Erst die Autos, dann die Haustür zum wiederholten Mal zerstört

Artikel vom 14.02.2024

Michael Hacker

Katrin Zotin an ihrer Haustür, an der am Sonntagmorgen einmal mehr die Glasscheibe eingeschlagen wurde. Bild: Dirk Gabriel-Jürgens 

Seit einigen Monaten bereitet Vandalismus Katrin Zotin in Wilhelmshaven schlaflose Nächte. Zunächst wurden die Autoreifen zerstochen, später die Glasscheibe der Haustür eingeschlagen. Ist es ein Serientäter? 

Wilhelmshaven - Es ist 6.47 Uhr am Sonntagmorgen. Ein Unbekannter betritt das Grundstück von Katrin Zotin am Altengrodener Weg. Mit einem Hammer schlägt er zweimal auf eine Styroporplatte an der Haustür ein, die dahinter liegende Glasscheibe der Eingangstür zerbricht. Anschließend flüchtet die maskierte Person. Eine Videokamera zeichnet das brutale Vorgehen des Täters auf, der offenbar zum wiederholten Mal genau dieses Grundstück für seinen unerklärlichen Vandalismus nutzt. Denn bei Katrin Zotin ist es bereits der fünfte Anschlag seit August vergangenen Jahres.

Entsprechend tief sitzt der Schock. „Ich schlafe schlecht“, erzählt sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Wie sehr ihr das alles zusetzt, kann sie kaum verbergen. Am 11. Februar hätte sie dem Täter um ein Haar direkt gegenübergestanden. „Ich habe etwa 15 Minuten zuvor das Haus verlassen“, erzählt sie. „Es scheint ihn nicht zu stören, dass die Rollladen schon oben waren und im Haus Licht brannte. Selbst die Kamera, die deutlich zu sehen ist, und der Bewegungsmelder schreckten ihn nicht ab.“

Im August 2023 fing alles an, als zwei Autos der Familie beschädigt wurden. Drei Reifen waren damals zerstochen worden. Am 5. Oktober mussten erneut zwei Reifen dran glauben. Am 16. November war die Haustür fällig, deren Glasscheibe eingeschlagen wurde, am 28. Januar folgten die Heckscheibe sowie ein Rücklicht eines Autos. Aller vier Fälle, sagt Zotin, erfolgten in der Nacht. Der jüngste Vorfall war der erste, der am frühen Morgen vonstattenging.

Die neue Haustür ist erst vor wenigen Wochen eingebaut worden. Um sie etwas zu schützen, hatte Zotin für die Nächte eine Styroporplatte vor die Glasscheibe positioniert. Doch ohne Erfolg. Nun hofft sie, dass ein Zaun, den sie ums Grundstück errichten, für Sicherheit und Ruhe sorgt. Warum ausgerechnet ihr Hab und Gut als Zielscheibe dient, weiß sie nicht. In der Nachbarschaft gebe es keine Spur von Vandalismus. Zotin weiß aber von zwei anderen Frauen, die auch schon mehrfach gezielt Opfer von Angriffen wurden. Unter anderem die Halterin eines Autos, das, wie berichtet, am 22. Januar zum wiederholten Mal beschädigt wurde, als es auf einem Parkplatz des Klinikums stand.

Inzwischen sei die Nachbarschaft viel enger zusammengerückt, halte Augen und Ohren offen. Und auch die Polizei zeige Präsenz. Auf Nachfrage bei der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland erklärt Sprecherin Janina Schäfer, dass der Sachschaden auf 500 Euro geschätzt wird. „Das Videomaterial wird noch ausgewertet. Mit Blick auf mögliche Zusammenhänge zu anderen Taten laufen die Ermittlungen weiter.“ Zeugen werden gebeten, sich unter 04421/9420 zu melden.


 

Blaulicht-Ticker

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