Wohnungsnot bei Alleinerziehenden

von Rolf Bultmann

UNTER DER LEITUNG VON MARIE THERES BÜCKING (RECHTS) DISKUTIERTEN (VON LINKS) DR. FRANK AHLHORN, KERSTIN SEELAND, SUSANNE MITTAG, CHRISTINA-JOHANNE SCHRÖDER, DRAGOS PANCESCU, MAREIKE SUHR-KRIPPNER, STEPHAN SIEFKEN, KERSTIN HELD UND BJÖRN THÜMLER ÜBER WOHNUNGSNOT, SCHULDENFALLE UND EHRENAMT. BILD: ROLF BULTMANN

Diakonisches Werk diskutiert mit Politikern über Probleme am Wohnungsmarkt

Die Einflussnahme der Politik über die Mitgliedschaft der Kommunen in Wohnungsbaugesellschaften, aber auch die Bereitstellung von Erbbaurechten bei der Vergabe von Grundstücken durch die Kommunen könnten zur Behebung der Wohnungsnot und des Mangels an Sozialwohnungen beitragen. Darüber herrschte eine breite Einigkeit bei der Podiumsdiskussion, zu der das Diakonische Werk Wesermarsch am Freitagabend im Garten des Nordenhamer Martin-Luther-Hauses eingeladen hatte.
Aus der täglichen Praxis
Vor nur 15 Zuhörern diskutierten bei diesem „Gartengespräch“ neun Akteure aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik über aktuelle soziale Themen aus der täglichen Praxis der Arbeit des Diakonischen Werkes. Dessen neuer Leiterin Marie Theres Bücking, die die Diskussion auch moderierte, war es wichtig, dass auch solche Themen im Wahlkampf berücksichtigt werden.Nach Lösungen für die Wohnungsnot befragt, wies der von SPD und Unabhängigen unterstützte Landratskandidat Dr. Frank Ahlhorn auf die Steuerungsmöglichkeiten durch das Raumordnungsprogramm hin. Da es einen flächendeckenden Wohnungsmangel in der Wesermarsch aber offensichtlich nicht gebe, müsse man schauen, wo es Probleme gibt und wie sie beispielsweise auch durch das Schaffen von Anreizen gelöst werden können.Die Grünen-Bundestagskandidatin Christina-Johanne Schröder sprach von einer katastrophalen Lage für bestimmte auf Wohnungssuche befindlichen Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise Alleinerziehende. Auch sie sprach sich für eine Bedarfsplanung in der Wesermarsch aus, wobei ein Leerstand von mindestens fünf Prozent benötigt werde.Dass es wohl keinen Wohnungsüberhang in der Wesermarsch gibt, vermutet Landrats-Kandidat Stephan Siefken. Der von CDU und Teilen der FDP unterstützte Christdemokrat sieht die Vorteile einer Mitgliedschaft der Kommunen in Wohnungsbaugesellschaften durch die dann mögliche Einflussnahme. Zudem sollten in Neubaugebieten mehr Flächen für Mehrfamilienhäuser ausgewiesen werden. Der Wohnungsbau sei keine Frage von Organisationsformen, sondern werde vielmehr von Bau- und Baulandpreisen, die beide kräftig gestiegen seien, bestimmt, merkte Niedersachsens Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler an. Durch die Vergabe von Erbbaurechten statt Grundstücksverkäufen könnten die Kommunen die Schaffung neuen Wohnraumes insbesondere für Familien deutlich günstiger machen, sagte der Vorsitzende der Wesermarsch-CDU.
Massive Förderung
Auf die massive Förderung des sozialen Wohnungsbaus durch den Bund wies die SPD-Bundestagsabgeordnete und -kandidatin Susanne Mittag hin. Der sei aber dennoch zum Erliegen gekommen, weil beim Wohnungsbau auch energetisch alles tipptopp sein müsse. Doch das wirke sich auf die erforderlichen Investitionskosten auf.Zwei weitere Themen der Podiumsdiskussion waren die zunehmende Verschuldung junger Menschen und das sinkende ehrenamtliche Engagement. Zu diesen Themen wurden auch Kreistagskandidatinnen Kerstin Seeland (SPD) und Kerstin Held (CDU), Grünen-Landtagsabgeordneter Dragos Pancescu und die Grünen-Stadtratskandidatin Mareike Suhr-Krippner (Nordenham) befragt. Sie sprachen sich bei der Verschuldung für mehr Vorbeugung statt Intervention sowie beim Ehrenamt für eine größere Anerkennung aus.


 

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