupolo-Spielern ihres Heimatlandes nach Deutschland.

Dass die Mannschaft nach den Worten von Felix Lawrentz in der Bundesliga konkurrenzfähig sei, liegt zum einen an der Qualität der Spieler. Zum anderen an der Spielweise der Mannschaft. „Wir haben den Stil der Bundesliga verinnerlicht“, sagt Felix Lawrentz. Er beschreibt ihn als kontrolliert. Deshalb sei Deutschland auch international erfolgreich. In den anderen Nationen werde meist schnell gespielt und auf Konter gesetzt. Die Warflether vertrauen auf eine starke Defensive und auf ihren starken Torwart Marlon Linz. „Wir haben aber auch gute Shooter“, sagt Felix Lawrentz.

Die Bundesliga-Saison

Der erste Spieltag in der 1. Bundesliga war aus Sicht des Aufsteigers überragend. Die Warflether holten zehn Punkte. Sie hatten dreimal gewonnen, einmal remis gespielt und nur eine Niederlage kassiert - und die Konkurrenz zum Staunen gebracht.

Das Team sei zwar mit dem klaren Ziel gestartet, Punkte zu holen. „Dass es dann so viele wurden, hat uns überrascht“, sagt Felix Lawrentz. „Aber wir haben sie uns auch verdient.“ Unter anderem bezwangen die Warflether den Deutschen Vizemeister Rote Mühle Essen. In diesem Spiel sei die Mannschaft über sich hinausgewachsen.

Am zweiten Spieltag lief es anders: Die Warflether holten in sechs Spielen nur vier Punkte: Sie spielten gegen Glauchau 3:3 und besiegten Hannover mit 7:3. Demgegenüber standen vier Niederlagen.

Das Saisonziel der Warflether ist der Klassenerhalt. Nach der Hinrunde stehen sie auf Platz neun. Damit müssten sie nach dem Ablauf der regulären Spielzeit in die Playdowns. Aber noch ist alles möglich. Wenn sie sich als Achter für die Playoffs qualifizieren könnten, hätten sie nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Der Rückstand beträgt nur einen Punkt.

Am 29. und 30. Juni beginnt die Rückrunde. Der dritte Spieltag ist für die Warflether ein Saisonhöhepunkt. Dann geht es auf der unteren Ollen in Berne um Punkte für die Bundesliga-Tabelle. Eine Woche später, am 6. und am 7. Juli, werden die Teams der Frauen-Bundesliga ihre Geschicklichkeit und Treffsicherheit auf der Ollen zeigen - allerdings ohne Beteiligung einer Berner Mannschaft.

Zum Kader gehören: Owen Schlüter, Jan Scholz, Anders Jørgensen, Carl-Christian Palmquist-Dahl, Michel Buckmann, Marlon Linz, Luca Lehmann, Felix Eikmeier, Lennard Wachtendorf, Livio Vögeli, Yannick Hohmann, Felix Lawrentz, Niklas Burghardt, Johannes Richter, Harald Hayen.

Hinweis: Wer Lust hat, im Nachwuchsbereich der Kanupolo-Abteilung des TuS Warfleth mitzumachen, kann sich am Bootshaus Berne immer dienstags und donnerstags von 16.30 Uhr bis 18 Uhr einfinden.


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