Kolumne

Gibt es neue Erkenntnisse in der Alzheimerforschung?

Die Bevölkerung wird jeden Tag mit neuen Daten über die Corona-Pandemie konfrontiert. Neben den Problemen der Einschränkungen des Lebens, der Arbeitswelt, der Bildung, der Kultur und dem Verlust der Möglichkeiten, Kontakte mit der Familie und Freunden zu pflegen, ohne Sorge vor einer Infektion haben zu müssen, verursacht eine ständige kontroverse Diskussion, ob alle Maßnahmen richtig oder angemessen sind, mit Unsicherheiten und öffentlichen Protesten.

Andere medizinische Themen mit großer Relevanz verblassen daneben, und die großen Volkskrankheiten geraten aus dem Blick oder erfahren nicht das erforderliche Engagement.

Es soll daher ganz bewusst auf eine Krankheit aufmerksam gemacht werden, die uns vor große Anforderungen stellt. So äußert ein Forscher die Befürchtung, dass zwar nicht unmittelbar, aber doch absehbar, Alzheimer und Demenz die Rolle einer neuen Pandemie übernehmen.

In der BRD erkranken in jedem Jahr etwa 300 000 Menschen neu an einer Demenz. 2050 wird nach neueren Schätzungen die Zahl der Patienten auf circa 3 Millionen steigen. Leider haben sich große Firmen (Pfizer, Johnson u. Johnson) aus der Forschung zurückgezogen. Bei etwa 413 Studien in einem Zeitraum von zehn Jahren ist in über 90 Prozent kein positives Ergebnis für ein neues Medikament erreicht worden.

Das letzte Medikament wurde 2012 zugelassen. Nach wie vor gehen die Forscher davon aus, dass die Ablagerung des ß-Amyloids im Gehirn eine wesentliche Ursache für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit ist. Es werden auch das Tau-Protein und die Oligomere als mögliche Ursachen diskutiert. Man möchte zum Beispiel mit der Behandlung in die Stoffwechselprozesse, die im Gehirn eine Entzündung auslösen, mit Enzymen eingreifen. Außerdem versucht man, mit dem Medikament Aducanumab, einem Antikörper gegen Amyloid, der bei der Bildung von Amyloid ansetzt, den Krankheitsverlauf zu beeinflussen.

Eine ganz besondere Bedeutung hat die sehr frühzeitige Diagnose. Die bildgebenden Verfahren wie MRT oder PET (Positronen-Emissions-Tomographie) sind in der Frühdiagnostik nicht aussagekräftig. Man versucht daher mit kognitiven Tests, dieses Problem zu lösen. Es wird darüber hinaus an sogenannten Biomarkern geforscht. Andere Forschungsansätze versuchen Genvarianten zu identifizieren, die eine sehr frühe Diagnose ermöglichen oder einen Schutz vor der Krankheit darstellen. Es scheint so zu sein, dass die Alzheimerkrankheit schon viele Jahre, bevor Gedächtnisauffälligkeiten bemerkt werden, beginnt.

Der Schaden für die Umgebung, in der Familie und unter ökonomischen Aspekten ist erheblich. Daher ist die medizinische Hoffnung, eine wirksame Behandlung zu entdecken, extrem groß: So viele Menschen auf der Welt leiden an dieser Krankheit. Die Wissenschaft versteht die Entzündungsvorgänge der neurodegenerativen Krankheiten immer besser, aber es fehlt die „Pille“, die in diese komplexen Vorgänge im Gehirn im Sinne einer Heilung eingreifen kann. So bleibt es bei Ratschlägen zur Lebensführung: körperliche Belastung (Bewegung), Ernährung und das Vermeiden unnötiger Risiken wie Rauchen.

Dr. Gerd Pommer Internist in

Oldenburg

 

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