Schwerstkranke Mattea erfährt Welle der Hilfsbereitschaft

Artikel vom 20.02.2024

Katja Lüers

Dank der finanziellen Unterstützung vieler Leserinnen und Leser können Karina Bunke und Tochter Mattea das barrierefreie Auto finanzieren. Bild: Katja Lüers

Eine Welle der Spendenbereitschaft hat Karina Bunke erreicht: Fast 36000 Euro sind zusammengekommen, um das behindertengerechte Fahrzeug für ihre elfjährige Tochter zu finanzieren.

Petersfehn/Nordwesten - Mit dieser riesigen Welle an Hilfsbereitschaft hat Karina Bunke nicht gerechnet. „Ich bin sprachlos und freue mich über so viel Unterstützung für Mattea, aber auch über so viel Gemeinschaft und Interesse - auch aus der Nachbarschaft“, sagt die Petersfehnerin. Fast 600 Menschen aus dem gesamten Nordwesten hatten nach einem Aufruf in dieser Zeitung in den vergangenen zwei Wochen Geld gespendet – insgesamt knapp 36000 Euro – damit Karina Bunke das Auto für ihre Tochter behalten kann. Denn: Das elfjährige Mädchen ist seit seiner Geburt geistig und körperlich schwer behindert. Laufen und reden kann Mattea nicht, dafür aber lachen und glucksen.

Ohne Auto keine Chance

Da Karina Bunke Bürgergeld bezieht und deshalb keinen Kredit aufnehmen darf, hatte ursprünglich ein Bekannter die Finanzierung der 40.000 Euro für das behindertengerechte Auto übernommen. Doch aus gesundheitlichen Gründen konnte auch er den Kredit nicht weiter abzahlen. Damit geriet Karina Bunkes fragiler Haussegen ins Wanken. Denn von den 950 Euro Bürgergeld, die sie monatlich erhält, lässt sich nur schwerlich ein Auto finanzieren. Sie versuchte, alle Hebel in Gang zu setzen, um die Summe zu finanzieren, führte unzählige Telefonate, aber am Ende war alles vergebens.

„Wir brauchen aber ein Fahrzeug, um uns fortzubewegen, um die Ärzte zu erreichen oder auch die Krankengymnastik“, sagt die 44-jährige Mutter. Erst morgen steht wieder ein Besuch im Sozialpädiatrischen Zentrum in Kreyenbrück an – ohne Auto wären das Wege, die Karina und Mattea Bunke nicht zurücklegen könnten. Vor diesem Hintergrund hatte sich Karina Bunke ein Herz gefasst und an die Öffentlichkeit gewendet, „so schwer mir das auch gefallen ist“. Denn eigentlich war und ist sie mit ihrem Leben zufrieden – zurückgezogen in einer gemieteten Doppelhaushälfte in Petersfehn. Die Krankenschwester hatte ihrer Tochter zur Liebe ihren Job im Oldenburger Pius-Hospital aufgegeben, um sich ganz um Mattea kümmern zu können: „Ich bin jetzt private Krankenschwester, Managerin, Köchin und 24-Stunden Pflegekraft, aber ich bin es gern und freue mich über jede Minute, die ich mit meiner Tochter verbringen kann.“

Ohne Spenden kein Auto

„Es gab so viele kleine und große Geldspenden, aber viele Menschen haben mir auch sehr liebevolle und wertschätzende Mails geschickt und mir ihre Hilfe angeboten“, erzählt Karina Bunke. Beispielsweise habe sich eine Erzieherin gemeldet, die Mattea im Rollstuhl spazieren fahren möchte. Auch ein Rechtsbeistand für soziale Fragen habe sie angeschrieben und ein Handwerker, der seine Hilfe angeboten habe.

Auch wenn sie die nötige Kreditsumme von 40.000 Euro noch nicht ganz über die Spenden erreicht hat, ist Karina Bunke bereits ein riesiger Stein vom Herzen gefallen: „Ich bin endlich wieder frei und habe keine Sorgen mehr, dass wir das Auto abgeben müssen.“

Wer mehr über Mattea und die Spendenaktion erfahren will, findet Informationen unter


 

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