„Futterbox“ bald mitten im Herzen Bants

Artikel vom 30.10.2022

Stephan Giesers

Rom Thümen und Kurz Osterloh packen beim Umzug kräftig mit an. Im Hintergrund ist der Eingang zur alten „Futterbox“ zu sehen. Bild: Dirk Gabriel-Jürgens 

Die„Futterbox“ in Wilhelmshaven versorgt inzwischen regelmäßig 1000 Haustiere – vom Hamster bis zum Hund. Ab November ist sie in der Marktstraße-West zu finden. Bis dahin hat der gemeinnützige Verein noch viel Arbeit.

Regale schleppen, Hundespielzeug in Kartons verstauen, Säcke mit Katzenstreu und Paletten mit Hundefutter auf den Hänger wuchten: Seit einer Woche ist das Alltag von der „Futterbox“-Vereinsvorsitzenden Sigrid Osterloh und ihrem Team.

Die „Futterbox“ zieht um. Vom Eckhaus an der Mainstraße geht es in neue Räume in der Marktstraße 146 – ganz in der Nähe des Bordumplatzes. Dort werden künftig bedürftige Menschen mit Haustieren Unterstützung bekommen.

„Wir freuen uns riesig“, sagt Osterloh. Bis zur Eröffnung und der ersten Ausgabe am Donnerstag, 10. November, ist aber noch einiges zu tun. Ganz nebenbei hat das Team am vergangenen Donnerstag den letzten Ausgabetag am alten Standort gemeistert. Der Ansturm war groß – wie immer. Und am Ende hatte der Verein sieben neue Haustierhalter registriert. „Mittlerweile versorgen wir 1000 Haustiere“, sagt die Vereinsvorsitzende. Darunter sind viele Hunde und Katzen, aber auch Kleintiere wie Hamster, Kaninchen und Wellensittiche.

Der Verein will so unbürokratisch wie möglich helfen und geht zudem auf besondere Wünsche ein. Denn so manches Haustier ist in Sachen Futter wählerisch. Einzige Hürde: Halter müssen sich einmalig registrieren und dabei ihre finanzielle Notlage nachweisen, etwa mit einem Wohngeldbescheid oder Rentenbescheid. Der Verein hält zudem Art und Anzahl der Tiere auf Kundenkarten fest. Bei den Ausgaben erhalten die Nutzer maximal die Hälfte des Bedarfs kostenlos.

Der gemeinnützige Verein besteht jetzt seit fast drei Jahren und war schon länger auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Das Problem: Die Tiertafel war nicht in jeder Nachbarschaft willkommen. „Das Elend ist da, aber sehen will es keiner“, sagt Osterloh. Zur Miete in den sanierungsbedürftigen Räumen zu bleiben, kam nicht in Frage. Erst recht nicht nach dem enormen Anstieg der Energiekosten, sagt Nicol Mahnken, Schatzmeisterin des Vereins. Jüngst flatterte eine Nachzahlungsforderung ins Haus: 2000 Euro.

In den neuen Räumen erinnert ein alter Tresen an die Vormieter. „Früher war hier ein Pub“, sagt Osterloh und spricht von einer glücklichen Fügung, die dem Verein die Räume beschert hat. Der Wilhelmshavener Unternehmer Sascha Scheller hat sie zur Verfügung gestellt, nachdem er die „Futterbox“ in der Mainstraße besucht hatte. Scheller ist Mitbegründer des Vereins „Hasentour“, unternimmt mit Gleichgesinnten im Hasenkostüm und auf Motorrädern jedes Jahr Spendentouren. Auch die „Futterbox“ sollte finanziell unterstützt werden.

„Ohne Spenden und Unterstützer geht es nicht“, sagt Osterloh und erzählt von Schicksalen am anderen Ende der Leine. Viele seien durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen worden oder hätten durch Krankheit ihren Job verloren. „Das kann jeden von uns treffen.“

INFOS ZUR FUTTERBOX

Die Futterausgaben finden 14-tägig statt – immer donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Nächster Ausgabetag ist der 10. November in den neuen Räumen, Marktstraße 146.

Über Spenden werden unter anderem Futter sowie Tierarztkosten finanziert. Kontakt: info@futterbox-whv.de, T?0151/55733934, Website: www.futterbox-whv.de


 

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