Kohlekraftwerke in Region bleiben länger am Netz

Artikel vom 24.06.2022

Jörg Schürmeyer

Wird länger als geplant Kohlestrom liefern: das Steinkohlekraftwerk in Bremen-Hastedt. Bild: SWB

In Bremen bereiten sich die Betreiber der Kohlekraftwerke darauf vor, angesichts der Unsicherheiten bei der Energieversorgung länger als bislang geplant am Netz zu bleiben. Ganz anders sieht die Situation dagegen beim Kernkraftwerk in Lingen aus.

Angesichts der Unsicherheiten bei der Energieversorgung werden wohl auch im Nordwesten mehrere Kohlekraftwerke länger laufen als bislang geplant. So wird das Steinkohlekraftwerk der EWE-Tochter SWB in Bremen-Hastedt „sicher“ noch bis Ende 2023 am Netz bleiben. „Und auch 2024 ist eine Option“, sagte ein SWB-Sprecher jetzt auf Anfrage. Auf diese Weise wolle man die Versorgungssicherheit für 25 000 Haushalte und auch das Mercedes-Werk sicherstellen. Ursprünglich sollte der Kraftwerksblock Mitte 2023 abgeschaltet und durch ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk ersetzt werden. Angesichts der Situation am Gasmarkt sei eine Inbetriebnahme des Gaskraftwerks zumindest für 2023 und wahrscheinlich auch für 2024 unrealistisch.

Für das zweite Kohlekraftwerk in der Hansestadt, in Bremen-Farge, war bislang vereinbart, dass es zum 31. Oktober 2022 stillgelegt wird. Betreiber Onyx Power stellt sich nun aber darauf ein, über diesen Zeitpunkt hinaus in eine Art Notreserve überführt zu werden, wie eine Sprecherin sagte: „Wir bereiten uns jetzt darauf vor, weiter am Netz und in Betrieb sein zu können.“ Was das konkret für das Kraftwerk bedeute, hänge vom Inhalt des aktuell in der Politik diskutierten Ersatzkraftwerke-Bereithaltungsgesetz ab.

„Keine Auswirkungen“ habe das Gesetz dagegen für das Steinkohlekraftwerk von Onyx Power in Wilhelmshaven, da es hier ohnehin noch keinen Zeitplan zur Abschaltung gibt, sagte die Sprecherin.

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) hatte angekündigt, dass er den Einsatz von Gas für die Stromerzeugung und Industrie senken will und mehr Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen sollen. Sie sollen die Stromerzeugung in mit Erdgas befeuerten Kraftwerken soweit wie möglich ersetzen, um Gas einzusparen.

Dagegen ist eine ebenfalls diskutierte Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks in Lingen zumindest aus Sicht des Betreibers RWE aktuell keine Option. „Unser Kraftwerk im Emsland ist auf den Auslaufbetrieb zum Ende des Jahres ausgerichtet, zu dem Zeitpunkt wird der Brennstoff aufgebraucht sein“, sagte ein Sprecher. „Ein Weiterbetrieb über den 31.12.2022 hinaus wäre mit hohen Hürden technischer als auch genehmigungsrechtlicher Natur verbunden.“


 

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