Sanderbusch spendet 60 Krankenhausbetten

GMS-Redaktion

Saafi Meher, Prof. Dr. Pawel Kermer, Dr. Matthias Kaste und Ahmed Bouchair (v. l. n r.) freuen sich über die Spende für das Krankenhaus in Bizerte.
FOTO: FRIESLAND KLINIKEN

Das Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch (NWK) hat neue Patientenbetten erhalten. Es blieb die Frage, was mit den alten Betten geschehen sollte. Zum Verschrotten sind sie noch zu schade.

Da kam dem Assistenzarzt der Neurologie Ahmed Bouchair die Idee, die Betten seiner Heimatstadt Bizerte in Tunesien zu spenden. Die Stadt am Mittelmeer liegt rund 70 Kilometer von Tunis entfernt und hat ca. 120.000 Einwohner. Hier werden Krankenhausbetten dringend benötigt.

Also sprach Bouchair mit dem Oberarzt der Neurologie Dr. Matthias Kaste darüber und dieser nahm sofort Kontakt zur technischen Abteilung des NWK auf. Unterstützt wurde diese Aktion auch vom stellvertretenden Ärztlichen Direktor und Chefarzt der Neurologie Prof. Pawel Kermer.

Nachdem die Geschäftsleitung ihr Einverständnis ebenso gegeben hatte, begann Ahmed Bouchair mit der Organisation des Transportes.

Es gelang ihm, das in Berg bei Neumarkt in Süddeutschland ansässige Unternehmen QM Logistik für seinen Einfall zu begeistern.

Der Chef Saafi Meher stammt ebenfalls aus Tunesien und bringt die Fracht selbst an den Bestimmungsort, ohne es in Rechnung zu stellen. Die Kosten für die Überfahrt von Marseille in Frankreich nach Tunis übernimmt die Fährgesellschaft CTN. Weil auch die offiziellen Stellen des nordafrikanischen Staates das Projekt unterstützen, entfallen die Zollgebühren. Ahmed Bouchair ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft, die ihm entgegengebracht wurde, zumal ihm die Friesland Kliniken die Spende von 120 weiteren Betten für das nächste Jahr in Aussicht gestellt haben. Für den Ärztlichen Direktor Prof. Kermer ist dies ein selbstverständlicher Akt der Nächstenliebe:

„Viele unserer Mitarbeiter in der Medizin und Pflege haben einen Migrationshintergrund und setzen sich hier in Deutschland für die medizinische Versorgung unserer Bevölkerung ein. Durch die Spende der Betten können wir uns für diesen Einsatz bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihrem Heimatland bedanken.“


 

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