Lebensqualität steht immer ganz oben

Artikel vom 02.01.2023

Lutz Rector

Mitglieder des Bürgervereins haben auf der Sitzgarnitur am Spielplatz Dirschauer Straße Platz genommen: Peter Merbitz, Jürgen Rode, Günter Hinrichs, Erich Manger, Björn Rode, Marion Reiners (Vorsitzende) und Georg von Lübken (v.li.). Bild: Lutz Rector

Das Jahr ist zuende und der Bürgerverein Fedderwardergroden zieht Bilanz: Die fällt in weiten Teilen positiv auch. Doch es gibt auch Probleme und dazu ein großes Ärgernis, denn wieder einmal steht die Zukunft des Freibades Nord auf dem Spiel.

„Was wir für dieses Jahr angekündigt haben, ist auch erfüllt worden“, sagt Marion Reiners, Vorsitzende des Bürgervereins (BV) Fedderwardergroden. Aber es gebe auch ein paar Baustellen. Die größte und wichtigste: das Freibad Nord. „Wir werden uns weiter für dessen Erhalt stark machen“, sagt Reiners.

Finanzieller Rahmen ist immer begrenzt

Nachdem der Bürgerverein bereits mehrere hochwertige und nachhaltig produzierte Sitzgarnituren am Plauentief finanziert hatte und mit Unterstützung der Technischen Betriebe aufstellen lassen konnte, kamen im Jahresverlauf dort zwei weitere dazu. „Viele F’grodener hatten den Wunsch an uns herangetragen, solche Sitzgelegenheiten zusätzlich auf den Spielplätzen an der Dirschauer- und an der Salzastraße zu installieren“, sagt Reiners. Auch wenn es finanziell nicht ganz einfach gewesen sei, habe man beides umsetzen können. „Wir wollen dieses Projekt fortsetzen, sofern wir das Geld dafür haben.“ Ohne Spenden und Förderungen sei es allerdings schwierig. „Bei einem Jahresbeitrag von 6,24 Euro und 320 Mitgliedern ist nicht viel Spielraum“, erklärt die Vorsitzende. Eine Garnitur, bestehend aus einem Tisch und zwei Bänken, koste schon deutlich über 2000 Euro.

Bürgerverein auf Partner angewiesen

Unverzichtbar ist für den BV auch das alljährliche Aufstellen eines großen Weihnachtsbaumes vor der katholischen Kirche Christus König, selbst wenn die liebgewordene Tradition das Budget immer mit einigen hundert Euro belastet. Dieses Mal waren die Ausgaben sogar noch größer, denn eine neue LED-Lichterkette musste angeschafft werden. Als Sparmaßnahme denke man darüber nach, dauerhaft eine große Tanne vor der Kirche zu pflanzen, die dann nur noch geschmückt werden müsste, verrät Reiners. „Wir sind bereits in Gesprächen.“

Wie fast alle Vereine hat auch der BV ein Nachwuchsproblem. Ein stetig höher werdender Altersdurchschnitt geht mit einem Rückgang der aktiven Mitglieder einher. „Wir können keine Veranstaltung alleine auf die Beine stellen, dazu benötigen wir Partner“, sagt Reiners. Doch seien die schwer zu finden.

Probleme bereiteten auch die klassischen Eigenveranstaltungen, etwa Bingo-Abende oder die Weihnachtsfeier. Hier fehle es an passenden Räumlichkeiten. Das Familienzentrum Nord sei zu klein, Anmietungen (einschließlich Gastronomie) meist zu teuer. „Trotzdem wollen wir unseren Mitglieder ab Januar wieder ein buntes Programm bieten.“

Kampf für den Erhalt des Freibades geht weiter

Bleibt das große Thema Freibad, das dem BV und seiner Vorsitzenden als passionierten Frühschwimmerin erhöhtes Kopfzerbrechen bereitet. Dass die Zukunft des Bades erneut von der Verwaltung, genauer von den Stadtwerken als Betreiber, infrage gestellt wird, ist für die engagierten F’grodener nicht nachvollziehbar. Bereits 2019 hatte der BV eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des Freibades gestartet und über 6000 Unterstützer gefunden. Mit Erfolg.

Erfolg auf Zeit, wie sich zeigen sollte. Denn nun droht erneut das Aus. „Die Argumente sind dieselben. Die Unterhaltung des Freibades sei zu teuer, es sei nicht attraktiv, es müsse investiert werden und es gebe zu wenig Besucher. Aber Transparenz gibt es keine. Wann werden denn mal Zahlen präsentiert? Bis heute ist nicht bekannt, wie viele Besucher es dieses Jahr gab“, ärgert sich Reiners. Für sie und den BV, ist deshalb eines klar: „Wir kämpfen weiter!“


 

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