Wie geht es weiter mit dem Christophorus-Haus in Brake?

Artikel vom 19.02.2024

Christian Quapp

Sanierungsstau und hohe Energiekosten: Der baulich schlechte Zustand des Christophorus-Hauses ist offenbar einer der Auslöser für die Finanzprobleme des Braker Seniorenheims. Bild: Christian Quapp 

Wo liegen die Gründe für die Insolvenz beim Christophorus-Haus, gibt es einen Zusammenhang mit den Problemen bei der Diakonie Oldenburg? Und wie geht es für Bewohner, Kunden und Mitarbeiter weiter?

Brake - Im vergangenen Jahr wurde noch Jubiläum gefeiert, jetzt geht es um das Überleben. Schon weniger als einen Tag nach dem Insolvenzantrag des Christophorus-Haus e.V. in Brake gab es zahlreiche Gerüchte, vor allem aber viele offene Fragen. Wir versuchen, die wichtigsten zu beantworten.

Was passiert mit den Bewohnern ?

Die 82 Bewohnerinnen und Bewohner des Christophorus-Hauses können Stand jetzt im Haus bleiben und werden wie bisher versorgt und gepflegt. Auch die Versorgung der Kunden des ambulanten Pflegedienstes und des Menüdienstes ist zum jetzigen Zeitpunkt gesichert. Menschen, die bereits einen Einzug in das Haus vereinbart haben, können ihre Zimmer beziehen. Das Haus steht zudem weiteren Bewohnern offen.

Wie geht es für die Mitarbeiter weiter ?

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins im Pflegeheim, im ambulanten Pflegedienst und im Menüdienst werden weiter beschäftigt. Ihre Bezahlung ist für einen Zeitraum von drei Monaten über das Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit gesichert. Aktuell wird laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter Berend Böhme geklärt, ob das Insolvenzgeld auch den tariflich vereinbarten Inflationsausgleich abdeckt.

Wie wurden die Bewohner informiert ?

Die Mitarbeiter und die Bewohner, die mobil und ansprechbar sind, wurden vor der öffentlichen Bekanntgabe der Insolvenz informiert, bei vielen Bewohnern waren auch Angehörige dabei, erklärte Einrichtungsleiter Nils Leßmeister. Eine weitere Informationsveranstaltung für Angehörige ist für den kommenden Mittwoch geplant.

Wie kam es zur Insolvenz ?

Ein vollständiges Bild konnte sich Berend Böhme, seit Donnerstag vorläufiger Insolvenzverwalter, noch nicht machen. Offensichtlich sei der Sanierungsstau im Gebäude, der zu einer schlechten energetischen Situation und zu enormen Energiekosten geführt habe. Diese müssten langfristig auf ein erträgliches Niveau gebracht werden. Ein weiteres Problem ist laut Leßmeister die generelle Unterfinanzierung der ambulanten Pflege, die nicht wirtschaftlich zu betreiben sei. Das zeige sich daran, dass besonders ambulante Pflegedienste derzeit reihenweise aufgeben müssten. Zudem seien Pflegekassen zögerlich beim Begleichen von Forderungen. Die jetzt anstehenden Sonderzahlungen zum Inflationsausgleich hätten nur das Fass zum Überlaufen gebracht. Aktuell würden aber alle Rechnungen bezahlt.


 

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