In Zukunft auch lebendige Tiere sehen

Artikel vom 16.11.2022

Annette Muschalik

Einhellige Freude bei der Eröffnung der Ausstellung „Meer.Natur.Schutz“ bei (v. li.) Prof. Dr. Karin Lochte (Vorsitzende des Trilateralen Wattenmeer-Ausschusses), Peter Südbeck (Leiter Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer), Dr. Juliana Köhler (Leiterin Wattenmeer-Besucherzentrum), Sebastian Unger (Meeresbeauftragter der Bundesregierung) und Sabine Riewenherm (Präsidentin BfN). Bild: Annette Muschalik

Die Wanderausstellung „Meer.Natur.Schutz“ ist jetzt im Wattenmeerbesucherzentrum eröffnet worden. Neben Ehrengästen aus Politik und Wissenschaft war auch der Meeresbeauftragte der Bundesregierung Sebastian Unger eingeladen. Er überbrachte eine besonders gute Nachricht.

„Die Wanderausstellung ,Meer.Natur.Schutz’ des Bundesamtes für Naturschutz ist eine perfekte Ergänzung zur Dauerausstellung unseres Wattenmeer-Besucherzentrums”, freute sich Leiterin Juliana Köhler. Sie verwies bei der Eröffnung darauf, dass nicht zuletzt die Info-Veranstaltung zum Bau des LNG-Terminals vor knapp zwei Wochen gezeigt habe, wie groß die Sorge der Bürger ist und wie wichtig daher Informationen zum Lebensraum Meer sind.

Zur Eröffnung begrüßte sie neben Ehrengästen aus Politik und Wissenschaft die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Sabine Riewenherm, den Meeresbeauftragten der Bundesregierung, Sebastian Unger sowie Peter Südbeck als Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und Karin Lochte, Vorsitzende des Trilateralen Wattenmeer-Ausschusses.

Meeresschutz trifft alle

„Meeresschutz ist Klimaschutz“, so die Präsidentin des BfN, „und deshalb geht der Schutz der Meere alle Menschen etwas an”. Mit der interaktiven Wanderausstellung „Meer.Natur.Schutz” soll dieser Lebensraum deshalb allen Bürgern vertrauter gemacht werden. „Wir starten hier an der Küste, aber letztlich will ich damit auch in die Berge und in die großen Städte“, sagte Riewenherm.

Neben den Hinweisen auf akute Gefahren solle das Ziel der Ausstellung außerdem sein, eine zauberhafte Welt sichtbar zu machen, die durch ihre Größe und Unzugänglichkeit den Augen der Öffentlichkeit in weiten Teilen verschlossen bleibt, betonte sie.

Auch Peter Südbeck sieht Nachholbedarf beim Verständnis und Schutz des Lebensraumes Meer. „Wir konzentrieren uns häufig auf die Landseite. Beide Lebensräume sind aber ökologisch unmittelbar miteinander vernetzt und können nur zusammen funktionieren”, sagte er.

Noch deutlicher wurde der Meeresbeauftragte der Bundesregierung bei seinem Grußwort. „Die Weltgemeinschaft ringt um die Zukunft des Planeten und damit um den Schutz von uns allen. Ohne intakte Ozeane kann dieser Planet aber nicht dauerhaft überleben.” Klimakrise, Artensterben und Verschmutzung sind die drei elementaren ökologischen Krisen, die die Weltmeere bedrohen – und diesen müsse auf internationaler wie auf nationaler Ebene begegnet werden, führte Unger aus.

„Der Schutz der Nord- und Ostsee ist unsere zentrale Aufgabe. Dabei stellen uns Berufsfischerei, Schifffahrt und Offshore-Windenergie vor große Herausforderungen und erfordern zum Teil schmerzhafte Kompromisse.” Diesen Konflikt machte auch die Vorsitzende des Trilateralen Wattenmeer-Ausschusses, Karin Lochte deutlich: „Wir werden das Meer auch in Zukunft für Wirtschaft und Energiegewinnung nutzen müssen. Deshalb ist es wichtig, kluge, umweltgerechte Lösungen zu finden und das Verständnis für die Zusammenhänge bei den Menschen zu erhöhen.”

Fördergelder für WBZ

Sebastian Unger stellte an diesem Abend nicht nur die Meeresoffensive der Bundesregierung vor, sondern er war auch Überbringer einer besonders guten Nachricht im Auftrag der Bundesministerin. Das WBZ ist das erste Haus, das Fördergelder aus dem neu eingerichteten Haushaltstitel „Wattenmeerzentren“ im Bundesnaturschutzfonds erhält – in Höhe von 800 000 Euro. Das Geld soll für den Bau von Aquarien eingesetzt werden, sagte Köhler. „Damit können wir unseren Gästen in Zukunft auch lebende Tiere der Nordsee zeigen”, freute sie sich.


 

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