Geschlossene Röhren erst 2024

Wenn beide Röhren geöffnet sind, fällt gar nicht auf, dass der Wesertunnel ein Nadelöhr ist. Doch voraussichtlich 2024 wird jeweils eine Röhre für Bauarbeiten gesperrt – insgesamt bis zu acht Monate lang.      BILD: BIELEFELD

KLEINENSIEL – Viele Autofahrer, die regelmäßig den Wesertunnel durchqueren, hatten schon mächtig Bammel vor diesem Jahr. Denn jetzt sollte das Bauwerk umfangreich für eine Nutzung als Teil der geplanten Küstenautobahn aufgerüstet werden. Doch daraus wird nichts, jedenfalls noch nicht.
Die Arbeiten beginnen voraussichtlich erst 2024, sagt Patrick Amrhein, Sprecher der Niederlassung Nordwest der Autobahn GmbH des Bundes in Hannover. Die Verzögerung hängt auch mit der Gründung der Autobahn GmbH zusammen, die erst in diesem Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat. Sie wird die Aufrüstung planen.
Vorher war dafür der Geschäftsbereich Oldenburg der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zuständig. Dessen damaliger Leiter hatte im Dezember 2017 ein Verkehrskonzept für den Umbau des Tunnels vorgestellt. Es sollte 2020 oder 2021 verwirklicht werden. Sechs bis acht Monate sollten die Arbeiten dauern; zentraler Bestandteil war ein Richtungswechselbetrieb. Den wird es wohl erst 2024 geben.

Verkehr durch eine Röhre

Der Richtungswechsel sieht vor, dass der Verkehr nur durch jeweils eine Tunnelröhre geleitet wird, während die andere für Bauarbeiten stillgelegt ist. Allerdings soll nach den Planungen des Arbeitskreises Wesertunnel, der das Konzept für den Umbau erarbeitete, in den Röhren kein Gegenverkehr zugelassen werden. Vorgesehen ist stattdessen aus Sicherheitsgründen Verkehr nur in eine Richtung, während die Fahrzeugführer aus der anderen Richtung warten müssen.
Dafür sind zwei Varianten im Gespräch: In der einen ist jede Richtung zwei Mal pro Stunde dran, in der anderen drei Mal. Bei beiden Versionen entstehen, nicht überraschend, Staus von 900 bis 1.600 Metern Länge.

Baustart 2024

Doch diese Tortur lässt noch etwa drei weitere Jahre auf sich warten. Denn bei der Autobahn GmbH hat erst jetzt der Planungsprozess für die Aufrüstung begonnen, wie Patrick Amrhein mitteilt. Der gesamte Ablauf von Planung, Genehmigung und Ausführungsplanung werde nach derzeitigem Stand bis zum Jahresbeginn 2024 dauern. Erst dann könnten die Bautätigkeiten am Tunnel beginnen.
Diese Verschiebung sei unproblematisch, weil die Arbeiten erst mit der Fertigstellung des dritten Abschnitts der Küstenautobahn abgeschlossen sein müssten. Dieser Abschnitt – von Schwei bis hinter den Wesertunnel – wird gerade für das Planfeststellungsverfahren vorbereitet, also für die Genehmigungsplanung.

Platz für mehr Fahrzeuge

Bei der Aufrüstung geht es darum, den Tunnel auf deutlich größere Fahrzeugzahlen vorzubereiten, die mit dem Bau der Küstenautobahn zu erwarten sind. Fachleute rechnen bis 2030 mit einer Verdoppelung von jetzt etwa 16.000 Fahrzeugen am Tag. Dafür müssen die Belüftungs- und Sicherheitsanlagen sowie die Verkehrsleitsysteme erneuert werden.
Auch die Beleuchtung soll so umgerüstet werden, dass sie wechselseitig über den Spuren oder an den Seiten angebracht sind. Denn zurzeit muss eine Tunnelröhre für die Wartung der Leuchten zwei Mal im Jahr komplett gesperrt werden. Sind sie auf der Seite angebracht, reicht es, für die Reparatur eine Spur zu sperren.


 

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